Tote, Beben

Viele Tote bei schwerem Beben in SĂŒdostasien befĂŒrchtet

28.03.2025 - 13:00:39

Die Erde bebt minutenlang, GebĂ€ude und BrĂŒcken stĂŒrzen ein. Das Zentrum ist in Myanmar, wo es viele Tote geben könnte. Aber auch in mehreren anderen LĂ€ndern der Region ist das Beben zu spĂŒren.

  • Ein Hochhaus-Rohbau stĂŒrzte in Bangkok ein. - Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa

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  • Auch Pagoden und Klosteranlagen wurden beschĂ€digt. - Foto: Aung Shine Oo/AP/dpa

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  • In Thailands Hauptstadt Bangkok zittert minutenlang die Erde, Menschen verlassen GebĂ€ude.  - Foto: Chutima Lalit/AP/dpa

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  • Zahlreiche Menschen flohen in Yangon auf die Straße. - Foto: --/XinHua/dpa

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Ein Hochhaus-Rohbau stĂŒrzte in Bangkok ein. - Foto: Sakchai Lalit/AP/dpaAuch Pagoden und Klosteranlagen wurden beschĂ€digt. - Foto: Aung Shine Oo/AP/dpaIn Thailands Hauptstadt Bangkok zittert minutenlang die Erde, Menschen verlassen GebĂ€ude.  - Foto: Chutima Lalit/AP/dpaZahlreiche Menschen flohen in Yangon auf die Straße. - Foto: --/XinHua/dpa

Ein starkes Erdbeben hat mehrere LĂ€nder SĂŒdostasiens erschĂŒttert und nach ersten Informationen große SchĂ€den angerichtet. In Myanmar, wo das Epizentrum lag, kamen nach Medienberichten mindestens 21 Menschen ums Leben. Es werde mit weiteren Todesopfern gerechnet. In Thailand wurden drei TodesfĂ€lle offiziell bestĂ€tigt.

Zu spĂŒren war das Beben unter anderem in Thailands Hauptstadt Bangkok, aber auch in Teilen Indiens, Chinas und in Vietnams Hauptstadt Hanoi. Die Stadtverwaltung erklĂ€rte Bangkok zum Katastrophengebiet. Das Ausmaß der SchĂ€den sowie die Zahl von Toten und Verletzten in allen betroffenen LĂ€ndern ist noch unklar. 

Die herrschende MilitĂ€rjunta rief in mehreren Regionen Myanmars den Notstand aus. Im ehemaligen Birma stĂŒrzten als Folge der heftigen ErdstĂ¶ĂŸe unter anderem eine Moschee und ein Kloster ein. Das Rote Kreuz in Myanmar spricht von verheerenden SchĂ€den. Es bestehe große Sorge, dass DĂ€mme am Fluss Irrawaddy beschĂ€digt worden seien und brechen könnten. 

Hochhaus eingestĂŒrzt

In Bangkok brach der Rohbau eines mehr als 30 Stockwerke hohen GebĂ€udes nach den ErschĂŒtterungen in sich zusammen. Videos im Internet zeigten, wie Arbeiter vor dem einstĂŒrzenden Hochhaus davonliefen. Thailands Institut fĂŒr Notfallmedizin meldete dort drei Tote und 68 Verletzte. Nach Medienberichten werden mehr als 80 Arbeiter noch vermisst.

Das AuswĂ€rtige Amt teilte mit, es gebe keine Erkenntnisse ĂŒber betroffene Deutsche. Die Lage sei aber noch sehr unĂŒbersichtlich. Auf den bei Urlaubern beliebten Inseln Koh Samui und Phuket spĂŒrten Anwohner nichts von dem Erdstoß. 

Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam verzeichnete fĂŒr das Erdbeben eine StĂ€rke von 7,6 in Myanmar in einer Tiefe von circa 20 Kilometern. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte ein Beben der StĂ€rke 7,7 in zehn Kilometer Tiefe. Die Erde habe teils minutenlang gezittert, hieß es. Zudem registrierten die US-Forscher ein paar Minuten spĂ€ter etwas sĂŒdlich ein weiteres Erbeben mit einer StĂ€rke von 6,4. 

Myanmar schon gezeichnet durch Chaos und Gewalt 

Das stĂ€rkere Beben ereignete sich etwa 50 Kilometer östlich von Monywa im Zentrum Myanmars. In dem östlich davon gelegenen Mandalay, der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt des Landes, kamen nach Medienberichten zehn Menschen beim Einsturz einer Moschee ums Leben. In Taungoo brach ein Kloster ein, in dem Vertriebene untergebracht waren. In Sagaing stĂŒrzte eine alte BrĂŒcke ein. Fotos zeigten zudem beschĂ€digte historische Pagoden in Myanmars Hauptstadt Naypyitaw. 

Seit einem MilitĂ€rputsch im Februar 2021 versinkt das frĂŒhere Birma ohnehin schon in Gewalt und Chaos, verschiedene Rebellengruppen kĂ€mpfen teils erfolgreich gegen die Armee. Aus dem Land dringen nur wenige Informationen nach außen.

Die Kliniken brauchen nach Angaben von General Zaw Min Tun, dem Sprecher der MilitĂ€rjunta in Myanmar, dringend Blutkonserven. In Mandalay seien die KrankenhĂ€user mit der Menge an Verletzten ĂŒberfordert, schilderte Bewohner Zin Nyi, der dort an den Rettungsarbeiten beteiligt war, der Deutschen Presse-Agentur. «Viele meiner Freunde waren zum Gebet in der Moschee. Als ich dort ankam, war die Moschee eingestĂŒrzt», sagte er. Das gelte fĂŒr viele GebĂ€ude der Stadt. An allen Ecken sei Weinen zu hören. 

Nach Angaben von Yin Yin Thwe, einer Bewohnerin von Mandalay, steckten viele Menschen unter den TrĂŒmmern fest. Es gebe zu wenige Helfer. Mehrere internationale Hilfsorganisationen teilten mit, erste Nothilfsmaßnahmen wĂŒrden eingeleitet.

Panik in Bangkok

In Bangkok bebte minutenlang die Erde, Menschen verließen in Panik ihre HĂ€user. Auch noch Stunden nach dem Beben waren Sirenen zu hören. Im Stadtteil Silom im Zentrum der Hauptstadt waren Tausende Menschen auf der Straße, viele rannten. Sofort waren auch Helfer im Einsatz, die die Menschen anleiteten, sich unter freien Himmel zu begeben und die GebĂ€ude zu verlassen. Aus den KrankenhĂ€usern wurden Patienten auf die Straßen gebracht. In vielen Wohnanlagen ließ das Beben die Schwimmbecken ĂŒberschwappen.

Thailands MinisterprĂ€sidentin Paetongtarn Shinawatra erklĂ€rte am Abend (Ortszeit), die SchĂ€den hielten sich in Grenzen. Ein Tsunami-Risiko bestehe nicht. Die Menschen könnten in ihre Wohnungen zurĂŒckkehren.

SchÀden und Verletzte in China

In China war das Beben in der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan in SĂŒdwestchina deutlich zu spĂŒren, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Der Katastrophenschutz in der Stadt Ruili sprach von SchĂ€den an HĂ€usern und Verletzen, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten. 

Auch in den chinesischen Provinzen Guizhou und Guangxi waren die ErdstĂ¶ĂŸe zu spĂŒren. Aus Vietnam, wo etwa in der Hauptstadt Hanoi die Erde bebte, wurden zunĂ€chst keine SchĂ€den bekannt.

Nachbeben wahrscheinlich

In den betroffenen LĂ€ndern herrschte Angst vor möglichen Nachbeben. Mit solchen sei zu rechnen, sagte der Geophysiker Oliver Heidbach vom Deutschen Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist von großer Bedeutung, weil dann die seismischen Wellen, die durch starke Nachbeben erzeugt werden, schon auf vorgeschĂ€digte GebĂ€ude treffen.» Rettungsarbeiten könnten dadurch erschwert oder sehr gefĂ€hrlich werden. 

Das Epizentrum hat nach Angaben des Wissenschaftlers an einer sogenannten Störung gelegen, die die Bewegung der indischen Platte abfÀngt. Dort gebe es etwa alle 100 Jahre ein starkes Beben im Magnitudenbereich 7.

Oft verheerende SchÀden

Bei schweren Erdbeben wie jetzt in Myanmar sind die SchÀden meist verheerend. Oft sterben Tausende, durch die Zerstörungen verlieren ganze Bevölkerungen ihr Zuhause. Gerade Asien ist immer wieder betroffen. Afghanistan (Juni 2022), Indonesien (September 2018) und Nepal (Mai 2015) erleben Katastrophen mit Tausenden Toten. 

Als besonders verheerend ist das Erdbeben vom MĂ€rz 2011 vor der japanischen OstkĂŒste in Erinnerung, das fast 16.000 Menschenleben forderte und die Havarie des Atomkraftwerks in Fukushima verursachte.

@ dpa.de