Beben, Wochen

14.000 Beben innerhalb von zwei Wochen auf Santorini

13.02.2025 - 13:11:59

Die stĂ€ndigen ErschĂŒtterungen auf der griechischen Insel besorgen Wissenschaftler und Einwohner. Im Fokus: Die vielen HĂ€user, die direkt auf dem Kraterrand der Vulkaninsel gebaut wurden.

Die Erde nordöstlich der griechischen Ferieninsel Santorini hat in den vergangenen Wochen bereits mehr als 14.000 Mal gebebt. Diese Zahl hat das seismologische Labor der UniversitĂ€t Athen fĂŒr den Zeitraum vom 26. Januar bis zum 9. Februar veröffentlicht. Auch am Mittwoch und Donnerstag wackelte die Erde zusammengenommen mehr als 200 Mal. Kritik wird derweil an der dichten Bebauung der Insel laut.

Die Bebauungsdichte in einigen Orten auf der Insel sei bis zu fĂŒnfmal höher als im Rest des Landes, berichtet die Zeitung «To Proto Thema». HĂ€ufig hĂ€tten die Bauten keine erforderlichen Genehmigungen, auch gebe es keine koordinierte Stadtplanung. FĂŒhren die andauernden Erdbeben oder ein starkes Hauptbeben zu Erdrutschen, könnten HĂ€user mitgerissen werden.

Architekt zeigt sich besorgt

Jeder Quadratmeter werde fĂŒr touristische Zwecke genutzt, die Insel sei eine riesige Baustelle, zitiert die Zeitung den Architekten Vassilis Hatzipetros von der örtlichen Ingenieursvereinigung. Obwohl die meisten GebĂ€ude erdbebensicher konstruiert seien, fĂŒhre das Fehlen geotechnischer Studien der Böden zu erheblichen Unsicherheiten. «Ein GebĂ€ude verfĂŒgt möglicherweise ĂŒber die richtigen Berechnungen zur Erdbebensicherheit, aber es ist nicht bekannt, was darunter passiert.»

Vor allem entlang der Caldera, auf dem Kraterrand der Vulkaninsel, zeigt sich das Problem deutlich. Trotz der steilen HÀnge wurden Hotels und Pensionen direkt am Abgrund errichtet. 

Viele der HÀuser sind mit Pools ausgestattet, deren Wasser nicht nur zusÀtzliches Gewicht beisteuert, sondern bei Erdbeben auch gefÀhrlich in Bewegung geraten kann und die Wahrscheinlichkeit von SchÀden erhöht. Kurz nach Beginn der Erdbebenserie vor zweieinhalb Wochen hatten die Behörden die Immobilienbesitzer deshalb aufgefordert, ihre Pools zu leeren.

Rund 20 Prozent der Bauten illegal

Das Problem der zum Teil illegalen Bauten wurde auch vom Staat erkannt. Die Genehmigungen fĂŒr Neubauten, Ausbauten sowie die Installation von Pools wurde ausgesetzt. 

Seit gut drei Jahren finden Kontrollen der Bauten am Kraterrand statt. Die Behörden hĂ€tten bei 400 solchen Untersuchungen 80 VerstĂ¶ĂŸe festgestellt - ein Vielfaches mehr als bei vergleichbaren Kontrollen auf anderen Inseln, berichtete die Zeitung «To Vima» Anfang Februar unter Berufung auf Informationen der Polizei und der Behörde fĂŒr StĂ€dteplanung. Die Behörden vermuteten Korruption hinter der Entwicklung, hieß es im Bericht weiter.

@ dpa.de