BrĂ€nde in Ostasien - mehr als 20 Tote in SĂŒdkorea
26.03.2025 - 08:44:22Die Zahl der Todesopfer bei den WaldbrĂ€nden in SĂŒdkorea steigt - auf inzwischen mehr als 20. Allein seit Dienstagnachmittag seien im SĂŒdosten des Landes 18 Menschen durch die auĂer Kontrolle geratenen Feuer ums Leben gekommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Yonhap. Am Wochenende waren bereits vier EinsatzkrĂ€fte beim Kampf gegen die Flammen gestorben. Die Behörden befĂŒrchten weitere Tote in den nĂ€chsten Tagen. Auch in anderen LĂ€ndern gibt es BrĂ€nde mit teils verheerenden Folgen.
Am Mittwoch stĂŒrzte in SĂŒdkorea zudem ein Helikopter bei Löscharbeiten im Landkreis Uiseong ab. Der 73-jĂ€hrige Pilot starb. Die GrĂŒnde fĂŒr den Absturz sind bislang unklar. In einer ersten Reaktion haben die Behörden sĂ€mtliche FlĂŒge der rund 140 Helikopter in den betroffenen Brandgebieten eingestellt.
Premierminister Han Duck Soo, der derzeit auch die AmtsgeschĂ€fte des suspendierten PrĂ€sidenten Yoon Suk Yeol ĂŒbernimmt, sagte in einer Fernsehansprache, dass «SchĂ€den durch die BrĂ€nde drohen, wie wir sie noch nie erlebt haben». Laut lokalen Medien handelt es sich um die bisher drittgröĂten WaldbrĂ€nde in der Geschichte des Landes.Â
Eine FlĂ€che von mehr als 40.000 Hektar brannte bereits nieder. Rund 30.000 Anwohner wurden in Sicherheit gebracht, darunter auch mehrere hundert GefĂ€ngnisinsassen in den betroffenen Gebieten. Mindestens vier Landkreise wurden zum Katastrophengebiet erklĂ€rt.Â
Die BrĂ€nde haben bereits mehrere historische StĂ€tten zerstört. So brannte ein ĂŒber tausend Jahre alter Tempel vollstĂ€ndig nieder. Auch das historische Hahoe-Dorf, das von der Unesco 2010 zum Weltkulturerbe erklĂ€rt wurde, ist von den Flammen bedroht. Die Anwohner wurden zur Evakuierung aufgerufen.
Die Regierung hat rund 5.000 EinsatzkrĂ€fte gegen die Flammen mobilisiert. Zudem haben etliche sĂŒdkoreanische Unternehmen ihre UnterstĂŒtzung angekĂŒndigt: So gaben der Autoproduzent Hyundai Motor und die Mischkonzerne SK und LG an, zwei Milliarden Won (ungefĂ€hr 1,3 Millionen Euro) fĂŒr den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete spenden zu wollen.Â
Was sind GrĂŒnde fĂŒr die WaldbrĂ€nde in SĂŒdkorea?
Das Feuer war am Freitag im Landkreis Sancheong ausgebrochen, etwa 250 Kilometer sĂŒdöstlich der Hauptstadt Seoul. Nach Angaben der Behörden haben Winde und eine anhaltende DĂŒrre die BrĂ€nde begĂŒnstigt. Nach wie vor ist die Lage ĂŒberaus angespannt. Zwar sind fĂŒr Donnerstag leichte Regenschauer fĂŒr den SĂŒdosten des Landes vorhergesagt, doch dĂŒrften diese kaum ausreichen, um bei den Löscharbeiten einen bedeutsamen Unterschied zu machen.Â
In SĂŒdkorea kommt es wĂ€hrend anhaltender Trockenperioden regelmĂ€Ăig zu WaldbrĂ€nden. In den vergangenen Jahren haben sowohl die Durchschnittstemperaturen als auch Extremwetter im Land zugenommen, was die Gefahr fĂŒr BrĂ€nde und deren AusmaĂe deutlich erhöht hat. Wissenschaftler sehen die Zunahme von WaldbrĂ€nden in SĂŒdkorea auch als Indikator fĂŒr den fortschreitenden Klimawandel.
Tausende Tiere sterben in Mongolei
Nicht nur SĂŒdkorea ist betroffen: Trockenheit begĂŒnstigte auch in anderen ostasiatischen LĂ€ndern die Ausbreitung zahlreicher Feuer. In der Mongolei, einem vom Klimawandel besonders betroffenen Land zwischen Russland und China, meldete der Katastrophenschutz mit Stand Montag landesweit 28 Wald- und SteppenbrĂ€nde. Die Zahl der BrĂ€nde innerhalb der FrĂŒhjahrs-Trockenheit sei dramatisch angestiegen, erklĂ€rte ein Feuerwehrsprecher.Â
Die Flammen zerstörten demzufolge bislang eine FlĂ€che von fast 1,4 Millionen Hektar - fast so groĂ wie Schleswig-Holstein (1,58 Millionen Hektar). Zudem fielen rund 7.500 Schafe und Rinder in dem vom Nomadentum immer noch stark geprĂ€gten Land den Flammen zum Opfer.Â
Chinas Feuerwehr kĂ€mpft gegen viele FlĂ€chenbrĂ€ndeÂ
Im Nachbarland China kĂ€mpften Feuerwehrleute unter der anhaltenden Trockenheit vor allem im Norden und Osten gegen mehrere FlĂ€chenbrĂ€nde. In der Provinz Anhui löschten rund 700 RettungskrĂ€fte einen Brand nahe der GroĂstadt Hefei, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Behörden vermuteten demnach, dass Anwohner beim rituellen Abbrennen von Papiergeld im Gedenken an die Vorfahren das Feuer entfacht hatten.Â
Ein Àhnlicher Fall ereignete sich im Pekinger Vorort Fangshan. In der Provinz Shanxi kÀmpften sich mehr als 2.000 Helfer und Feuerwehrleute laut Staatsmedien durch StrÀucher und BÀume, um einen am Montag entfachten Waldbrand zu löschen.









