Covid-19, Corona

Lauterbach: Mit Impfungen und RĂŒcksicht durch Corona-Herbst

18.09.2023 - 11:46:51

Der Gesundheitsminister macht's vor: Er lÀsst sich mit dem angepassten PrÀparat gegen Corona impfen. Die Stiko hÀlt derweil an ihren Empfehlungen fest.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach ruft vor dem Herbst zu empfohlenen Corona-Auffrischimpfungen auf und setzt bei steigenden Ansteckungszahlen auf gegenseitige RĂŒcksichtnahme. «Die Covid-Infektion ist keine ErkĂ€ltung, das ist keine Kleinigkeit», sagt der SPD-Politiker.

Menschen ĂŒber 60 Jahre und mit Risikofaktoren sollten das Risiko bleibender SchĂ€den wie bei Long Covid senken, indem sie sich impfen lassen. Der 60-JĂ€hrige hatte sich zuvor selbst eine Spritze mit dem angepassten Impfstoff geben lassen.

Ab sofort soll das an aktuelle Virusvarianten angepasste PrĂ€parat von Biontech in Praxen zu bekommen sein. FĂŒr diese Impfsaison werden insgesamt 14 Millionen Dosen davon erwartet. Es handelt sich um einen an die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepassten Impfstoff, der besser gegen kursierende Varianten schĂŒtzen soll.

Stiko hÀlt an Impfempfehlungen fest

FĂŒr den neu angepassten Corona-Impfstoff hĂ€lt die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) an ihren bisherigen Impfempfehlungen fest. Bestimmte Risikogruppen sollten sich nach wie vor durch eine Auffrischungsimpfung schĂŒtzen, teilte das Expertengremium mit. Dazu zĂ€hlen etwa Menschen ab 60, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen ab einem Alter von sechs Monaten, Pflege- und Gesundheitspersonal sowie Angehörige von Risikopatienten. «Zu Beginn der Impfsaison sollten sehr alte Menschen sowie weitere Personen mit einem relevanten Risiko fĂŒr schwere Erkrankung bei Infektion vorzugsweise geimpft werden», heißt es.

FĂŒr gesunde Erwachsene gilt weiterhin: Wer zweimal gegen Sars-CoV-2 geimpft sowie geboostert oder infiziert wurde, hat aus Stiko-Sicht eine BasisimmunitĂ€t aufgebaut und muss erst einmal keinen weiteren Booster einplanen. Auch bei gesunden MinderjĂ€hrigen bleibt die Ansage gleich - eine routinemĂ€ĂŸige Corona-Impfung wird nicht empfohlen.

Experten rechnen mit Belastung des Gesundheitswesens

Lauterbach sagte, es sei in diesem Herbst wieder mit sehr vielen InfektionsfĂ€llen zu rechnen. Es gebe aber eine breite ImmunitĂ€t in der Bevölkerung. «Wir brauchen auch keine Maßnahmen im Sinne von KontaktbeschrĂ€nkungen nach allem, was wir derzeit wissen.» Trotzdem sollte jeder sich auch selbst schĂŒtzen, wenn er Risikofaktoren trage. «Dazu kann auch die Maskennutzung gehören in RĂ€umen mit vielen Personen, wenn er ein Risiko hat.»

Offen ist, wie sich die Nachfrage nach der Corona-Impfung entwickeln wird. Die KassenĂ€rztliche Vereinigung in Baden-WĂŒrttemberg rechnet nicht mit einer großen Nachfrage nach den angepassten PrĂ€paraten. «Die neueste Virus-Variante scheint nach allem, was uns bekannt ist, keine anderen VerlĂ€ufe erwarten zu lassen als bisher», teilte der Verband mit.

Der amtierende PrĂ€sident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, sagte, derzeit zirkulierten in Deutschland fast nur Viren der XBB-Sublinien. Es gebe bisher international keine Hinweise, dass diese Varianten mit schwereren Erkrankungsmustern verknĂŒpft wĂ€ren. Lauterbach betonte: «Wir haben alle in der Pandemie mittlerweile gelernt, was es bedeutet, aufeinander RĂŒcksicht zu nehmen.» Er gehe daher davon aus, «dass wir es gemeinsam schaffen werden, auch freiwillig uns gegenseitig zu schĂŒtzen».

Dennoch lĂ€sst sich das Ausmaß der Corona-Welle in Herbst und Winter kaum vorhersagen. Generell rechnen Fachleute wegen des Personalmangels und der saisonalen Infektionswellen mit anderen Erregern wie etwa Grippe oder ErkĂ€ltungen mit einer starken Belastung des Gesundheitswesens.

@ dpa.de