Mordprozess von Illerkirchberg: PlÀdoyers stehen an
27.06.2023 - 05:20:09 | dpa.de
Im Mordprozess um den Messerangriff in Illerkirchberg sĂŒdlich von Ulm sollen heute Vormittag die PlĂ€doyers vor dem Ulmer Landgericht gehalten werden. Ein 27-JĂ€hriger steht dort vor Gericht, der als Asylbewerber aus Eritrea nach Deutschland gekommen war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und versuchten Mord mit gefĂ€hrlicher Körperverletzung vor.
Im Dezember vergangenen Jahres soll der Mann mit einem Messer auf zwei SchĂŒlerinnen losgegangen sein. Eine 14-JĂ€hrige ĂŒberlebte den Angriff nicht, ihre 13 Jahre alte Freundin konnte fliehen.Â
Der Staatsanwaltschaft zufolge wollte der Beschuldigte am Tattag Reisedokumente fĂŒr eine EheschlieĂung in Ăthiopien beim Landratsamt des Alb-Donau-Kreises mit einem Messer erzwingen. Laut dem psychiatrischen SachverstĂ€ndigen war es ein groĂes Problem fĂŒr den Angeklagten, dass er keine Frau hatte.
Der Anklage zufolge liefen die beiden MĂ€dchen in dem Moment am Haus des Mannes vorbei, als er es verlieĂ. In der Annahme, die SchĂŒlerinnen hĂ€tten das Messer gesehen, soll er spontan beschlossen haben, sie zu töten. So habe er verhindern wollen, dass die MĂ€dchen die Polizei verstĂ€ndigen und seinen Plan durchkreuzen. Ein Polizist, der nach der Tat mit der 13-JĂ€hrigen gesprochen hatte, hatte vor Gericht ausgesagt: «Die beiden haben gar kein Messer oder so etwas gesehen.» Das Verbrechen im Dezember hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt.
In der vergangenen Woche wurde ein Mann vor dem bayerischen Amtsgericht Neu-Ulm wegen zwei FĂ€llen der Billigung einer Straftat zu einer Geldstrafe von 1750 Euro verurteilt. Einem Sprecher des Gerichts zufolge hatte er unter einem Facebook-Post der Polizei Ulm zum Illerkirchberg-Prozess einen Hasskommentar geschrieben. Darin befand er, dass der mutmaĂliche TĂ€ter Gewalt verdient habe.
Ein Urteil in dem Mordprozess könnte Anfang Juli ergehen.
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