Statistiker: So viele Menschen in Deutschland wie nie zuvor
20.06.2025 - 10:46:20Zum Jahresende 2024 haben in Deutschland knapp 83,6 Millionen Menschen gelebt - so viele wie nie zuvor. Die Bevölkerung wuchs im Jahresvergleich leicht um 121.000 Personen beziehungsweise 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Der Zuwachs schwÀchte sich allerdings ab, im Vorjahr hatte er noch 338.000 Menschen beziehungsweise 0,4 Prozent betragen.
Zwar war bereits 2022 die Zahl von 84 Millionen Einwohnern in Deutschland ermittelt worden - doch beim Zensus im selben Jahr, einer groĂangelegten Erhebung unter anderem von Bevölkerungszahlen, war festgestellt worden, dass die Zahl zu hoch angesetzt war. Sie wurde damals auf 82,7 Millionen abgesenkt.
Das Statistische Bundesamt errechnet die Bevölkerungszahl unter anderem aus amtlichen Angaben zu Geburten und SterbefĂ€llen. Dazu hat es endgĂŒltige Zahlen verwendet, die intern bereits vorliegen, aber erst in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.Â
Als Anhaltspunkt können vorlĂ€ufige Zahlen dienen, bei denen es allerdings noch Verschiebungen geben kann. Diesen vorlĂ€ufigen Zahlen zufolge gab es 2024 einen Ăberschuss von SterbefĂ€llen in Höhe von 330.000, das wĂ€re Ă€hnlich hoch wie im Vorjahr.Â
Auch der sogenannte Wanderungssaldo flieĂt in die Berechnung ein - also die Differenz zwischen Zu- und FortzĂŒgen. Dieser sank vorlĂ€ufigen Angaben zufolge 2024 von 660.000 auf 420.000. Das Bevölkerungswachstum sei wie im Vorjahr darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass mehr Menschen einwanderten als fortzogen, bilanzierte das Bundesamt.
Zuwachs nur im Westen
Die Bevölkerung nahm in den westlichen BundeslĂ€ndern um 0,2 Prozent zu, in den östlichen BundeslĂ€ndern (ohne Berlin) nahm sie um 0,3 Prozent ab. Den gröĂten absoluten Zuwachs verzeichnete der Statistik zufolge Bayern mit plus 73.000 Menschen. Im VerhĂ€ltnis zur Bevölkerung erlebten den gröĂten Zuwachs ebenfalls Bayern sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit jeweils 0,6 Prozent.Â
Am meisten Einwohner bĂŒĂten ThĂŒringen (minus 15.000 oder minus 0,7 Prozent), Sachsen (minus 12.000 oder minus 0,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (minus 9.000 oder minus 0,4 Prozent) ein.
Mehr Àltere Menschen
Je nach Altersgruppe sieht die Entwicklung anders aus: Es gab mehr 60- bis 79-JĂ€hrige (plus 2,2 Prozent) und weniger 40- bis 59-JĂ€hrige (minus 1,4 Prozent). Hauptgrund sei, dass der geburtenstarke Jahrgang 1964 in die Altersgruppe der 60- bis 79-JĂ€hrigen hineingewechselt sei, erklĂ€rte das Bundesamt.Â
Auch die Zahl der Menschen im Alter von 80 und Ă€lter mit stieg (plus 0,2 Prozent). Damit seien 30,5 Prozent der Menschen in Deutschland zum Stichtag 60 Jahre oder Ă€lter gewesen.Â
Höherer AuslÀnderanteil
Die auslÀndische Bevölkerung wuchs den Angaben zufolge vergangenes Jahr um 2,3 Prozent auf 12,4 Millionen, die deutsche Bevölkerung nahm um 0,2 Prozent auf 71,2 Millionen ab. Der AuslÀnderanteil erhöhte sich demnach insgesamt von 14,5 auf 14,8 Prozent. Den höchsten Anteil stellte die Altersgruppe der 20- bis 59-JÀhrigen mit 19,7 Prozent, den niedrigsten die ab 60-JÀhrigen mit 6,3 Prozent.
Die gröĂte Gruppe bildeten wie in den vergangenen Jahren TĂŒrkinnen und TĂŒrken (1,403 Millionen), wie das Bundesamt berichtet. Es folgten Staatsangehörige aus der Ukraine (1,085 Millionen), Syrien (889.000), RumĂ€nien (771.000) und Polen (723.000).


