Deutschland, Niedersachsen

Arzt wegen fahrlÀssiger Tötung eines Patienten angeklagt

06.06.2023 - 12:42:05

Ein 14-JÀhriger zieht sich durch einen Sturz vom Fahrrad einen SchÀdelbasisbruch zu. Der Arzt verzichtet nach Fehldiagnose auf die nötige Behandlung. Nun muss sich der Mediziner vor Gericht verantworten.

Wegen fahrlÀssiger Tötung eines 14-jÀhrigen Patienten muss sich seit Dienstag ein Mediziner vor dem Landgericht im niedersÀchsischen Verden verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-jÀhrigen Angeklagten vor, 2018 als «Chefarzt im Hintergrunddienst» in einer Rotenburger Klinik die notwendige Behandlung des Jugendlichen nach einem Fahrradsturz nicht angeordnet zu haben. Der Junge starb einen Tag nach dem Unfall an einer Hirnblutung.

Obwohl der Patient mehrfach blutig erbrochen, auffĂ€llige Kaliumwerte und trotz Schmerzmittel ĂŒber sehr starke Kopfschmerzen geklagt habe, seien keine Untersuchungen gemacht worden, um eine Hirnblutung auszuschließen. Der behandelnde Arzt hatte eine GehirnerschĂŒtterung diagnostiziert. TatsĂ€chlich hatte der Jugendliche einen SchĂ€delbasisbruch erlitten. Der behandelnde Arzt hatte sich mit dem Chefarzt telefonisch ĂŒber den Fall ausgetauscht.

Ein Assistenzarzt, ein Oberarzt und der Chefarzt waren nach dem Vorfall entlassen worden. UrsprĂŒnglich waren die drei wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt worden. Dies hatte das Gericht nicht zugelassen. Daraufhin klagte die Staatsanwaltschaft die drei wegen fahrlĂ€ssiger Tötung an.

Gegen einen Arzt wurde das Verfahren gegen Zahlung von 12.000 Euro eingestellt, ein anderer ist inzwischen verstorben. Der ehemalige Chefarzt hatte mitgeteilt, er sei mit der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 13.000 Euro einverstanden. Die Staatsanwaltschaft forderte 25.000 Euro. Es kam zu keiner Einigung und damit zur Eröffnung des Prozesses.

@ dpa.de

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