Verband: Klima gegen queere Menschen deutlich verschÀrft
17.05.2024 - 06:01:54Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Menschen sehen sich nach EinschÀtzung ihrer InteressenverbÀnde zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. «Das gesellschaftliche Klima gegen queere Menschen hat sich im letzten Jahr nochmal deutlich verschÀrft», sagte Mara Geri vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands zum Tag gegen Homophobie der Deutschen Presse-Agentur.
Schon seit Jahren steige die Zahl der Ăbergriffe. Dieser Trend setzte sich auch im vergangenen Jahr fort, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Demnach stieg die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung deutlich. Die offizielle Statistik dazu will Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am nĂ€chsten Dienstag vorlegen.
2022 wurden laut dem Ministerium bundesweit 1005 Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und intersexuelle Menschen registriert. Darunter seien 227 Gewalttaten gewesen. 2023 seien die Fallzahlen in den Kategorien «Frauenfeindlich», «Sexuelle Orientierung» und «geschlechtsbezogene DiversitÀt» im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, hieà es nun aus Kreisen.
«Wir beobachten mit groĂer Sorge die Zunahme an queerfeindlichen Ăbergriffen», sagte Geri dazu. Es gebe vor allem rechtsextreme Stimmungsmache. «Durch DĂ€monisierung von LSBTIQ* und gezielte Desinformation sollen Hass und Hetze wieder salonfĂ€hig werden - und aus diesen Worten werden Taten», sagte Geri. LGBT ist die englische AbkĂŒrzung fĂŒr lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender.
Hohe Dunkelziffer befĂŒrchtet
Der Verband geht bei der Zahl der VorfĂ€lle von einer groĂen Dunkelziffer aus, «weil die eindeutige Feststellung eines queerfeindlichen Motivs schwierig ist und Betroffene aus Scham oder Misstrauen gegenĂŒber der Polizei Straftaten teilweise nicht melden». Ăhnlich sieht es der Bundesverband Trans* e.V.. «Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs.» Von zivilgesellschaftlicher Seite gebe es kein vergleichbares flĂ€chendeckendes Monitoring, das GewaltfĂ€lle bundesweit registriere.
Der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie geht auf den 17. Mai 1990 zurĂŒck: Damals beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), HomosexualitĂ€t von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.


