Statistik: Fast 12.000 E-Scooter-UnfÀlle im Jahr 2024
31.07.2025 - 13:50:30Mehr Tote, mehr Verletzte: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der UnfÀlle von E-Scootern deutlich gestiegen. Von rund 9.400 UnfÀllen im Jahr 2023 erhöhte sie sich um mehr als 26 Prozent auf 11.944 im Jahr 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Insgesamt starben dabei 27 Menschen â 2023 waren es noch 22 gewesen. Ein GroĂteil der Verletzten und alle bei den UnfĂ€llen Getöteten waren selbst Fahrer oder Fahrerin des E-Scooters, wie es von den Statistikern hieĂ. Nicht in der Statistik enthalten sind UnfĂ€lle, die durch unachtsam abgestellte E-Scooter verursacht werden. In manchen StĂ€dten ist das Abstellen mittlerweile nur noch auf SammelparkplĂ€tzen erlaubt.
Falsche Benutzung oft Grund fĂŒr UnfĂ€lle
Zwar könnten UnfĂ€lle nicht immer auf einen einzigen Grund zurĂŒckgefĂŒhrt werden, hieĂ es vom Bundesamt. HĂ€ufig registrierte die Polizei deshalb mehrere Fehlverhalten als Grund fĂŒr UnfĂ€lle. Am hĂ€ufigsten: die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege (21,2 Prozent).
Die E-Scooter-Nutzenden mĂŒssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten.
Besonders hÀufig stellte die Polizei 2024 bei E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern zudem Alkoholeinfluss fest (12,4 Prozent der FÀlle). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 7,8 Prozent und bei zulassungsfreien KraftrÀdern wie Mofas oder Pedelecs 5,9 Prozent.
Alter ungleich verteilt
Insbesondere junge Menschen sind laut Bundesamt in UnfĂ€lle mit E-Scootern verwickelt. Im vergangenen Jahr war knapp die HĂ€lfte der verunglĂŒckten Fahrerinnen und Fahrer jĂŒnger als 25 Jahre. 82 Prozent von ihnen waren jĂŒnger als 45 Jahre. Ein Grund fĂŒr die Unterschiede dĂŒrfte nach Angaben der Statistiker sein, dass jĂŒngere Menschen im Allgemeinen mehr mit E-Scootern unterwegs sind als Ă€ltere.
UnfĂ€lle mit E-Scootern geschehen zudem besonders hĂ€ufig in GroĂstĂ€dten. So wurden 2024 mehr als die HĂ€lfte der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden in StĂ€dten mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern registriert. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs (29,6 Prozent) oder FahrrĂ€dern ohne Hilfsmotor (45,1 Prozent) war der Anteil deutlich geringer.
Insgesamt spielten E-Scooter im Unfallgeschehen allerdings eine vergleichsweise geringe Rolle: 2024 registrierte die Polizei insgesamt 290.701 VerkehrsunfÀlle mit Personenschaden. An lediglich 4,1 Prozent der FÀlle war ein E-Scooter-Fahrer oder eine E-Scooter-Fahrerin beteiligt. Im Vergleich zu 2023 (3,2 Prozent) stieg der Anteil dennoch.
Versicherer: Private Scooter sicherer
Laut Gesamtverband der Versicherer hĂ€ngt die Unfallgefahr bei E-Scootern auch vom Fahrverhalten ab â E-Scooter in Privatbesitz verursachen demnach deutlich seltener UnfĂ€lle als solche, die ausgeliehen werden können. «Wer einen eigenen Scooter hat, ist in der Regel Vielfahrer, nutzt den Scooter oft fĂŒr den Arbeitsweg», sagte die Leiterin der Unfallforschung des Verbands, Kirstin Zeidler. «Nutzer von Leih-Scootern sind hingegen jĂŒnger, fahren meist in der Freizeit, oft ohne Helm, sind weniger geĂŒbt und fahren öfter auf dem Gehweg, obwohl das nicht erlaubt ist», sagte sie.


