PrĂŒfung ergab VersĂ€umnis in Valeriias Schule
28.06.2024 - 16:50:50Im Fall der getöteten NeunjĂ€hrigen Valeriia aus Döbeln bei Chemnitz gab es am Tag ihres Verschwindens wegen eines VersĂ€umnisses in der Grundschule keinen Anruf bei den Eltern. Das festgestellte Fehlen des Kindes sei nicht an das Sekretariat gemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Landesamtes fĂŒr Schule und Bildung (LaSuB) in Chemnitz auf Anfrage. Die Behörde geht aber nicht von Absicht aus, vielmehr vom hektischen Schulalltag als Ursache. «Im konkreten Fall lagen UmstĂ€nde vor, die, wenn ĂŒberhaupt, auf eine geringe Schuld hindeuten.»Â
Das 2022 mit seiner Mutter aus der Ukraine geflĂŒchtete MĂ€dchen machte sich am 3. Juni morgens auf den Weg zur Schule, kam aber dort nicht an. Tagelang suchten Hunderte Polizisten mit groĂem Aufwand sowie Hubschrauber, Drohnen, Tauchern und Spezialhunden nach dem Kind. Nach gut einer Woche dann wurde die Leiche der Vermissten in einem Wald im Unterholz gefunden, das MĂ€dchen war getötet worden.Â
Wenige Tage spÀter fassten die Ermittler einen TatverdÀchtigen in Prag. Der in einem Restaurant der tschechischen Hauptstadt festgenommene Mann aus der Republik Moldau steht unter dem Verdacht des Totschlags und Mordes. Er ist in Gewahrsam, ein Auslieferungsersuchen wurde gestellt.
DarĂŒber sei bisher nicht entschieden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Chemnitz. «Es gibt noch keinen Termin.» In dem Fall gibt es nach wie vor viele offene Fragen, auch Motiv und Hintergrund des Verbrechens sind unbekannt. Valeriia wurde unterdessen Anfang dieser Woche im heimatlichen Pawlohrad in der Ostukraine beigesetzt.


