Deutschland, Bayern

Auf Schneechaos und GlÀtte folgt milde Luft

20.02.2026 - 15:16:31 | dpa.de

Der Schnee hat wieder einmal den Verkehr in der Luft und am Boden im SĂŒden lahmgelegt. Doch am Wochenende steigen die Temperaturen wieder deutlich. Zuvor kann es in der Nacht noch einmal glatt werden.

  • Am Freitagmorgen war rund um Wien Schneeschippen angesagt. - Bild: Helmut Fohringer/APA/dpa
    Am Freitagmorgen war rund um Wien Schneeschippen angesagt. - Bild: Helmut Fohringer/APA/dpa
  • Starker Schneefall bremst den Verkehr am Flughafen Wien aus. - Bild: Unbekannt/FLUGHAFEN WIEN/APA/dpa
    Starker Schneefall bremst den Verkehr am Flughafen Wien aus. - Bild: Unbekannt/FLUGHAFEN WIEN/APA/dpa
  • Die Straßen in Wien prĂ€sentieren sich weiß. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa
    Die Straßen in Wien prĂ€sentieren sich weiß. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa
  • Auch in Bayern - wie hier in MĂŒnchen - hat es stark geschneit.  - Bild: Lukas Barth-Tuttas/dpa
    Auch in Bayern - wie hier in MĂŒnchen - hat es stark geschneit. - Bild: Lukas Barth-Tuttas/dpa
  • Auch im Norden Deutschlands zeigten sich weiter dicke Schneedecken. - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
    Auch im Norden Deutschlands zeigten sich weiter dicke Schneedecken. - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
Am Freitagmorgen war rund um Wien Schneeschippen angesagt. - Bild: Helmut Fohringer/APA/dpa Starker Schneefall bremst den Verkehr am Flughafen Wien aus. - Bild: Unbekannt/FLUGHAFEN WIEN/APA/dpa Die Straßen in Wien prĂ€sentieren sich weiß. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa Auch in Bayern - wie hier in MĂŒnchen - hat es stark geschneit.  - Bild: Lukas Barth-Tuttas/dpa Auch im Norden Deutschlands zeigten sich weiter dicke Schneedecken. - Bild: Jens BĂŒttner/dpa

Erst heftige SchneefĂ€lle, dann der nĂ€chste Winterumschwung: In Deutschland kĂŒndigt sich nach zahlreichen FlugausfĂ€llen und UnfĂ€llen bereits der nĂ€chste Wetterwechsel an. WĂ€hrend der Winter am Freitag vor allem in Bayern und Österreich noch einmal fĂŒr erhebliche Behinderungen sorgte, stellt sich zum Wochenende bundesweit deutlich mildere Luft rein. Zuvor warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) allerdings noch einmal vor GlĂ€tte in der kommenden Nacht.

In der Nacht droht erneut GlÀtte

Bis zum Abend lĂ€sst der Schneefall nach Angaben des DWD an den Alpen nach. In der Nacht zum Samstag kann es jedoch vor allem in den Mittelgebirgen und erneut im Alpenraum noch einmal schneien. Erwartet werden ein bis fĂŒnf Zentimeter Neuschnee ab etwa 400 bis 600 Metern. In der OsthĂ€lfte Deutschlands ist vorĂŒbergehend auch in tieferen Lagen leichter Schneefall möglich.

Zudem rechnen die Meteorologen gebietsweise mit gefrierendem Regen – etwa östlich einer Linie Ostholstein–Harz–SchwĂ€bische Alb. «Das bedeutet wie so hĂ€ufig dieser Tage EinschrĂ€nkungen im Straßen- und Schienenverkehr», sagte DWD-Meteorologe Thorsten Kaluza. Auch fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer könne es glatt werden.

Am Wochenende wird es deutlich wÀrmer

Ab Samstag setzt sich dann zunehmend mildere Luft durch. WÀhrend im Nordosten am Freitag noch Dauerfrost herrschte, werden am Wochenende bundesweit deutlich höhere Temperaturen erwartet. Die Höchstwerte liegen am Samstag zwischen 8 und 12 Grad, am Sonntag sind örtlich bis zu 15 Grad möglich. «Am Sonntag findet man kaum noch Maxima unter 10 Grad Plus», sagte Kaluza.

Mit der milderen Luft kommt allerdings auch wechselhaftes Wetter: In rascher Folge ziehen TiefauslĂ€ufer mit Regen ĂŒber Deutschland hinweg. Laut DWD könnten die NiederschlĂ€ge regional auch relevant fĂŒr mögliche Warnungen werden. Wo noch Schnee liegt, kann zusĂ€tzlich Schmelzwasser abfließen.

Chaos an FlughĂ€fen in MĂŒnchen und Wien

Am MĂŒnchner Flughafen kam es erneut zu VerspĂ€tungen und Streichungen. Mittlerweile seien die BeeintrĂ€chtigungen durch das Wetter jedoch ĂŒberwunden, sodass Starts und Landungen wie geplant liefen, sagte ein Sprecher am Nachmittag. Am Donnerstag war es den Angaben zufolge zu 100 Annullierungen gekommen, am Freitag zu rund 50. Wegen besserer Wetteraussichten seien am Wochenende keine BeeintrĂ€chtigungen mehr zu erwarten.

In Wien war der Flugbetrieb wegen rund 20 Zentimetern Neuschnee in der Nacht vorĂŒbergehend eingestellt worden. Mehr als 150 FlĂŒge wurden gestrichen. Gegen Mittag nahm der Airport den Betrieb wieder auf, VerspĂ€tungen und weitere AusfĂ€lle seien jedoch nicht ausgeschlossen.

Der Winterdienst sei seit Donnerstagabend durchgehend im Einsatz, hieß es. Etwa 1.000 Lastwagen-Ladungen mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee seien bisher beseitigt worden.

Wetterchaos in Bayern

Auch auf den Straßen kam es zu zahlreichen EinsĂ€tzen – vor allem in Oberbayern und Schwaben rĂŒckten die EinsatzkrĂ€fte vermehrt aus, wie die PolizeiprĂ€sidien mitteilten.

Allein im sĂŒdlichen Oberbayern habe es rund 75 EinsĂ€tze wegen Schneefalls und GlĂ€tte gegeben, sagte ein Polizeisprecher. HĂ€ufig blieb es bei UnfĂ€llen mit BlechschĂ€den. Insgesamt zwölf Menschen wurden demnach leicht verletzt. Mal stießen die Autofahrer gegen die Leitplanke, mal landeten sie im Graben. Außerdem war Schneebruch ein Problem: Mehrere BĂ€ume stĂŒrzten dadurch auf die Straßen.

Auch im Norden Oberbayerns gab es laut einem Sprecher in der Nacht mehr UnfÀlle als sonst. Eine genaue Anzahl gab er nicht an. Es gebe aber keine Verletzten.

Schwerer Unfall am MĂŒnchner Autobahnring

In Unterfranken hingegen beruhigte sich die Lage noch am Donnerstagabend, wie ein Sprecher erklĂ€rte. Bis dahin rĂŒckten die EinsatzkrĂ€fte des PolizeiprĂ€sidiums Unterfranken demnach allerdings zu mehr als 100 EinsĂ€tzen aus. In der Nacht sei nichts mehr dazugekommen.

Zu einem schweren Unfall war es am spĂ€ten Donnerstagabend am MĂŒnchner Autobahnring gekommen. Ein Familienvater fuhr von der A99 bei Aschheim auf einen Parkplatz ab, kam von der winterlichen Fahrbahn ab und prallte gegen einen geparkten Sattelzug. Das Auto schob sich unter den Auflieger des Lastwagens. Der 51 Jahre alte Fahrer, seine 47-jĂ€hrige Ehefrau und ihre zehn Jahre alte Tochter kamen schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Lawine schiebt Bus von der Straße

Im österreichischen Bundesland Tirol wurde ein Bus, der Firmenangestellte zu ihrem Unternehmen bringen sollte, von einer Lawine erfasst und von der Straße geschoben. Keiner der zwölf Insassen sei verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Bereits am Donnerstag war ein MĂŒnchner Autofahrer in Österreich mit einem RĂ€umfahrzeug kollidiert und mit seinem Auto 30 Meter in steilem GelĂ€nde abgestĂŒrzt. Der 52-JĂ€hrige war mit seiner 17 Jahre alten Tochter bei Sölden auf einer schneebedeckten Straße bergab unterwegs, wie die Polizei mitteilte. In einer Linkskurve kam ihm das RĂ€umfahrzeug entgegen, wobei ihr Auto mit diesem kollidierte. Bei dem Absturz wurden der Fahrer schwer und die Tochter leicht verletzt. Obwohl bei schneebedeckter Straße auf der Route Schneeketten Pflicht seien, seien beim Unfallfahrzeug keine montiert gewesen, hieß es.

Rund 30.000 Haushalte in der Steiermark ohne Strom 

In der Steiermark waren rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Dort waren nach einer StörungsĂŒbersicht der Energienetze Steiermark viele Trafo-Stationen ausgefallen.

Auch auf Bahnstrecken machte sich das Winterwetter bemerkbar. So fiel auf der Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck ein Baum auf die Gleise und beschĂ€digte die Oberleitung. Die ZĂŒge aus MĂŒnchen endeten deshalb vorzeitig am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen.

Hohe Lawinengefahr in vielen Wintersportregionen 

In Norditalien wurde derweil ein weiterer tödlicher Lawinenabgang gemeldet. Ein 54-JĂ€hriger war nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstagnachmittag mit einer Gruppe weiterer Deutscher auf einer Skitour auf 2.550 Metern Höhe in der NĂ€he der Gemeinde Saint-Nicolas im Aostatal an der Grenze zu Frankreich unterwegs, als es zu dem UnglĂŒck kam.

Zwei Skitourengeher wurden verschĂŒttet, einer von ihnen starb nach Ansa-Angaben spĂ€ter im Krankenhaus an den Folgen der UnterkĂŒhlung. Angesichts ergiebiger SchneefĂ€lle ist die Lawinengefahr in vielen Wintersportregionen Europas derzeit hoch. In den vergangenen Tagen gab es auch in Österreich, Frankreich und der Schweiz mehrere tödliche UnglĂŒcke.

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