Geiselnahme, Ulmer

Geiselnahme am Ulmer MĂŒnsterplatz - Polizei schießt

26.01.2024 - 21:23:04 | dpa.de

Der MĂŒnsterplatz liegt im Herzen Ulms. Eine Geiselnahme direkt am höchsten Kirchturm der Welt löst einen riesigen Polizeieinsatz aus. EinsatzkrĂ€fte strecken den TĂ€ter mit Waffengewalt nieder.

Zwei Polizistinnen stehen hinter einem Absperrband der Polizei am MĂŒnsterplatz. - Foto: Nico Pointner/dpa
Zwei Polizistinnen stehen hinter einem Absperrband der Polizei am MĂŒnsterplatz. - Foto: Nico Pointner/dpa

Die Polizei hat eine Geiselnahme am Ulmer MĂŒnsterplatz mit SchĂŒssen beendet. Der Mann hatte mehrere Menschen in einem GeschĂ€ft am Abend als Geiseln genommen. Das bestĂ€tigte Staatsanwalt Michael Bischofberger vor Ort. Mit einer Geisel hatte der Mann demnach ein GeschĂ€ft verlassen und flĂŒchten wollen.

Dann habe die Polizei auf ihn geschossen. Der VerdĂ€chtige sei verletzt worden und werde in einem Krankenhaus behandelt, so der Staatsanwalt. Die HintergrĂŒnde waren zunĂ€chst unklar. Alle Geiseln seien unverletzt geblieben. Die EinsatzkrĂ€fte hatten mehrere SchĂŒsse abgegeben. Die SchĂŒsse seien außerhalb des GebĂ€udes gefallen.

Gegen 18.45 Uhr hatte die Geiselnahme einer Mitteilung zufolge begonnen. Um 20.20 Uhr habe ein bewaffneter TĂ€ter mit einer Geisel das GebĂ€ude verlassen und sei geflohen. Nach dem Kenntnisstand der Ermittler habe aber nur die Polizei geschossen. Die Beamten hatten wegen des Einsatzes den zentralen MĂŒnsterplatz in Ulm und die ZugĂ€nge dorthin gesperrt. «Das Gebiet weitrĂ€umig meiden», schrieb das PrĂ€sidium im Kurznachrichtendienst X (frĂŒher: Twitter). «Wir gehen davon aus, dass der TĂ€ter bewaffnet war und eine erhebliche Gefahr von ihm ausging», sagte der Staatsanwalt.

Polizeisprecher: Keine Gefahr fĂŒr Bevölkerung

Ein Sprecher der Polizei sagte, fĂŒr die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Um die Polizistinnen und Polizisten bei ihrer Arbeit nicht zu behindern, sollten Menschen das Gebiet aber möglichst meiden. Polizisten schickten Passanten vom MĂŒnsterplatz und sperrten das GelĂ€nde mit rot-weiß-gestreiftem Flatterband ab. Das Stadthaus wurde gerĂ€umt. Dort hatte es am Abend eine Veranstaltung gegeben.

Eine Passantin berichtete der dpa, sie habe drei SchĂŒsse gehört. «Mein Herz hat gepumpert.» In dem Moment habe sie ĂŒberhaupt nichts mehr gedacht, sondern sei einfach weggerannt.

Auf dem GelÀnde herrschte wÀhrend des Einsatzes am spÀteren Abend Leere und gespannte Stille. Neben der Jahrhunderte alten Kirche stand ein gepanzertes Fahrzeug des Spezialeinsatzkommandos. Blaulicht blinkte. Junge Menschen standen an den Absperrungen, einige filmten mit Handys und unterhielten sich leise.

TĂ€ter wollte sich vom SEK erschießen lassen

Der Geiselnehmer vom Ulmer MĂŒnsterplatz wurde nach dpa-Informationen schwer verletzt. Der mutmaßliche TĂ€ter soll wohl bei der Bundeswehr gewesen sein, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Er habe mehrere Kurz- und Langwaffen dabeigehabt. Sicherheitskreise berichteten, der TĂ€ter habe wohl wĂ€hrend der Geiselnahme angegeben, sich vom SEK erschießen lassen zu wollen.

Wegen des Schusswaffengebrauchs durch die Polizei ist auch das Landeskriminalamt (LKA) in die Ermittlungen involviert. Das sei ĂŒblich, wenn die Polizei auf Menschen schieße, erklĂ€rte ein Sprecher des Ulmer PrĂ€sidiums. Ein Spezialeinsatzkommando sei im Einsatz gewesen. Wie viele Beamte wie oft geschossen hĂ€tten, vermochte der Sprecher zunĂ€chst nicht zu sagen.

Der MĂŒnsterplatz liegt im Herzen der 130.000-Einwohner-Stadt an der Donau, an der Grenze zwischen Baden-WĂŒrttemberg und Bayern. Wahrzeichen der Stadt ist das Ulmer MĂŒnster auf jenem Platz, an dem der Einsatzort liegt. Es hat den mit 161,53 Metern höchsten Kirchturm der Welt.

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