WaldbrÀnde, Griechenland

Extreme BrĂ€nde: Griechen kĂ€mpfen an vielen großen Feuerfronten

22.08.2023 - 10:19:27

Die Waldbrandsituation in Griechenland ist angesichts starker Winde Ă€ußerst angespannt. Vor allem im Nordosten des Landes stehen große FlĂ€chen in Flammen, HĂ€user sind verbrannt, bisher gab es zwei Tote.

  • Das Feuer verbrennt ein Haus im Dorf in der NĂ€he der Stadt Alexandroupolis in der nordöstlichen Region Evros. StĂŒrmische Winde fachen die Flammen der WaldbrĂ€nde in ganz Griechenland an. - Foto: Achilleas Chiras/AP

    Achilleas Chiras/AP

  • Nach der teilweisen RĂ€umung eines Krankenhauses  in Alexandroupolis sind Patienten auf einer FĂ€hre untergebracht worden. - Foto: Uncredited/e-evros.gr/AP/dpa

    Uncredited/e-evros.gr/AP/dpa

Das Feuer verbrennt ein Haus im Dorf in der NĂ€he der Stadt Alexandroupolis in der nordöstlichen Region Evros. StĂŒrmische Winde fachen die Flammen der WaldbrĂ€nde in ganz Griechenland an. - Foto: Achilleas Chiras/APNach der teilweisen RĂ€umung eines Krankenhauses  in Alexandroupolis sind Patienten auf einer FĂ€hre untergebracht worden. - Foto: Uncredited/e-evros.gr/AP/dpa

In der Nacht auf Dienstag haben Feuerwehrleute und Anwohner vielerorts in Griechenland erneut verzweifelt versucht, HÀuser und Ortschaften vor gewaltigen BrÀnden zu retten. Besonders angespannt ist die Situation im Nordosten des Landes: Fernsehbilder zeigten, wie die Menschen in den Vororten der Hafenstadt Alexandroupolis um ihre HÀuser kÀmpften.

Das UniversitĂ€tskrankenhaus sowie zahlreiche umliegende Ortschaften der Stadt wurden evakuiert. Aber auch auf den Inseln Euböa und Kythnos sowie westlich von Athen und nahe der nordgriechischen Hafenstadt Kavala toben große Feuer.

Winde heizen die Flammen an

Der weitaus grĂ¶ĂŸte Brandherd liegt im Nationalpark Dadia weit im Nordosten des Landes nahe der Grenze zur TĂŒrkei. Dort wehten starke bis stĂŒrmische Winde und heizten die Flammen an. Ein Mensch kam ums Leben; Medienberichten zufolge handelte es sich um einen Migranten, der an Rauchvergiftung gestorben sei. Im Waldgebiet von Dadia verstecken sich immer wieder Migranten, die illegal aus der TĂŒrkei ĂŒber den Grenzfluss Evros nach Griechenland eingereist sind. Wie viele Menschen sich dort aufhalten und gefĂ€hrdet sein könnten, ist völlig unklar.

Die Rauchschwaden der gewaltigen Brandherde von Dadia sind so groß, dass der Qualm noch viele hundert Kilometer entfernt deutlich zu sehen und zu riechen ist. So wurden die Bewohner und Touristen auf den mehr als 500 Kilometer westlich entfernten Inseln Ithaka und Kefalonia im Ionischen Meer am Dienstagmorgen von Rauchwolken und Gestank geweckt, der Himmel war verdunkelt. Satellitenbilder zeigten, dass die Schwaden sogar Italien erreichen könnten, wenn der Wind entsprechend weht.

Eine alptraumhafte Nacht

In Alexandroupolis sind mittlerweile viele Menschen aus den evakuierten Gegenden angekommen und mĂŒssen untergebracht werden. Einige der rund 175 Patienten des evakuierten UniversitĂ€tskrankenhauses wurden auf einer FĂ€hre untergebracht, schwere FĂ€lle auch in KrankenhĂ€user anderer StĂ€dte verlegt, wie der Nachrichtensender Skai berichtete.

Eine alptraumhafte Nacht verbrachten auch die Menschen der Orte Nea Artaki und Psachna auf der zweitgrĂ¶ĂŸten griechischen Insel Euböa. Dort tobte auf einem Berg ein großer Brand, der die Ortschaften bedrohte. Das Industriegebiet von Nea Artaki und andere Siedlungen mussten evakuiert werden. Es seien HĂ€user und StĂ€lle abgebrannt, berichteten griechische Medien; vielerorts fielen Wasser und Strom aus, weil Strommasten verbrannten und die Leitungen mit sich rissen.

Ähnlich sah es auf der Insel Kythnos aus, wo es seit Montag an zwei Fronten brennt und die Flammen noch nicht unter Kontrolle gebracht werden konnten. Vier Siedlungen wurden dort bislang evakuiert, noch sei das Feuer aber nicht an die HĂ€user gelangt. Auch Hotels seien nicht bedroht, sagte der BĂŒrgermeister der Insel gegenĂŒber Journalisten.

Indiz fĂŒr Brandstiftung

15 Kilometer westlich von Athen brach am Dienstagmorgen ein Brand in der Gemeinde Aspropyrgos aus. Auch dort herrschten starke Winde, Anwohner wurden per Warn-SMS dazu aufgerufen, die Gegend zu verlassen. Dort wie auch fĂŒr den Waldbrand von Dadia gehen die Behörden von Brandstiftung aus, wobei mutmaßliche TĂ€ter noch nicht festgestellt wurden. Allerdings waren beispielsweise am Montag in Dadia binnen zwei Stunden zwölf Feuer ausgebrochen, was als Indiz fĂŒr Brandstiftung gilt.

In der Region Böotien westlich von Athen brennt es bereits seit Sonntagnacht - dort war am Montag ein SchÀfer ums Leben gekommen, der versucht hatte, seine Tiere vor den Flammen zu retten und vermutlich an einer Rauchvergiftung starb, wie die Feuerwehr mitteilte.

Die weiteren Aussichten fĂŒr die Entwicklung der BrĂ€nde waren am Dienstag denkbar schlecht: FĂŒr fast ganz Griechenland warnte der Zivilschutz vor sehr hoher bis extrem hoher Waldbrandgefahr. Problematisch sind vor allem die starken Winde und mancherorts auch Sturmböen, die die Flammen vor sich her treiben und die Feuerfronten ausweiten. Sie machen die Löscharbeiten fast unmöglich und fĂŒr die Löschhubschrauber und -flugzeuge zudem sehr gefĂ€hrlich.

Die Lage in Kanada

Kontrolle, aber keine Entwarnung auch bei den BrĂ€nden im SĂŒden der kanadischen Provinz British Columbia. Mindestens 50 GebĂ€ude wurden in den vergangenen Tagen zerstört, sagte der örtliche MinisterprĂ€sident David Eby am Montag - die Zahlen könnten aber noch steigen.

«Man kann davon ausgehen, dass es sich bei den meisten, wenn nicht allen, dieser GebĂ€ude um WohnhĂ€user handelt», so Eby. Die Lage hatte sich wegen des Einsatzes vieler RettungskrĂ€fte vor allem bei der Stadt West Kelowna zuletzt aber etwas entspannt. Zudem hoffen Anwohner und Behörden auf fĂŒr heute vorhergesagten Regen.

Kanada kĂ€mpft bereits seit Monaten gegen WaldbrĂ€nde in mehreren Teilen des Landes. Zehntausende Menschen haben in mehreren betroffenen Gebieten in British Columbia und den Northwest Territories bereits ihre HĂ€user verlassen mĂŒssen. Auch die LuftqualitĂ€t nahm rapide ab. Mittlerweile wird dort auch das MilitĂ€r eingesetzt, um die BrandbekĂ€mpfung logistisch zu unterstĂŒtzen.

@ dpa.de