Verkehrstote, UnfÀlle

Weniger Verkehrstote und UnfĂ€lle auf deutschen Straßen

28.02.2025 - 13:53:48

Die Zahl der Verkehrstoten ist 2024 auf den drittniedrigsten Stand seit Beginn der Erfassung gesunken. Doch Experten mahnen, sich nicht auszuruhen.

  • Ein zerstörtes Fahrzeug steht nach einem Unfall auf der Autobahn A3. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa

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  • in Auto fĂ€hrt auf einer Landstraße an einem hölzernen Kreuz vorbei, welches zur Erinnerung an ein Unfallopfer aufgestellt wurde. - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

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  • Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 ist im August ein Ehepaar tödlich verletzt worden. (Archivbild) - Foto: Kec/Fuldamedia /dpa

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  • Ein Motorradfahrer ist mit einem Autofahrer zusammengestoßen. Ein Notarzt musste den verletzten Motorradfahrer versorgen. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

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  •  Ein 41 Jahre alter FußgĂ€nger ist in Berlin-Mitte von einem Auto ĂŒberfahren worden und ums Leben gekommen. (Archivbild) - Foto: Paul Zinken/dpa

    Paul Zinken/dpa

Ein zerstörtes Fahrzeug steht nach einem Unfall auf der Autobahn A3. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpain Auto fĂ€hrt auf einer Landstraße an einem hölzernen Kreuz vorbei, welches zur Erinnerung an ein Unfallopfer aufgestellt wurde. - Foto: Jens BĂŒttner/dpaBei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 ist im August ein Ehepaar tödlich verletzt worden. (Archivbild) - Foto: Kec/Fuldamedia /dpaEin Motorradfahrer ist mit einem Autofahrer zusammengestoßen. Ein Notarzt musste den verletzten Motorradfahrer versorgen. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa Ein 41 Jahre alter FußgĂ€nger ist in Berlin-Mitte von einem Auto ĂŒberfahren worden und ums Leben gekommen. (Archivbild) - Foto: Paul Zinken/dpa

Weniger UnfĂ€lle, weniger Verletzte und weniger Tote: In der deutschen Verkehrsstatistik fĂŒr 2024 zeigt sich ein positiver Trend. So starben im vergangenen Jahr 2.780 Menschen bei VerkehrsunfĂ€llen. Das sind 59 Menschen oder zwei Prozent weniger als 2023, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorlĂ€ufigen Ergebnissen mitteilte. Dies sei zugleich der drittniedrigste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 1953. Nur in den Corona-Jahren 2020 und 2021 starben mit 2.719 beziehungsweise 2.562 Personen weniger Menschen im Straßenverkehr. 

Auch die Zahl der Verletzten sank 2024 um 1 Prozent auf 363.000 Menschen gegenĂŒber dem Vorjahr leicht. Die Zahl der Schwerverletzten sank demnach sogar um 5 Prozent auf 50.300. Dies sei der niedrigste Wert seit 1991, dem ersten Jahr, in dem die Verletzten getrennt in schwer- und leicht verletzt erfasst wurden.

Aus Sicht der Deutschen Verkehrswacht sind die Verringerungen der Zahlen der Verkehrstoten zu klein. «Ich freue mich ĂŒber jeden einzelnen Menschen, der nicht im Straßenverkehr zu Tode kommt. Diese Zahlen deuten aber keine Trendwende an.», sagte Kirsten LĂŒhmann, PrĂ€sidentin der Verkehrswacht der Deutschen Presse-Agentur. «Wir reden immer noch von knapp acht Toten pro Tag, acht Menschen, die jeden Tag auf unseren Straßen sterben.» 

Dagegen bedeutete der RĂŒckgang an Schwerverletzten einen ausgeprĂ€gteren positiven Trend. Das geht laut LĂŒhmann auch auf verbesserte Fahrzeugtechnik wie Assistenzsysteme zurĂŒck.

Auch der ADAC sieht keinen Durchbruch bei den Zahlen. «Das reicht nicht aus», sagte Ulrich Chiellino, Leiter des Bereichs Verkehrspolitik beim ADAC. Er stellte die Eigenverantwortung im Straßenverkehr in den Fokus. Viele UnfĂ€lle passierten auch aus einer gewissen Sorglosigkeit heraus. Gerade auf «Routinestrecken», wie dem Heimweg auf der Landstraße gebe es deutlich zu viele tödliche UnfĂ€lle. Deshalb sollten Autofahrer «auch auf vertrauten Strecken aufmerksam bleiben». 

Allein das Anschnallen könnte oft Leben retten - SchĂ€tzungen zufolge könnten bis zu 200 tödliche UnfĂ€lle im Jahr durch konsequentes Anschnallen vermieden werden, sagte er. Auch bei Radfahrern spiele die Eigenverantwortung eine große Rolle. Viele TodesfĂ€lle in diesem Bereich gingen auf AlleinunfĂ€lle zurĂŒck. Da kĂ€men dann auch Drogen und Alkohol und eine gewisse SelbstĂŒberschĂ€tzung ins Spiel. 

Weniger UnfÀlle insgesamt

Die Polizei registrierte laut den Bundesstatistikern im Jahr 2024 rund 2,5 Millionen UnfÀlle insgesamt - ebenfalls 1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei 2,2 Millionen UnfÀllen blieb es bei SachschÀden. Die Zahl der UnfÀlle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, sank um 1 Prozent auf gut 289.000.

Dem Bundesamt lĂ€gen derzeit detaillierte Daten fĂŒr den Zeitraum von Januar bis November 2024 vor. Diese zeigten, dass bei fast allen Verkehrsbeteiligungsarten weniger Menschen starben als im Vorjahreszeitraum. Demnach waren es jeweils 21 Getötete weniger bei den FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€ngern (minus 5,7 Prozent) sowie den Autoinsassen (minus 2,0 Prozent). Auch bei Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern gab es mit 10 Getöteten weniger (minus 2,3 Prozent) einen RĂŒckgang. 

Dagegen kamen von Januar bis November 2024 mehr Menschen ums Leben, die mit einem amtlich zugelassenen Kraftrad unterwegs waren, also unter anderem mit LeichtkraftrĂ€dern, Motorrollern und MotorrĂ€dern (plus 9 Getötete oder plus 1,8 Prozent). Auch die Zahl der tödlich verunglĂŒckten Menschen, die E-Scooter nutzten, stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 oder 9,5 Prozent.

Experten: Radfahrerzahlen ein Erfolg

FĂŒr Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung beim Gesamtverband der Versicherer, bedeuteten die verringerten Todeszahlen bei Radfahrern eine «erfreuliche Entwicklung». Insbesondere, weil seit einigen Jahren auch deutlich mehr Rad gefahren wĂŒrde. 

Bei den FußgĂ€ngern sehe es etwas anders aus. Verglichen mit 2023 gebe es zwar eine positive Entwicklung - insgesamt seien die Zahlen aber zu hoch. «Es muss in Sachen Verkehrssicherheit fĂŒr Fußgehende mehr passieren, als das heute der Fall ist», betonte Zeidler. Es brauche vor allem mehr sichere StraßenĂŒbergĂ€nge, denn die meisten UnfĂ€lle in StĂ€dten passieren laut Zeidler bei FußgĂ€ngern beim Überqueren der Straße. 

Auch der Aspekt der alternden Bevölkerung spiele eine Rolle: Ältere ab 80 Jahren und Kinder hĂ€tten ein doppelt bis dreifach höheres Unfallrisiko, wenn sie zu Fuß unterwegs sind, als die mittleren Altersgruppen. «Und wir haben einen wachsenden Anteil der Älteren im Straßenverkehr», sagte sie. «Das heißt, wenn wir bei den FußgĂ€ngern nicht mehr tun, wird sich dieser positive Zwischenschritt nicht fortsetzen.»

Den RĂŒckgang von toten FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€ngern begrĂŒĂŸte auch die Verkehrswacht-PrĂ€sidentin LĂŒhmann: «Das ist eine sehr gute Zahl, weil zu Fuß Gehende ja auch ungeschĂŒtzte Verkehrsteilnehmende sind» und diese auch oft auch durch Fahrzeugtechnik nicht geschĂŒtzt werden könnten. Sie plĂ€dierte fĂŒr ein verĂ€ndertes Verkehrsverhalten von Autofahrern, hin zu mehr Vorsicht. «Das A und O ist: Geschwindigkeit runter.» Denn je niedriger die Aufprallgeschwindigkeit sei, umso geringer seien auch die Verletzungen und umso weniger Tote gebe es.

Stadtstaaten haben wenige Tote

Die meisten Todesopfer gab es 2024 gemessen an der Einwohnerzahl im Straßenverkehr in Mecklenburg-Vorpommern mit 59 und in Sachsen-Anhalt mit 52 je einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern. Weit unter dem Bundeswert von 33 Getöteten je einer Million Einwohnern lagen die Stadtstaaten Hamburg mit 21, Bremen mit 17 und Berlin mit 15 Menschen, die starben. Das gilt auch fĂŒr Nordrhein-Westfalen mit 26 und das Saarland mit 24 Getöteten pro einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern.

@ dpa.de