Hitzewelle naht â Feuer bei Bordeaux bleibt Herausforderung
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 02:00 Uhr | dpa.deVor Beginn einer neuen Hitzewelle in Frankreich versucht die Feuerwehr, die an der AtlantikkĂŒste wĂŒtenden WaldbrĂ€nde weiter einzudĂ€mmen. WĂ€hrend der gröĂere der beiden BrĂ€nde bei Bordeaux den EinsatzkrĂ€ften weiterhin zu schaffen mache, sei der flĂ€chenmĂ€Ăig kleinere Brand inzwischen unter Kontrolle, sagte PrĂ€sident Emmanuel Macron beim Besuch der Einsatzleitung am Abend in Bordeaux. «Wir werden diesen Kampf zum Schutz der Bevölkerung gewinnen», sagte Macron und lobte «die bemerkenswerte Arbeit zum Schutz der Zivilbevölkerung».
2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind in der Region im Einsatz. UnterstĂŒtzung ist nicht nur aus weiten Teilen Frankreichs, sondern auch aus dem Ausland eingetroffen. Aus Deutschland kamen am Montagnachmittag zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug A400M mit Material in der Krisenregion an. Sie sollten die französischen KrĂ€fte bei der BekĂ€mpfung der BrĂ€nde in der Umgebung von Bordeaux unterstĂŒtzen, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit. Der Einsatz sei zunĂ€chst auf fĂŒnf Tage begrenzt.Â
Schneisen im Wald sollen Feuer stoppen
Um dem Feuer die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung zu nehmen, wurden am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald gerodet. Ein Ăbergreifen der Flammen auf weitere Gebiete soll damit verhindert werden. FĂŒr die BrandbekĂ€mpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieĂ es von den Behörden.
Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion an der AtlantikkĂŒste in Sicherheit gebracht, auch viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometern der GroĂstadt Bordeaux genĂ€hert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine FlĂ€che gröĂer als die Stadt Köln. Seit der Nacht zum Montag hat die Feuerwehr allerdings eine weitere Ausbreitung verhindern können, die Lage habe sich stabilisiert, hieĂ es.
Tourismusregion bangt um SommergeschÀft
Die von WaldbrĂ€nden betroffene Tourismusregion um Bordeaux bangt unterdessen um die Saison, nachdem die Regierung Urlauber aufgerufen hat, vorerst nicht anzureisen. «Das ist ein schwerer Schlag fĂŒr einen GroĂteil des vorwiegend vom Tourismus geprĂ€gten Departements - der Tourismus ist komplett zum Erliegen gekommen, die Saison ist vorbei», sagte der PrĂ€sident der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Gironde, Patrick Seguin, wie der Sender BFMTV berichtete. «Wir bitten die Französinnen und Franzosen eindringlich, sich nicht in die Gironde zu begeben, solange das Feuer noch nicht unter Kontrolle ist», hatte Regierungssprecherin Maud Bregeon am Montagmorgen gesagt.
Leichte Entspannung in Spanien
In Spanien zeichnet sich eine leichte Entspannung der Lage ab, die Behörden warnen jedoch vor verfrĂŒhter Entwarnung. Besonders betroffen bleiben die Provinz Ăvila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo, wo die BrĂ€nde zusammen knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland verwĂŒstet haben. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der BrĂ€nde deutlich verlangsamt.
Rund 90.000 Menschen waren zuletzt von Evakuierungen oder AusgangsbeschrÀnkungen betroffen. Die kommenden Stunden gelten als entscheidend, da der Wetterdienst Aemet ab Mittwoch eine neue Hitzewelle erwartet. Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter; dort mussten rund 16.000 Menschen ihre HÀuser verlassen.
