Hubschrauberabsturz mit sechs Toten erschĂŒttert New York
11.04.2025 - 16:35:10 | dpa.deTragisches Ende eines Hubschrauber-Touristenausflugs in der Millionenmetropole New York: Beim Absturz des Helikopters in den kalten Hudson River an der Westseite von Manhattan sind alle sechs Insassen - drei Kinder und drei Erwachsene - ums Leben gekommen. Das UnglĂŒck hat auch die Diskussion ĂŒber die Zukunft dieser bei Touristen sehr beliebten, in New York aber höchst umstrittenen Hubschrauber-AusflĂŒge, bei denen in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Menschen ums Leben kamen, neu angefacht.Â
Unter den Toten sind neben dem Piloten auch ein Manager der Siemens-Tochter Siemens Mobility, der 49 Jahre alte AgustĂn Escobar, sowie seine Frau. Escobar war dort Chef der Sparte Rail Infrastructure. Sein Dienstsitz war in Berlin. Seine Frau arbeitete fĂŒr den Energietechnikhersteller Siemens Energy.Â
Beide Unternehmen bestĂ€tigten die jeweilige IdentitĂ€t der Opfer. «Wir sind zutiefst bestĂŒrzt ĂŒber den tragischen Hubschrauberabsturz, bei dem Agustin Escobar und seine Familie ums Leben gekommen sind», schrieb Siemens in einer Mitteilung. «Unser tief empfundenes MitgefĂŒhl gilt allen Angehörigen.»
UnglĂŒcksursache noch völlig unklar
Laut der US-Flugsicherheitsbehörde laufen Ermittlungen zur UnglĂŒcksursache. New Yorks BĂŒrgermeister Eric Adams zufolge waren alle FluggĂ€ste nach vorlĂ€ufigen Informationen zu einem Besuch aus Spanien angereist und auf einem Rundflug ĂŒber der Metropole, als der Helikopter aus noch ungeklĂ€rten GrĂŒnden in den Fluss vor Manhattan stĂŒrzte. Es handele sich um eine Familie aus Barcelona, schrieb der Regierungschef der spanischen Region Katalonien, Salvador Illa, in einem Post auf der Plattform X. Er sprach zugleich sein Beileid aus. Auch Spaniens MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez kondolierte auf X.Â
Wie es zu dem Absturz am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) kam, war zunĂ€chst unklar. Auf Videoaufnahmen und Fotos ist zu sehen, wie der Helikopter kopfĂŒber in der Luft liegt, bevor er abstĂŒrzt. Michael Roth, zu dessen Unternehmen der Hubschrauber fĂŒr TouristenrundflĂŒge in der Millionenstadt gehört, sagte der britischen Zeitung «The Telegraph»: «Er (der Pilot) meldete sich und sagte, dass er landen wĂŒrde und dass er Treibstoff brĂ€uchte. Es hĂ€tte etwa drei Minuten dauern sollen, zurĂŒckzukehren, aber nach 20 Minuten war er immer noch nicht da.» Der «New York Post» sagte Roth, er könne sich das UnglĂŒck nur mit einem Vogelschlag oder einem Versagen der RotorblĂ€tter erklĂ€ren.
Augenzeugen: Hubschrauber fiel wie Stein vom Himmel
Ein weiterer Hubschrauber der Firma habe sich dann auf den Weg gemacht und aus der Luft den abgestĂŒrzten Helikopter im Hudson gesehen. Medienberichten zufolge waren Hubschrauber der Firma in der Vergangenheit schon mehrfach mit technischen Problemen aufgefallen.Â
Im Internet verbreiteten sich Aufnahmen, auf denen die Kabine eines Hubschraubers zu sehen ist, die wie ein Stein aus groĂer Höhe ins Wasser stĂŒrzt. Spekuliert wurde daher, dass der Helikopter in der Luft auseinandergebrochen sein könnte. EinsatzkrĂ€fte fuhren mit zahlreichen Booten zur UnglĂŒcksstelle, doch fĂŒr die Insassen des Hubschraubers vom Typ Bell 206 kam jede Hilfe zu spĂ€t.Â
Trump: «Aufnahmen sind schrecklich»
«Die Aufnahmen von dem Unfall sind schrecklich», schrieb US-PrĂ€sident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. NĂ€here Informationen zu Ursache und Hergang des UnglĂŒcks werde es in KĂŒrze geben, kĂŒndigte er an.
Der Hubschrauber war nach bisherigen Erkenntnissen gegen 15 Uhr Ortszeit in Downtown Manhattan gestartet, um die SĂŒdspitze Manhattans geflogen und dann den Hudson River entlang zwischen New York und New Jersey. Auf Höhe des nördlichen Endes von Manhattan kehrte er um - wenige Minuten spĂ€ter verlor der Pilot dann offenbar die Kontrolle ĂŒber den Hubschrauber, der nahe dem Ufer von New Jersey in den Fluss stĂŒrzte.
Hubschrauber gehören in New Yorker zum Alltag
Helikopter gehören zum New Yorker Stadtbild und sind gerade in Manhattan stĂ€ndig zu sehen. Um die 30.000 FlĂŒge gibt es Branchenangaben pro Jahr. Meistens haben sie Touristen an Bord oder bringen reiche GeschĂ€ftsleute zu ihrem nĂ€chsten Termin oder Wohnsitz vor den Toren der Stadt. Vielen New Yorkern ist das nicht nur zu laut, sondern auch zu gefĂ€hrlich. Immer wieder entbrannten nach UnfĂ€llen Debatten ĂŒber die Sicherheit in der dicht besiedelten Metropole mit mehr als acht Millionen Einwohnern und Hunderten Wolkenkratzern.
Dabei dĂŒrfen Helikopter nur mit spezieller Erlaubnis ĂŒber das Zentrum Manhattans fliegen. Die meisten Piloten heben am Rand der Insel ab und fliegen ĂŒber dem East River und dem Hudson. Nicht weit entfernt von der jetzigen Absturzstelle hatte ein Pilot 2009 eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft US Airways spektakulĂ€r auf dem Hudson notgelandet, ohne dass dabei jemand verletzt wurde. Der Vorfall machte weltweit Schlagzeilen und wurde spĂ€ter verfilmt.
Immer wieder UnfÀlle
Ein Rundflug ĂŒber New York gehört jedes Jahr fĂŒr tausende Touristen zum Pflichtprogramm. FĂŒr viele sind die wenigen Minuten ĂŒber der einmaligen Kulisse von Manhattan - fĂŒr die sie hunderte Dollar zahlen - ein Höhepunkt des Urlaubs. Eine Reihe von Unternehmen hat sich zudem auf FlĂŒge fĂŒr GeschĂ€ftsleute spezialisiert.
Viele Anwohner stört der Hochbetrieb ĂŒber den DĂ€chern der Stadt allerdings. 2016 versuchte die Stadtverwaltung, die mit dutzenden Millionen Dollar Einnahmen selbst an dem GeschĂ€ft profitiert, einen Kompromiss zu schlieĂen: Die ursprĂŒngliche Zahl von 60.000 FlĂŒgen pro Jahr wurde halbiert.
Zu UnfĂ€llen kam es jedoch weiterhin. So stĂŒrzte im Mai 2019 ein auĂer Kontrolle geratener Helikopter in den Hudson River. Der Pilot konnte sich mit einem Sprung ins Wasser retten. Kurze Zeit spĂ€ter stĂŒrzte ein Hubschrauber auf ein Hochhausdach und ging in Flammen auf. Insgesamt starben Medienangaben zufolge rund drei Dutzend Menschen in den vergangenen Jahrzehnten bei Hubschrauber-UnfĂ€llen in New York.
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