Betrieb am BER lÀuft wieder mit AusfÀllen und VerspÀtungen
06.02.2026 - 15:54:30Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist am Freitag wieder angelaufen. Es kommt aber weiterhin zu mehrstĂŒndigen VerspĂ€tungen und AusfĂ€llen, wie aus den Fluginformationen auf der Internetseite des BER hervorgeht. Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich lĂ€nger als sonst ĂŒblich, sagte eine Sprecherin.
Gegen Mittag seien die ersten Maschinen wieder abgehoben, hieĂ es. Offiziell wurde der Flugbetrieb demnach um 12 Uhr freigegeben. Gegen 13 Uhr startete das erste Flugzeug in Richtung Amsterdam. Schritt fĂŒr Schritt werde derzeit der Betrieb hochgefahren.Â
Betrieb am Donnerstagabend eingestellt
Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunĂ€chst eingestellt. Der Winterdienst der Flughafengesellschaft habe die FlugbetriebsflĂ€chen die gesamte Nacht ĂŒber mit Enteisungsmittel behandelt, aber ohne Erfolg, sie seien spiegelglatt, hieĂ es am Morgen.Â
Hunderte FahrgĂ€ste harrten ĂŒber Stunden am BER aus, einige mussten die Nacht dort verbringen. An den Check-in-Schaltern kam es am Freitag zu langen Wartezeiten. Viele betroffene Passagiere Ă€uĂerten sich frustriert ĂŒber mangelnde Informationen seitens der Fluggesellschaften. Allein am Freitag wurden bis zum Nachmittag den Fluganzeigen zufolge mehr als 100 FlĂŒge gestrichen.Â
Betreiber und Passagiere mĂŒssen zudem hoffen, dass es am Abend und in der Nacht nicht erneut zu Blitzeis auf den Start- und Landebahnen kommt. In diesem Fall mĂŒsste der Flugbetrieb erneut eingestellt werden, sagte eine Sprecherin.Â
Gewerkschaft kritisiert Ausmaà der EinschrÀnkungen
Die Gewerkschaft Verdi hob hervor, die interne Krisenkommunikation mit den BeschĂ€ftigten habe funktioniert. Diese hĂ€tten im Kontakt mit den Passagieren «das Bestmögliche geleistet». Gleichwohl kritisierte die Arbeitnehmervertretung das AusmaĂ der SchlieĂung am BER. Dieses sei vermeidbar gewesen. «Entscheidend ist dabei die unzureichende Vorbereitung und Resilienz», teilte der Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft, Dennis Dacke, mit.Â
«Weltweit gibt es zahlreiche FlughĂ€fen, die regelmĂ€Ăig mit vergleichbaren Wetterlagen umgehen mĂŒssen, in Europa etwa in den skandinavischen LĂ€ndern», betonte er. Technisch stĂŒnden dafĂŒr etablierte Verfahren zur VerfĂŒgung.
Verband: Sicherheit hat PrioritÀt
Der Flughafenverband ADV betonte: «Sicherheit hat oberste PrioritĂ€t. Wenn diese nicht mehr gewĂ€hrleistet werden kann, ist eine temporĂ€re Einstellung des Flugbetriebs trotz aller VorsorgemaĂnahmen unvermeidbar.» Eisregen zĂ€hle zu den wenigen meteorologischen Ereignissen, bei denen selbst moderne Enteisungs- und RĂ€umverfahren an ihre Grenzen stieĂen.
Generell sei es jedoch so, dass extreme Wetterereignisse an Bedeutung gewĂ€nnen und FlughĂ€fen weltweit vor neue Herausforderungen stellten. «Daher ist es sinnvoll, bestehende Konzepte regelmĂ€Ăig zu ĂŒberprĂŒfen und weiterzuentwickeln â etwa im Hinblick auf Technik, Prozesse und Entscheidungswege», teilte der ADV mit.
Die witterungsbedingte Einstellung des Flugbetriebs können laut ADV zuÂ
spĂŒrbaren finanziellen EinbuĂen fĂŒhren. Die genaue Schadenshöhe hĂ€nge aber stark von Dauer und Umfang des Ausfalls ab und lasse sich erst im Nachgang belastbar beziffern, wie es weiter hieĂ.





