Mehr als 17.000 FĂ€lle sexueller Gewalt gegen Kinder
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 10:10 Uhr | dpa.de
Die Zahl der registrierten FĂ€lle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist in den vergangenen fĂŒnf Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr zĂ€hlte die Polizei 17.126 FĂ€lle, das waren rund 1.600 mehr als noch im Jahr 2021, wie aus dem Bundeslagebild «Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen» des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, das in Berlin vorgelegt wurde.
Im Vergleich zu 2024 stieg die Zahl der FÀlle im vergangenen Jahr um 772. Die Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der HÀlfte der FÀlle zwischen Opfern und TatverdÀchtigen eine Vorbeziehung bestand. Bei Jugendlichen stieg die Zahl von 1.191 auf 1.239 FÀlle. Als Kinder gelten strafrechtlich Personen unter 14 Jahren.
Deutlich mehr MĂ€dchen Opfer sexueller Gewalt
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Chef Holger MĂŒnch und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, legten die Zahlen in Berlin vor. Das Bundeslagebild basiert auf Daten der bereits veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und nimmt besonders die Bereiche sexueller Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen (Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung von MinderjĂ€hrigen in den Blick.
Den Angaben zufolge wurden insgesamt 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern registriert, ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der Opfer waren MĂ€dchen, 4.866 Jungen.Â
Auch die Zahl der TatverdĂ€chtigen stieg erneut, von 12.368 auf 12.823. Es handele sich hauptsĂ€chlich um mĂ€nnliche, alleinhandelnde TatverdĂ€chtige.Â
Zahlen zeigen nur Hellfeld
Die Statistik spiegelt nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie bearbeiteten Straftaten wider - das sogenannte Hellfeld - einschlieĂlich sogenannter Versuchstaten. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst. «Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen», heiĂt es in dem Bericht.
