Vulkangefahr, Island

Vulkangefahr auf Island: Menschen vor ungewisser Zukunft

19.11.2023 - 12:26:41

Die Hafenstadt GrindavĂ­k liegt nun verlassen da. Die Menschen mussten ihre HĂ€user rĂ€umen, weil im SĂŒdwesten Islands ein Vulkanausbruch droht. Der Leiter des Zivilschutzes bereitet sie darauf vor, dass sie vor einer unsicheren Zeit stehen.

Die Menschen der von einem Vulkanausbruch bedrohten Stadt GrindavĂ­k auf Island mĂŒssen sich darauf einstellen, lĂ€ngere Zeit nicht in ihren HĂ€usern wohnen zu können. Behörden hatten den Ort mit etwa 3700 Einwohnern vor einer Woche nach einer Erdbebenserie vorsichtshalber evakuiert. Mehrere HĂ€user seien beschĂ€digt, sagte der Direktor des Zivilschutzes, VĂ­dir Reynisson, nach Angaben des islĂ€ndischen Rundfunksenders RUV am Samstag.

Auch wegen der andauernden Unsicherheit mĂŒssten sich Bewohner darauf einstellen, in den kommenden Monaten woanders zu leben, zitierte ihn der Sender. Der Wetterdienst in Island hĂ€lt es fĂŒr wahrscheinlich, dass flĂŒssiges Gestein aus einem seit Wochen aktiven Magma-Tunnel im SĂŒdwesten des Landes austreten wird. Noch ist unklar, an welcher Stelle Lava austreten wĂŒrde.

In der Nacht zum Sonntag wurden erneut etliche Erdbeben registriert. Darunter war eines mit der StĂ€rke 3,7, wie der Wetterdienst online schrieb. Nach Angaben des Senders RUV waren die ErschĂŒtterungen auch in der Hauptstadtregion ReykjavĂ­k zu spĂŒren.

Sie hÀtten im Laufe der Zeit weniger und schwÀchere Erdbeben gemessen, sagte Kristín Jónsdóttir vom Wetterdienst dem Sender RUV zufolge am Samstag. Das könne darauf hindeuten, dass das Magma in der Erdkruste weit nach oben gestiegen sei. Der britische Fernsehsender Sky News zeigte Luftaufnahmen vom Ort Grindavík - am Boden waren teils deutliche Risse zu sehen.

GrindavĂ­k liegt rund 40 Kilometer sĂŒdwestlich von Reykjavik. Die Einwohner mussten vor einer Woche ihre HĂ€user verlassen, weil ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel unter GrindavĂ­k hindurch bis unter den Meeresboden verlĂ€uft. Die nahe gelegene Blaue Lagune, eine der bekanntesten Touristenattraktionen des Landes, war ebenfalls vorsichtshalber geschlossen worden.

@ dpa.de