Berlin, Brandenburg

Betrieb am BER lÀuft wieder - VerspÀtung und viele AusfÀlle

06.02.2026 - 17:38:01

Der Flugbetrieb am BER lĂ€uft wieder. Doch es kommt zu stundenlangen VerspĂ€tungen und AusfĂ€llen. Betreiber und Passagiere mĂŒssen hoffen, dass es am Abend eisfrei bleibt.

  • Aufgrund der Witterungen dauert das Enteisen der Maschinen derzeit noch deutlich lĂ€nger als sonst. - Foto: Carsten Koall/dpa

    Carsten Koall/dpa

  • Am BER stand zwischenzeitlich der Betrieb still. - Foto: Carsten Koall/dpa

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Aufgrund der Witterungen dauert das Enteisen der Maschinen derzeit noch deutlich lÀnger als sonst. - Foto: Carsten Koall/dpaAm BER stand zwischenzeitlich der Betrieb still. - Foto: Carsten Koall/dpa

Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist am Freitag wieder aufgenommen worden. Es kommt aber weiterhin zu mehrstĂŒndigen VerspĂ€tungen und AusfĂ€llen, wie aus den Fluginformationen auf der Internetseite des BER hervorgeht. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschrĂ€nkt, teilte eine Sprecherin mit. «Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu Flugstreichungen und massiven VerspĂ€tungen.» 

Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich lĂ€nger als sonst ĂŒblich, erklĂ€rte sie. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulĂ€ren Tag. Bis zum spĂ€ten Nachmittag haben nach ihren Angaben die Airlines rund die HĂ€lfte der fĂŒr heute geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen.

Der Betrieb am BER war am Mittag wieder angelaufen. Offiziell wurde der Flugbetrieb der Sprecherin zufolge um 12 Uhr freigegeben. Gegen 13 Uhr startete das erste Flugzeug in Richtung Amsterdam. Schritt fĂŒr Schritt werde derzeit der Betrieb hochgefahren, sagte sie weiter. 

Betrieb am Donnerstagabend eingestellt

Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunĂ€chst eingestellt. Der Winterdienst der Flughafengesellschaft habe die FlugbetriebsflĂ€chen die gesamte Nacht ĂŒber mit Enteisungsmittel behandelt, aber ohne Erfolg, sie seien spiegelglatt, hieß es am Morgen. 

Hunderte Reisende harrten ĂŒber Stunden am BER aus, einige mussten die Nacht dort verbringen. An den Check-in-Schaltern kam es am Freitag zu langen Wartezeiten. Viele betroffene Passagiere Ă€ußerten sich frustriert ĂŒber mangelnde Informationen seitens der Fluggesellschaften. Allein am Freitag wurden bis zum Nachmittag den Fluganzeigen zufolge mehr als 100 FlĂŒge gestrichen. 

Betreiber und Passagiere mĂŒssen zudem hoffen, dass es am Abend und in der Nacht nicht erneut zu Blitzeis auf den Start- und Landebahnen kommt. In diesem Fall mĂŒsste der Flugbetrieb erneut eingestellt werden, sagte eine Sprecherin. 

Gewerkschaft kritisiert Ausmaß der EinschrĂ€nkungen

Die Gewerkschaft Verdi hob hervor, die interne Krisenkommunikation mit den BeschĂ€ftigten habe funktioniert. Diese hĂ€tten im Kontakt mit den Passagieren «das Bestmögliche geleistet». Gleichwohl kritisierte die Arbeitnehmervertretung das Ausmaß der Schließung am BER. Dieses sei vermeidbar gewesen. «Entscheidend ist dabei die unzureichende Vorbereitung und Resilienz», teilte der Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft, Dennis Dacke, mit. 

«Weltweit gibt es zahlreiche FlughĂ€fen, die regelmĂ€ĂŸig mit vergleichbaren Wetterlagen umgehen mĂŒssen, in Europa etwa in den skandinavischen LĂ€ndern», betonte er. Technisch stĂŒnden dafĂŒr etablierte Verfahren zur VerfĂŒgung.

Verband: Sicherheit hat PrioritÀt

Der Flughafenverband ADV betonte: «Sicherheit hat oberste PrioritĂ€t. Wenn diese nicht mehr gewĂ€hrleistet werden kann, ist eine temporĂ€re Einstellung des Flugbetriebs trotz aller Vorsorgemaßnahmen unvermeidbar.» Eisregen zĂ€hle zu den wenigen meteorologischen Ereignissen, bei denen selbst moderne Enteisungs- und RĂ€umverfahren an ihre Grenzen stießen.

Generell sei es jedoch so, dass extreme Wetterereignisse an Bedeutung gewĂ€nnen und FlughĂ€fen weltweit vor neue Herausforderungen stellten. «Daher ist es sinnvoll, bestehende Konzepte regelmĂ€ĂŸig zu ĂŒberprĂŒfen und weiterzuentwickeln – etwa im Hinblick auf Technik, Prozesse und Entscheidungswege», teilte der ADV mit.

Die witterungsbedingte Einstellung des Flugbetriebs kann laut ADV zu 
erheblichen finanziellen Einbußen fĂŒhren. Die genaue Schadenshöhe hĂ€nge aber stark von Dauer und Umfang des Ausfalls ab und lasse sich erst im Nachgang belastbar beziffern, wie es weiter hieß.

@ dpa.de

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