Tote, Unwettern

Schon 211 Tote nach Unwettern in Spanien

02.11.2024 - 15:16:02 | dpa.de

Die Regierung in Madrid macht nach den langsam angelaufenen Bergungsarbeiten Druck und schickt zusÀtzliche 10.000 Soldaten und Polizisten. Ein Ende der Tragödie scheint bisher nicht absehbar.

  • Auch mit Hilfe des MilitĂ€rs geht das AufrĂ€umen voran. - Foto: Alberto Saiz/AP/dpa
    Auch mit Hilfe des MilitÀrs geht das AufrÀumen voran. - Foto: Alberto Saiz/AP/dpa
  • Schlammassen ĂŒberzogen fast alle Dörfer nahe Valencia.  - Foto: Angel Garcia/AP/dpa
    Schlammassen ĂŒberzogen fast alle Dörfer nahe Valencia. - Foto: Angel Garcia/AP/dpa
Auch mit Hilfe des MilitĂ€rs geht das AufrĂ€umen voran. - Foto: Alberto Saiz/AP/dpa Schlammassen ĂŒberzogen fast alle Dörfer nahe Valencia.  - Foto: Angel Garcia/AP/dpa

In Spanien steigt die Zahl der Toten nach den schlimmen Unwettern vom Dienstag weiter. Spaniens Regierungschef Pedro SĂĄnchez sprach nach einer Krisensitzung von 211 Toten, die meisten in der Mittelmeerregion Valencia. Und das dĂŒrfte lĂ€ngst noch nicht das Ende sein - nach wie vor vermissten «Dutzende Menschen» Freunde und Angehörige, wie SĂĄnchez in einer ErklĂ€rung anschließend sagte. 

Er will nun weitere 5.000 Soldaten sowie 5.000 Polizisten und Angehörige der Polizeieinheit Guardia Civil in die Überschwemmungsgebiete rund um die Großstadt Valencia schicken, um die Bergungs- und AufrĂ€umarbeiten zu beschleunigen. Angesichts der Kritik an dem Warnsystem, der zunĂ€chst nicht vorhandenen Hilfe in vielen Orten sowie den gegenseitigen Schuldzuweisungen rief er alle auf, die Diskrepanzen beiseitezulassen. «Gemeinsam stehen wir das durch», sagte er. 

Valencia bringt Freiwillige mit Bussen in die Dörfer

Etwa 2.000 MilitĂ€rangehörige unterstĂŒtzen in den Überschwemmungsgebieten bereits die RettungskrĂ€fte. In Valencia selbst fanden sich am Morgen Medienberichten zufolge etwa 15.000 freiwillige Helfer ein, die die Regionalregierung mit Bussen koordiniert und in Schichten als Hilfe in die betroffenen Ortschaften vor den Toren Valencias bringt. 

Viele Dörfer sind nach wie vor mit einer Schlammschicht ĂŒberzogen, die ein ĂŒber die Ufer getretener Fluss mit sich gebracht hatte. In den Straßen liegen ĂŒbereinander getĂŒrmte Autos, Möbel sowie sonstiger Hausrat. Die Stromversorgung wurde den Behörden zufolge mittlerweile in der Region Valencia grĂ¶ĂŸtenteils wieder hergestellt. Vielerorts fehlt es aber weiter an Lebensmitteln, Trinkwasser, ArbeitsgerĂ€t sowie funktionierenden Telekommunikationsnetzen. 

Provisorische Leichenhalle in Valencia

Auf dem MessegelĂ€nde von Valencia wurde mittlerweile eine 1.300 Quadratmeter große provisorische Leichenhalle eingerichtet. Dorthin werden die Todesopfer nach der Obduktion gebracht. Angehörige mĂŒssten warten, bis sie angerufen werden, erst dann könnten sie in die Leichenhalle kommen, sagte Nuria Montes, Mitglied der Regionalregierung. Wegen ihrer Tonart wurde ihr indes mangelnde Empathie vorgeworfen und sie musste um Entschuldigung bitten.

Unwetter auch ĂŒber Mallorca 

Teile des UnwetterphĂ€nomens «Kalter Tropfen», die fĂŒr die verheerenden RegenfĂ€lle vom Dienstag verantwortlich waren, zogen gestern ĂŒber die Balearen. Auf der Urlaubsinsel Mallorca sorgten heftige RegenfĂ€lle und Gewitter fĂŒr steigende Flusspegel und manch gefĂ€hrliche Situation. Die Feuerwehr musste am Freitag fast 90 Mal ausrĂŒcken sowie einmal auf der Nachbarinsel Menorca, wie die Nachrichtenagentur Europapress berichtete. Der Wetterdienst Aemet gab am Morgen jedoch Entwarnung: Es gelte keine Warnstufe mehr fĂŒr die Inselgruppe. Zuvor war die zweithöchste Warnstufe Orange in Kraft gewesen. 

In der Inselhauptstadt Palma de Mallorca schien gestern Vormittag noch die Sonne, aber am Nachmittag setzte dann Starkregen mit Gewittern ein. Am Flughafen Palma fĂŒhrten die Unwetter zum Teil zu mehrstĂŒndigen VerspĂ€tungen. Am schwersten getroffen habe es aber die Bergkette Serra d'ÀlfĂ bia nördlich von Palma, schrieb die Lokalzeitung «Diario de Mallorca». Dort seien 112,9 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

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