Geflohener AmoktÀter soll Hilfe gehabt haben
Veröffentlicht am: 08.09.2025 um 11:07 Uhr | dpa.de
Nach der Festnahme des bis nach Kolumbien geflohenen ehemaligen AmoklĂ€ufers von Ansbach ermittelt die Staatsanwaltschaft zur Flucht und möglichen Helfern. Er gehe davon aus, dass der 34-JĂ€hrige UnterstĂŒtzung bei seiner Flucht bekommen habe, sagte Friedrich Weitner, Leitender Oberstaatsanwalt in Ansbach.
Die Ermittler gingen Hinweisen zu konkreten Personen nach. NĂ€here Angaben wollte Weitner aus ermittlungstaktischen GrĂŒnden nicht machen. Infrage kĂ€men etwa die StraftatbestĂ€nde Gefangenenbefreiung und Strafvereitelung.Â
Die Flucht an sich ist fĂŒr den 34-JĂ€hrigen straffrei. Bislang gebe es auch keine Hinweise, dass er sich wĂ€hrend der Flucht strafbar gemacht habe, sagte Weitner. Dies werde aber genau geprĂŒft.
Mann wieder in ErlangenÂ
Der verurteilte StraftĂ€ter war am 16. August von einem genehmigten Ausgang aus der Forensischen Psychiatrie in Erlangen nicht zurĂŒckgekehrt. Die Klinik gab die EinschĂ€tzung ab, dass von ihm keine Gefahr ausgehe.Â
Ermittlern vom Landes- und Bundeskriminalsamt gelang es, den Mann in Kolumbien ausfindig zu machen. Am Sonntag wurde er zurĂŒck in die Psychiatrie in Erlangen gebracht.Â
2009 war der damals 18-JĂ€hrige in einer Ansbacher Schule Amok gelaufen und hatte neun MitschĂŒler und einen Lehrer verletzt. Wegen versuchten Mordes in 47 FĂ€llen wurde er zu neun Jahren Jugendhaft verurteilt. Zudem ordnete das Gericht die unbefristete Unterbringung in einer Psychiatrie an. In Erlangen befand sich der 34-JĂ€hrige in Therapie.
Ermittler gehen von gut geplanter Aktion aus
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatte sich der Mann noch wĂ€hrend seines rund zehn- bis zwölfstĂŒndigen Ausgangs ins Ausland abgesetzt. Die Flucht sei detailliert geplant, die Route gut durchdacht und das Zeitfenster des Ausgangs bewusst ausgenutzt worden, sagte Oberstaatsanwalt Weitner.Â
Der 34-JĂ€hrige hatte demnach einen gĂŒltigen Reisepass sowie GepĂ€ck bei sich und gelangte von einem Flughafen auĂerhalb der EuropĂ€ischen Union in Richtung Kolumbien. Er gehe davon aus, dass der Mann finanzielle Hilfe bekommen habe, sagte Weitner. Mit dem ihm wĂ€hrend der Unterbringung zur VerfĂŒgung stehenden Geld wĂ€re die Flucht nicht möglich gewesen.
