Kinder, Pommern

Polen: Tote Babys nach Inzest im Keller vergraben

17.09.2023 - 14:47:27

Die Polizei findet drei tote Neugeborene in einem heruntergekommenen Haus sĂŒdwestlich von Danzig. Ein Vater und seine Tochter werden verhaftet. Nachbarn schildern Details ĂŒber das Leben im Horror-Haus.

Ein 54 Jahre alter Pole hat mit zwei Töchtern mindestens drei Kinder gezeugt und dann die getöteten Neugeborenen im Lehmboden seines Kellers vergraben. Nach dem Fund von drei toten SĂ€uglingen unter dem Kellerboden eines Einfamilienhauses im Dorf Czerniki, sĂŒdwestlich von Danzig, veröffentlichten polnische Medien am Wochenende Details. Die Babyleichen sollen in PlastiksĂ€cke eingewickelt gewesen sein, schrieb die Zeitung «Gazeta Wyborcza».

Schon am Freitagabend hatte die Polizei zunĂ€chst zwei tote Neugeborene gefunden. «Sie waren im Keller begraben. Dort gab es keinen Fußboden, sondern gestampften Lehm, so dass sie ausgegraben werden konnten. Die Leichen befanden sich in verschiedenen Stadien der Verwesung», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Portal der polnischen Boulevardzeitung «Fakt». Am Samstagmorgen fanden die Ermittler den dritten toten SĂ€ugling.

Am Samstagabend suchte die Polizei noch am Tatort nach möglichen weiteren Babyleichen, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann und seine mit ihm im Haus lebende 20 Jahre alte Tochter wegen Mordes und Inzest. Inzwischen ordnete ein Gericht fĂŒr beide Untersuchungshaft an. In Internetmedien und TV veröffentlichte Bilder und Filmaufnahmen belegen, dass Vater und Tochter in der Woiwodschaft Pommern offenbar in Ă€rmlichen VerhĂ€ltnissen in einem verwahrlost und baufĂ€llig wirkenden Haus lebten.

Nachbarn berichten von einem Liebespaar

Mit der 20-jĂ€hrigen Tochter soll der Mann jahrelang als Paar zusammengelebt haben. Nachbarn erzĂ€hlten dem Nachrichtenportal «Fakt.pl», er habe ihr den Kopf rasiert, damit sie fĂŒr andere MĂ€nner unattraktiv sei. Dennoch habe sie ihn «wie einen Gott betrachtet». Man habe die beiden Hand in Hand wie ein Liebespaar spazieren gesehen.

In dem Dorf mit 180 Einwohnern hĂ€tten die Menschen von dem Inzest gewusst. «Jeder sprach darĂŒber, dass der Vater mit den Töchtern schlĂ€ft», sagte ein Dorfbewohner dem Blatt. Auch die Ă€ltere Tochter sei vor Jahren mit einem Babybauch gesehen worden. Sie soll die Mutter eines der drei toten Neugeborenen sein. Der 54-JĂ€hrige habe niemanden in sein Haus gelassen, viele im Ort hĂ€tten sich vor ihm gefĂŒrchtet. Er soll 12 Kinder haben, seine Frau sei 2008 gestorben.

Arbeitskolleginnen der Tochter hĂ€tten vor einiger Zeit vermutet, dass die Frau schwanger gewesen sei. Sie habe lockere Kleidung getragen und offenbar ihren Bauch verstecken wollen. Vor drei Wochen habe sie Urlaub genommen. Als sie nach einer Woche wieder bei der Arbeit erschien, habe sie einen erschöpften Eindruck gemacht, Fragen nach einem Kind aber zurĂŒckgewiesen. Jemand habe dann das Sozialamt informiert, dessen Mitarbeiter wandten sich an die Polizei.

Der Fall weckt Erinnerungen an einen berĂŒchtigten SexualstraftĂ€ter aus Österreich: «Der polnische Josef Fritzl» titelte die «Gazeta Wyborcza». Fritzl, der seinen Namen inzwischen geĂ€ndert hat, hielt seine Tochter 24 Jahre lang in einem selbst gebauten Keller unter seinem Haus in Amstetten in Niederösterreich gefangen. Er zeugte mit ihr sieben Kinder. Ein Sohn starb kurz nach der Geburt an einer Erkrankung. Seiner Frau und den Nachbarn erklĂ€rte Fritzl, dass die Tochter sich einer Sekte angeschlossen habe. Sein Doppelleben flog 2008 auf, ein Jahr danach wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

@ dpa.de