Mordfall Valeriia: 36-JĂ€hriger in Prag festgenommen
14.06.2024 - 17:37:08Fahndungserfolg nach dem Tod der kleinen Valeriia: Die Polizei hat einen 36 Jahre alten Mann in Prag festgenommen. Er sei dringend tatverdĂ€chtig, das MĂ€dchen getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit. Der Moldawier sei zuvor per nationalem und europĂ€ischem Haftbefehl gesucht worden. Er sei derzeit in Tschechien in Gewahrsam und solle rasch nach Deutschland ĂŒberstellt werden, hieĂ es.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde der 36-JĂ€hrige am Freitagvormittag gegen 10.15 Uhr in einem Prager Restaurant festgenommen. Weitergehende AuskĂŒnfte wĂŒrden zunĂ€chst nicht erteilt, hieĂ es.
Das aus der Ukraine stammende MÀdchen war am Morgen des 3. Juni auf dem Weg zur Schule spurlos verschwunden. Nach tagelanger Suche wurde am Dienstag ihre Leiche in einem Wald bei Döbeln im Unterholz gefunden - etwa vier Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Valeriia wurde laut Polizei Opfer eines Verbrechens, nach ersten Untersuchungsergebnissen aber nicht sexuell missbraucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags.
Ermittlungen konzentrierten sich auf soziales Umfeld
Die Ermittlungen hatten sich in den vergangenen Tagen vor allem auf das soziale Umfeld des MÀdchens konzentriert. Laut «Bild» handelt es sich bei dem Festgenommenen um den Ex-Freund von Valeriias Mutter.
Die Staatsanwaltschaft Chemnitz wollte sich auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag zunĂ€chst nicht Ă€uĂern. Bereits zuvor hatte die «Bild» berichtet, dass der Ex-Freund die Mutter am Vormittag von Valeriias Verschwinden kontaktiert haben soll. Sein Handy soll in einer Funkzelle in Döbeln eingeloggt gewesen und er von der Ăberwachungskamera eines Nachbarhauses gefilmt worden sein.
Die tschechische Polizei schrieb am Freitagnachmittag auf Twitter, dass die Polizei im Stadtzentrum von Prag einen gesuchten Mann festgenommen habe, der in Deutschland eines Gewaltverbrechens verdÀchtigt werde. Die Kriminal- und die AuslÀnderpolizei in Prag kommunizierten nun mit der deutschen Polizei, hieà es.
Zahlreiche Fragen noch ungeklÀrt
Zahlreiche Fragen sind unterdessen noch offen - etwa zum Motiv und zum Hintergrund des Gewaltverbrechens sowie zur Todesursache. Fragen wirft nach wie vor auch auf, warum die Polizei so spÀt in dem Areal bei Döbeln nach dem MÀdchen gesucht hat. Eine Zeugin hatte am Tag von Valeriias Verschwinden am Stadtrand Schreie gehört und spÀter der Polizei davon berichtet. Laut Polizei hatte dies aber zunÀchst nicht genauer eingegrenzt werden können.
Als die Familie selbst spĂ€ter der Polizei mitteilte, dass sie öfter in dem Wald an den Knollensteinen gewesen sei, wurde die Suche ausgedehnt. GeprĂŒft wird auch ein mögliches Fehlverhalten seitens der Schule. Die hatte Valeriias Mutter nicht wie vorgeschrieben kontaktiert, als das Kind am Montag voriger Woche nicht im Unterricht war.
Das Verbrechen an der kleinen Valeriia hat viele Menschen an ihrem rund 24.000 Einwohner zĂ€hlenden Wohnort Döbeln erschĂŒttert. Viele haben in der NĂ€he der Wohnung des Kindes Kerzen, PlĂŒschtiere, Bilder, Engelsfiguren und Blumen niedergelegt, um ihre Trauer und Fassungslosigkeit auszudrĂŒcken. Am Freitagabend wollen die Einwohner von Döbeln der getöteten Valeriia mit Kerzen in den HĂ€nden auf dem Obermarkt gedenken. Zudem soll es am Sonntag einen Gedenkgottesdienst geben. Das an diesem Wochenende geplante Stadtfest wurde abgesagt.


