WaldbrĂ€nde, SĂŒdeuropa

WaldbrĂ€nde in SĂŒdeuropa – Menschen fliehen vor den Flammen

27.07.2025 - 11:50:37

Die Menschen in SĂŒdeuropa und der TĂŒrkei kĂ€mpfen gegen etliche BrĂ€nde. Ortschaften mĂŒssen evakuiert werden, HĂ€user verbrennen. Die SĂŒdosttĂŒrkei meldet zudem einen neuen Hitzerekord.

  • Übrig bleibt nach den verheerenden BrĂ€nden oft nur verkohlte WĂŒste. - Foto: Yorgos Karahalis/AP/dpa

    Yorgos Karahalis/AP/dpa

  • Der Rauch zieht bis ĂŒber die Hauptstadt Athen. - Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

    Petros Giannakouris/AP/dpa

  • In der TĂŒrkei kĂ€mpfen Helfer gegen zahlreiche WaldbrĂ€nde. - Foto: Ridvan Bostanci/IHA/dpa

    Ridvan Bostanci/IHA/dpa

  • Umweltschutzorganisation: Sizilien war in diesem Jahr stark von BrĂ€nden betroffen. - Foto: Alberto Lo Bianco/IPA via ZUMA Press/dpa

    Alberto Lo Bianco/IPA via ZUMA Press/dpa

Übrig bleibt nach den verheerenden BrĂ€nden oft nur verkohlte WĂŒste. - Foto: Yorgos Karahalis/AP/dpaDer Rauch zieht bis ĂŒber die Hauptstadt Athen. - Foto: Petros Giannakouris/AP/dpaIn der TĂŒrkei kĂ€mpfen Helfer gegen zahlreiche WaldbrĂ€nde. - Foto: Ridvan Bostanci/IHA/dpaUmweltschutzorganisation: Sizilien war in diesem Jahr stark von BrĂ€nden betroffen. - Foto: Alberto Lo Bianco/IPA via ZUMA Press/dpa

In SĂŒdeuropa und der TĂŒrkei kĂ€mpfen EinsatzkrĂ€fte seit Tagen gegen heftige WaldbrĂ€nde. In Griechenland sind Gebiete nördlich von Athen, auf den Inseln Euböa, Kreta und der Halbinsel Peloponnes betroffen. In der TĂŒrkei brennt es etwa in der westtĂŒrkischen Provinz Bursa und im Nordwesten des Landes in der Provinz KarabĂŒk. Tausende Feuerwehrleute sind im Einsatz, und Tausende Menschen mussten sich bereits vor den Flammen in Sicherheit bringen. Auch auf der italienischen Insel Sizilien brennt es immer wieder. In der TĂŒrkei gab es indes viele Festnahmen.

Athen bittet um EU-Hilfe

Die griechische Regierung hat Hilfe vom EU-Katastrophenschutz angefordert. «Wir haben sechs Löschflugzeuge beantragt», sagte Feuerwehrsprecher Vassilis Vathrakogiannis. Am Nachmittag wĂŒrden zwei Flugzeuge aus Italien erwartet. Zwar verfĂŒgt Griechenland selbst ĂŒber mehr als 80 Löschhubschrauber und -flugzeuge, doch diese sind wegen der andauernden hohen Waldbrandgefahr strategisch im ganzen Land verteilt.

Vor allem die BrÀnde im Norden Athens konnten mittlerweile unter Kontrolle gebracht werden. Dutzende Verletzte wurden in KrankenhÀuser gebracht, wie Medien berichteten. In den meisten FÀllen handelte es sich um Rauchvergiftungen. Entwarnung könne es nicht geben, teilte die Feuerwehr mit. Wegen anhaltender Trockenheit reiche schon ein Funke aus, um einen FlÀchenbrand zu verursachen, warnten Meteorologen.

Bursa: Mehr als 1700 Menschen evakuiert

In der TĂŒrkei kĂ€mpfen EinsatzkrĂ€fte gegen mehrere WaldbrĂ€nde. In der westtĂŒrkischen Provinz Bursa rĂŒckten die Flammen nah an Wohngegenden heran, mehr als 1.700 Menschen wurden nach offiziellen Angaben in Sicherheit gebracht, ein Tierheim wurde evakuiert. Auf Bildern war zu sehen, wie Anwohner Wasser fĂŒr Helfer brachten. Auch Landwirte schafften mit Traktoren Wasser heran und halfen bei den Löscharbeiten. 

Seit dem frĂŒhen Morgen seien wieder drei Löschflugzeuge und drei Helikopter im Einsatz, teilte das Forstministerium mit. Nachts können BrĂ€nde nicht aus der Luft bekĂ€mpft werden, weil der Einsatz zu gefĂ€hrlich ist. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben mehr als 1.000 Helfer gegen die Flammen im Einsatz.

Das Feuer war am Samstag gegen Abend ausgebrochen und hatte sich aufgrund von Winden schnell ausgebreitet. In der nordwesttĂŒrkischen Provinz KarabĂŒk kĂ€mpft die Feuerwehr schon den vierten Tag in Folge gegen die Flammen. Dort wurden 18 Dörfer evakuiert. Feuer in weiteren Provinzen etwa in der Urlaubsregion Antalya sind nach offiziellen Angaben inzwischen unter Kontrolle. Die Ursache der BrĂ€nde war zunĂ€chst unklar. 21 Menschen befinden sich nach Angaben des Justizministeriums wegen zahlreicher WaldbrĂ€nde seit Ende Juni in Untersuchungshaft. Details wurden nicht genannt. 

Klimawandel sorgt fĂŒr Extreme - Italien auch betroffen

Griechenland und die TĂŒrkei hatten es in den vergangenen Tagen mit extremen Bedingungen von starker Hitze und Trockenheit zu tun. Am Freitag hatte der Wetterdienst in der sĂŒdosttĂŒrkischen Provinz Sirnak einen Temperaturrekord von 50,5 Grad gemessen. Der bisherige Hitzerekord in der TĂŒrkei lag bei 49,5 Grad im August 2023.

Hitze allein löst zwar keine BrĂ€nde aus. Aber hohe Temperaturen, Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind können das Risiko fĂŒr WaldbrĂ€nde steigern. Oft ist Brandstiftung der Auslöser. Experten machen den Klimawandel fĂŒr die zunehmenden Extreme verantwortlich.

Auch die italienische Umweltorganisation Legambiente warnt vor den Folgen des Klimawandels: LĂ€ngere DĂŒrreperioden, weniger Niederschlag und intensivere Hitzewellen fĂŒhrten dazu, dass die Waldbrandsaison frĂŒher einsetze und bis in den Herbst hinein andauere, wodurch die Wahrscheinlichkeit sogenannter Mega-BrĂ€nde steige. 

Laut dem aktuellen Bericht der Organisation wurden in Italien von Januar bis Juli knapp 31.000 Hektar Land aufgrund von BrĂ€nden beschĂ€digt, eine FlĂ€che grĂ¶ĂŸer als Brandenburg. Besonders stark betroffen war die Mittelmeerinsel Sizilien. Neben dem Klimawandel kĂ€mpft Italien demnach auch mit Brandstiftung und der sogenannten Öko-Mafia, also organisierte Banden, die mit absichtlich gelegten Feuern oder illegaler MĂŒllentsorgung Profit auf Kosten der Umwelt machen.

Zudem meldet die italienische Feuerwehr einen deutlichen Anstieg der EinsĂ€tze bei Wald- und VegetationsbrĂ€nden: Allein in den vergangenen Tagen rĂŒckten die EinsatzkrĂ€fte fast 7.000-mal aus. Seit Beginn des Sommers wurden landesweit rund 33.000 solcher BrĂ€nde gezĂ€hlt – ĂŒber 8.600 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. 

BrÀnde auf Sardinien

Auch die Insel Sardinien kĂ€mpft derzeit mit BrĂ€nden. Am stĂ€rksten betroffen ist der SĂŒden in der NĂ€he des Ferienorts Villasimius, wo am Nachmittag ein Feuer ausgebrochen ist. Der Strand wurde evakuiert, doch viele BadegĂ€ste suchten in dessen NĂ€he Zuflucht, da sie ihre Autos nicht erreichen konnten. Medienberichten zufolge brannten mehrere Wagen aus.

@ dpa.de