Zahl, Todesopfer

Zahl der Todesopfer nach Erdbeben in Japan steigt weiter

02.01.2024 - 06:20:42

Die Erde in Japan kommt nicht zur Ruhe. Eine Tsunami-Warnung ist zwar inzwischen aufgehoben, doch die ErdstĂ¶ĂŸe dauern weiter an. Die herbeigeeilten EinsatzkrĂ€fte suchen fieberhaft nach Überlebenden.

Die Zahl der Todesopfer infolge einer Serie starker Erdbeben an der WestkĂŒste Japans ist weiter gestiegen. In der schwer betroffenen PrĂ€fektur Ishikawa seien mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen, berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Dienstag. Eine am Vortag fĂŒr die gesamte WestkĂŒste Japans ausgegebene Warnung vor Tsunami-Flutwellen hob die meteorologische Behörde wieder auf. Die ErschĂŒtterungen verursachten erhebliche SchĂ€den. Rund 100.000 Menschen waren wĂ€hrend der Neujahrsfeierlichkeiten aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Ein erstes besonders heftiges Erdbeben hatte am Montagnachmittag kurz vor Einbruch der Dunkelheit die StĂ€rke von 7,6 erreicht. Das Epizentrum lag im Gebiet der Halbinsel Noto in Ishikawa. Bei Tagesanbruch bemĂŒhten sich die EinsatzkrĂ€fte, das ganze Ausmaß der Zerstörungen zu erfassen und nach Überlebenden zu suchen. «Die Suche und Rettung der vom Beben betroffenen Menschen ist ein Kampf gegen die Zeit», sagte MinisterprĂ€sident Fumio Kishida am Dienstag auf einer Sitzung des Krisenstabes. Mehr als 46.000 Menschen in den PrĂ€fekturen und Toyama waren am Dienstag weiterhin evakuiert.

SchÀden erschweren Arbeit der EinsatzkrÀfte

Tausende Armeeangehörige, Feuerwehrleute und Polizeibeamte aus dem ganzen Land wurden in das am stĂ€rksten betroffene Gebiet auf der relativ abgelegenen Halbinsel Noto entsandt. Die Rettungsarbeiten wurden jedoch durch stark beschĂ€digte und blockierte Straßen behindert. Einer der FlughĂ€fen in der Region musste aufgrund von Rissen in der Start- und Landebahn geschlossen werden. Zahlreiche HĂ€user sind eingestĂŒrzt oder fielen BrĂ€nden zum Opfer, Straßen sind aufgerissen, in Zehntausenden Haushalten fiel der Strom aus.

Mehrere Menschen erlitten Verletzungen. In der schwer betroffenen Stadt Wajima in Ishikawa gerieten am Vortag mehr als 200 WohnhĂ€user und GeschĂ€fte in Brand, wie örtliche Medien berichteten. Stellenweise loderten am Dienstagmorgen noch niedrige Flammen, Feuerwehrleute waren weiter im Einsatz. Dichter Rauch hing ĂŒber der Gegend. Rund 1000 Menschen wurden auf einem LuftwaffenstĂŒtzpunkt in Wajima untergebracht und mit Decken, Wasser und Lebensmitteln versorgt, wie die Regierung bekanntgab. Aufnahmen des Fernsehsenders NHK zeigten ein siebenstöckiges GebĂ€ude, in Wajima, das auf der Seite lag.

Beben dauern an

WĂ€hrend die EinsatzkrĂ€fte das ganze Ausmaß der Zerstörungen erfassten und erste AufrĂ€umarbeiten begannen, ging die Serie an Beben weiter. Die Wetterbehörde hatte fĂŒr Ishikawa am Vortag eine starke Warnung vor einem möglichen fĂŒnf Meter hohen Tsunami ausgegeben, die spĂ€ter wieder aufgehoben wurde. FĂŒr alle ĂŒbrigen KĂŒstenregionen im Westen galten zunĂ€chst weiter geringere Tsunami-Warnungen. Mehrere Flutwellen von rund einem Meter Höhe trafen auf die KĂŒste. Bei Tagesanbruch lagen am Dienstag mancherorts dicke braune Schlammschichten auf den Straßen.

Die ErschĂŒtterungen lösten Erdrutsche aus, BĂ€ume stĂŒrzten auf Straßen. Mehrere Boote lagen kieloben in Hafenbecken. Es gab Berichte ĂŒber geplatzte Wasserleitungen. Die Regierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein, die StreitkrĂ€fte wurden zur Katastrophenhilfe in Ishikawa angefordert. Die meteorologische Behörde warnte fĂŒr die Woche vor weiteren starken Beben, vor allem in den ersten zwei, drei Tagen nach der besonders schweren ErschĂŒtterung vom Neujahrstag.

Im MĂ€rz 2011 hatte ein Beben der StĂ€rke 9 einen gewaltigen Tsunami ausgelöst, der weite Gebiete im Nordosten des Landes verwĂŒstete und rund 20.000 Menschen in den Tod riss. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu einem Super-Gau. Das fernöstliche Inselreich Japan ist eines der stĂ€rksten von Beben gefĂ€hrdeten LĂ€nder der Welt.

@ dpa.de