Traumhaus, Süddeutschland

Die Schritte auf dem Kies - und das Licht hinter der Tür

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 09:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Kies knirscht unter den Schuhen, während Gewitterluft zwischen den Reben hängt. Ein Fremder folgt den Schritten bis zu einem Haus, dessen Türklingel die Nacht verändert.
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Kies knirschte unter den Schuhen, obwohl der Fremde kaum Gewicht auf den Boden legte. Über den Reben lag die schwere Luft eines Gewitters, warm und metallisch, mit einem fernen Grollen, das nicht näher kam. Der Mond stand zwischen zerrissenen Wolken und ließ die Blätter silbern aufblitzen.

Er war dem Winzer nicht begegnet, sondern hatte ihn nur aus einiger Entfernung bemerkt. Der Mann ging langsam den Hang hinauf, mit einer Laterne in der Hand und einem Bündel Rebschnüre über der Schulter. Seine Schritte auf Kies kamen und gingen im Gras, als folgten sie einer Spur, die nur er sehen konnte. Erst als der Winzer hinter einer niedrigen Mauer verschwand, erkannte der Fremde am oberen Rand des Hangs die dunkle Silhouette des Hauses.

Unter zerrissenen Wolken

Der Fremde blieb zwischen den Reben stehen. Die Gewitterluft roch nach feuchter Erde, zerdrückten Blättern und Stein, der den Tag gespeichert hatte. Kein Vogel rührte sich, nur irgendwo tropfte Wasser aus einer Laube, obwohl noch kein Regen gefallen war.

Der Winzer ging weiter, ohne sich umzusehen. Seine Laterne strich über Pfosten, Draht und die hellen Kanten der Rebstöcke. Dann erlosch sie. Im Mondlicht blieb nur sein Umriss, schmal und gebeugt, bis er an einer Terrasse auftauchte, deren Geländer wie eine dunkle Linie über dem Hang lag.

Der Fremde folgte mit Abstand. Der Kiesweg bog zwischen Lavendelbüschen und einer verwitterten Steinmauer ab. Jeder Schritt klang anders: trocken neben den Mauern, dumpf unter den überhängenden Zweigen, hell dort, wo der Mond auf die kleinen Steine fiel.

Die Spur im Kies

Auf der Terrasse stand der Winzer reglos. Vor ihm lagen eine Schere, ein Korb und ein einzelner Handschuh. Nichts davon schien vergessen, doch nichts schien auf ihn zu warten. Er hob den Kopf, als hätte er aus dem Inneren des Hauses seinen Namen gehört.

Der Fremde blieb am Rand des Weges. Durch ein schmales Fenster fiel ein Streifen warmes Licht auf die Terrassenplatten. Darin schwebten winzige Staubkörner, die sich langsam bewegten. Hinter der Scheibe war ein Schatten zu sehen, dann keiner mehr.

Der Winzer trat zur Seite und legte die Hand an die Wand. An seinem Ärmel klebten helle Körner, vielleicht Kalk, vielleicht getrocknete Erde. Er sah nicht zur Tür, sondern hinauf zu einem runden Fenster, in dem sich der Mond spiegelte. Für einen Augenblick hatte der Fremde den Eindruck, als würde das Haus ihn ebenso beobachten wie er das Haus.

Eine Klingel im Dunkeln

Dann erklang die Türklingel.

Der Ton war nicht schrill. Er kam gedämpft durch die Nacht, kaum länger als ein Atemzug, und verschwand zwischen den Reben. Der Winzer nahm die Hand von der Wand. Seine Finger schlossen sich, als hielten sie etwas Unsichtbares fest.

Der Fremde kannte diese Türklingel nicht und hatte doch das Gefühl, sie schon einmal gehört zu haben. Wieder erklang sie, diesmal aus einer anderen Richtung. Vielleicht kam der Ton aus dem Haus. Vielleicht von der Mauer. Die Gewitterluft trug Geräusche seltsam weit und gab ihnen eine fremde Färbung.

Der Winzer ging nun auf die Terrasse hinaus. Unter seinen Sohlen knirschte der Kies, obwohl dort nur glatte Steinplatten lagen. Er blieb vor einer schmalen Tür stehen. Das Holz war dunkel, an der Klinke hing ein Faden, der sich im Wind bewegte. Hinter der Tür schimmerte Licht, aber kein Raum ließ sich erkennen.

Der Fremde machte einen Schritt nach vorn. Ein Kiesel rollte den Hang hinab und stieß gegen die Mauer. Der Winzer drehte sich um. Sein Gesicht blieb im Schatten, doch die Laterne lag wieder in seiner Hand. Sie war noch immer erloschen.

Vor der offenen Schwelle

Über den Reben sammelten sich die Wolken. Der Mond verschwand, kam zurück und ließ die Terrasse jedes Mal anders erscheinen. Der Fremde spürte den ersten Tropfen an der Stirn, während der Winzer die Klinke langsam nach unten drückte.

Von innen kam ein leises Scharren. Dann ertönte die Türklingel ein drittes Mal, näher als zuvor. Der Fremde sah auf den Kies zu seinen Füßen. Ein frischer Abdruck führte von der Mauer bis zur Tür, obwohl niemand dort entlanggegangen war.

Die Klinke bewegte sich weiter. Der Fremde blieb stehen. Die Tür öffnete sich einen Spalt.

Ob das Haus im Video dem Haus ähnelt, das der Fremde in dieser Nacht vor sich sah, zeigt sich erst im nächsten Blick.

Das Haus im Video

Zum Video auf Instagram

Die Geschichte oben ist frei erzählt. Das echte Haus zeigt das Video von SALUTI Immobilien, in Kooperation mit Brumani Immobilien - brumani.de

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