Kinder, Jugend

DAK: Mehr Heranwachsende konsumieren E-Zigaretten

08.10.2023 - 06:41:14

E-Zigaretten sind ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wohl weniger gesundheitsschÀdlich, andererseits nicht ohne Risiken und mit AbhÀngigkeitspotenzial. Nun gibt es neue Zahlen zum Konsum.

Mehr Kinder und Jugendliche greifen regelmĂ€ĂŸig zur E-Zigarette. So geben 7,0 Prozent von knapp 15.000 befragten 9- bis 17-JĂ€hrigen an, mindestens einmal im Monat dieses nikotinhaltige Produkt zu konsumieren, wie aus dem PrĂ€ventionsradar der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Im Jahr zuvor lag der Wert bei unter fĂŒnf Prozent (2016: 3,9 Prozent).

Im Jahr 2023 griffen den Daten zufolge erstmals seit Beginn der Umfragereihe im Jahr 2016 mehr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler regelmĂ€ĂŸig zur E-Zigarette als zu konventionellen Zigaretten oder zur Shisha. Der Anteil der jungen Menschen, die konventionelle Zigaretten rauchten, verĂ€nderte sich im Vergleich zum Vorjahr kaum. Die Kasse sieht das Ziel Deutschlands, bis 2040 eine rauchfreie Gesellschaft zu werden, in Gefahr und fordert ein bundesweites Verbot von Einweg-E-Zigaretten.

Erhöhtes Risiko fĂŒr regelmĂ€ĂŸigen Konsum

FĂŒr den PrĂ€ventionsradar befragte das Institut fĂŒr Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel seit 2016 fast 60.000 Jungen und MĂ€dchen zu ihrem Rauchverhalten. Sie waren im Durchschnitt 13 Jahre alt und kamen aus 14 BundeslĂ€ndern.

Elektronische Zigaretten seien bei der Abgabe von Nikotin wirksamer als andere Produkte, betonte die DAK. «FĂŒr Kinder und Jugendliche ist die E-Zigarette mittlerweile die wichtigste Einstiegsdroge in die Nikotinsucht», sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm laut Mitteilung. «Sie erhöht das Risiko fĂŒr einen regelmĂ€ĂŸigen Konsum klassischer Zigaretten im Erwachsenenalter - mit dem bekannt hohen Krebsrisiko.»

Nach EinschĂ€tzung der DAK machen Aromastoffe den besonderen Reiz der Produkte fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus. «Was nach Mango oder Himbeere schmeckt, ist fĂŒr Kinder und Jugendliche besonders verfĂŒhrerisch», erlĂ€uterte Storm. Zudem verleite die Einweg-Variante der E-Zigaretten mit einem relativ niedrigen Preis junge KĂ€ufergruppen. «Einweg-Vapes sind fĂŒr Schulkinder sĂŒĂŸes Gift zum Taschengeldtarif und sollten so schnell wie möglich verboten werden», forderte Storm.

Verband: Verbot kontraproduktiv

Der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) hĂ€lt ein Verbot fĂŒr kontraproduktiv: «Teenager testen gerne Dinge aus, besonders gerne wenn sie verboten sind. Dabei bleibt es dann aber meistens auch, bei einem experimentellen Probierkonsum», sagte VdeH-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Pohland der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche keine neuen EinschrĂ€nkungen, sondern konsequente Kontrollen der Behörden, insbesondere in Kiosken. Die Abgabe von E-Zigaretten ist in Deutschland an Menschen unter 18 Jahren verboten. Zudem widersprach Pohland der These, dass E-Zigaretten Jugendliche an konventionelle Zigaretten heranfĂŒhrten.

«Nikotinhaltige E-Zigaretten machen abhĂ€ngig und sind gesundheitsschĂ€dlich, in keinem Fall sind es "gesunde Alternativen zum Rauchen"», zitierte die DAK-Gesundheit den PrĂ€sidenten der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Wolfram Windisch. Im Vergleich zu konventionellen Zigaretten seien E-Zigaretten vermutlich insgesamt weniger gesundheitsschĂ€dlich, schreibt die Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BZgA). «Gesundheitliche Risiken können jedoch insbesondere bei langfristigem Gebrauch nicht ausgeschlossen werden.»

@ dpa.de