Trump, Kennedy-Kulturzentrum

Trump will auch im Kennedy-Kulturzentrum das Sagen haben

08.02.2025 - 12:25:41

Der US-PrÀsident greift nach der Kultur: Ihm unliebsame Shows mit Dragqueens soll es im Kennedy-Center nicht mehr geben. Deshalb will er sich dort zum Boss machen.

US-PrĂ€sident Donald Trump will das renommierte Kennedy Center, die grĂ¶ĂŸte Kultureinrichtung der Hauptstadt Washington, unter seine Kontrolle bringen. Er habe beschlossen, umgehend mehrere Personen aus dem Kuratorium zu entlassen, darunter auch den Vorsitzenden, schrieb der Republikaner am spĂ€ten Freitagabend (Ortszeit) auf seiner Online-Plattform Truth Social. Den Vorsitz werde er selbst ĂŒbernehmen, ergĂ€nzte Trump.

Derzeitiger Vorsitzender des John F. Kennedy Center for Performing Arts ist der MilliardĂ€r und Philanthrop David Rubenstein, der laut US-Medien ein VerbĂŒndeter von Trumps AmtsvorgĂ€nger Joe Biden ist und bis 2026 gewĂ€hlt worden war. 

Die jetzigen Board-Mitglieder teilten nicht «unsere Vision eines goldenen Zeitalters der Kunst und Kultur», schrieb Trump. Er kritisierte, dass das Kennedy Center im vergangenen Jahr auch Drag-Shows gezeigt habe, die auf ein junges Publikum abgezielt hÀtten. Damit sei nun Schluss.

Das Kennedy Center teilte mit, es habe noch keine offizielle Benachrichtigung aus dem Weißen Haus bezĂŒglich einer neuen Besetzung des Kuratoriums bekommen. Wohl aber hĂ€tten Mitglieder des Kuratoriums KĂŒndigungen erhalten. In der Geschichte des 1971 eröffneten Zentrums sei das Eingreifen Trumps ein noch nie dagewesener Vorgang. 

In der Mitteilung betonte das nach dem frĂŒheren PrĂ€sidenten John F. Kennedy (1917-1963) benannte Zentrum, dass dieses aus öffentlichen wie privaten Mitteln finanziert werde. Im Laufe der Geschichte sei es gleichermaßen von Republikanern, Demokraten und UnabhĂ€ngigen unterstĂŒtzt worden.

@ dpa.de