Hass auf Ex-Frau - Mann zĂŒndet in Essen HĂ€user an
29.09.2024 - 14:23:28Dramatische Szenen in Essen: Eine Frau kniet auf dem Dachsims eines brennenden Hauses und lÀsst ein Kind hinunter, zwei MÀnner - einer auf einer Leiter, einer auf einer Fensterbank - versuchen, es zu erreichen. Couragierte Anwohner hÀtten durch ihren Einsatz bei den BrÀnden am Samstagnachmittag unter Gefahr ihres eigenen Lebens geholfen, lobte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Dadurch verhinderten sie möglicherweise noch Schlimmeres - doch die Bilanz fÀllt auch so erschreckend aus: Nach Angaben der Feuerwehr wurden 31 Menschen durch das Einatmen von Brandrauch verletzt, darunter zwei Kleinkinder lebensgefÀhrlich.
Verantwortlich fĂŒr die BrĂ€nde ist nach Ermittlungen der Polizei ein Mann, der mit Brandbeschleuniger Feuer in den zwei MehrfamilienhĂ€usern im Essener Norden gelegt hatte. Gegen den 41-JĂ€hrigen wurde nach Polizei-Angaben Haftbefehl unter anderem wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes erlassen. Sein Motiv sei gewesen, dass seine Frau sich von ihm getrennt habe. Aus Frustration darĂŒber habe er Personen töten wollen, die seine Frau unterstĂŒtzten.Â
Der Essener mit syrischer StaatsbĂŒrgerschaft sei zuvor schon wegen Bedrohung und SachbeschĂ€digung in Erscheinung getreten. WDR-Informationen zufolge liegt die Trennung von der Frau bereits drei Jahre zurĂŒck. Die Frau sei danach mit den drei Kindern zunĂ€chst in ein Frauenhaus geflĂŒchtet. Zur Tatzeit habe sie sich selbst gar nicht in einem der beiden BrandhĂ€user aufgehalten, ebenso wenig die Kinder.Â
Anwohnerin: Das erste Kind wurde von Anwohnern gerettet
Die BrĂ€nde in zwei MehrfamilienhĂ€usern waren am Samstagnachmittag in den Stadtteilen Altenessen und Stoppenberg ausgebrochen. Die TreppenhĂ€user waren schon kurz danach nicht mehr passierbar, sodass die Bewohner eingeschlossen waren. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr stellten Nachbarn Leiter an die WĂ€nde und kletterten selbst hoch.Â
«Es war so, dass die Feuerwehr noch nicht vor Ort war, aber das erste Kind schon gerettet war von den Anwohnern», schilderte Nachbarin Petra Stolarski im WDR Fernsehen. Das seien «alles Immigranten» gewesen, «die wirklich da selbstlos raufgegangen sind. Selbst als die Feuerwehr kam, bis die Leiter und der Korb ausgefahren war, haben die weitergemacht.» Einer der freiwilligen Helfer, Schehmus Mamadu, sagte im WDR: «Es kann ja nicht sein - alle Leute sind am Gucken und keiner macht was.» Deshalb hĂ€tten einige «Kollegen» und er gehandelt.Â
Die Feuerwehr konnte schlieĂlich alle Bewohner in Sicherheit bringen. In der Spitze waren rund 160 EinsatzkrĂ€fte beteiligt.Â
Mehrere Personen zeigen Zivilcourage
Nachdem der 41-JĂ€hrige mutmaĂlich die BrĂ€nde gelegt hatte, fuhr er nach Polizei-Angaben weiter und rammte mit einem weiĂen Lieferwagen mehrfach zwei LebensmittelgeschĂ€fte im Stadtteil Katernberg. Videobilder zeigen mutmaĂlich den TĂ€ter, wie er mit einer Machete und einem Messer - die Polizei spricht von Stichwaffen - in eines der GeschĂ€fte stĂŒrmt. Verletzt wurde dort niemand.
Kurz darauf wurde der TĂ€ter in der unmittelbaren Umgebung von mehreren MĂ€nnern in einem Hinterhof in Schach gehalten, bis die Polizei eintraf. OberbĂŒrgermeister Thomas Kufen (CDU) teilte dazu spĂ€ter mit: «Allen, die besonnen dabei unterstĂŒtzt haben, den mutmaĂlichen TĂ€ter zu stellen, danke ich fĂŒr die Zivilcourage.» Innenminster Reul warnte allerdings auch, man solle sich selbst nicht in Gefahr bringen: «Wenn irgendwelche Leute mit Macheten rumlaufen, dann muss man sich nicht einmischen.»
Laut Reul waren die Taten nach aktuellem Erkenntnisstand «das Werk eines Mannes, welcher möglicherweise die Trennung seiner Ex-Frau nicht verkraftet» habe. Der Anwalt des VerdĂ€chtigen, Volker Schröder, Ă€uĂerte sich Ă€hnlich. Wahrscheinlich komme noch eine psychische Störung dazu, sagte er.Â


