Platte bricht: Sechs Menschen stĂŒrzen in Hamburg von Balkon
15.08.2024 - 14:15:15Tragisches Ende eines Umzugs: Weil die Bodenplatte eines Balkons in Hamburg plötzlich brach, sind sechs Menschen in die Tiefe gestĂŒrzt und zum Teil schwer verletzt worden. Ersten Erkenntnissen zufolge standen am Mittwochabend fĂŒnf MĂ€nner und eine Frau auf dem Balkon des Mehrfamilienhauses, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. Die 18- bis 27-JĂ€hrigen stĂŒrzten aus dem dritten Stock mehrere Meter tief auf den Boden. Ein 27-JĂ€hriger sei dabei lebensbedrohlich verletzt worden.Â
Am frĂŒhen Donnerstagnachmittag hatte die Polizei noch keine neuen Informationen zu seinem Gesundheitszustand. Die ĂŒbrigen kamen mit leichten und mittelschweren Verletzungen davon.Â
Umzug in die Wohnung stand bevor
Einer von ihnen ist der 19 Jahre alte Emilian Busch. Er und seine Freunde hatten an dem Tag gemeinsam die Waschmaschine und den KĂŒhlschrank in die Wohnung gebracht, sagte Busch der Deutschen Presse-Agentur. Der Freund habe am Wochenende in die Wohnung einziehen wollen. «Aber das hat sich jetzt wohl auch erledigt.»
Nach getaner Arbeit hÀtten sich die Umzugshelfer zum Rauchen auf den Balkon gestellt, als die Bodenplatte plötzlich nachgab. «Wir standen da und haben geredet, dann hat es zweimal laut geknackt, und dann ging es auch schon nach unten», schilderte Busch. «Dann ist der einfach weggeklappt und wir sind alle drei Stockwerke nach unten gefallen.»
«Das hÀtte ganz schlimm ausgehen können»
Der 19-JĂ€hrige war am Tag nach dem Unfall mit seinen Eltern zurĂŒck an den UnglĂŒcksort gekommen, um das Geschehene besser verarbeiten zu können. Das habe auch ein Seelsorger im Krankenhaus empfohlen. Wenn man sich die Szenerie noch mal anschaue, werde schnell klar: «Einen gröĂeren Schutzengel kann man nicht haben», sagte Emilians Vater, Stephan Busch, dazu. «Das hĂ€tte ganz schlimm ausgehen können», ergĂ€nzte die Mutter, Birgitta Busch.
Warum die Bodenplatte des Balkons brach und der Balkon dadurch um 90 Grad nach unten klappte, war noch unklar. Das Landeskriminalamt Nord prĂŒfe nun auch, ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorliege, teilte die Polizei mit. Das könnten etwa BaumĂ€ngel oder ein maroder Bauzustand sein. Es werde allerdings bei den Ermittlungen in alle Richtungen geschaut, um herauszubekommen, was zu dem UnglĂŒck gefĂŒhrt habe. Es sei auch möglich, dass es tatsĂ€chlich einfach ein tragischer Unfall gewesen sei, sagte eine Polizeisprecherin.
Balkone sollen vorerst nicht betreten werden
Der Unfall im Stadtteil Langenhorn hatte sich am Mittwoch kurz nach 21.30 Uhr ereignet. Die Feuerwehr war gemeinsam mit dem Rettungsdienst und dem Technischen Hilfswerk (THW) mit 60 EinsatzkrÀften vor Ort. Die Verletzten kamen in verschiedene KrankenhÀuser. Die Wohnungen an der betroffenen Seite des Hauses waren in der Nacht gerÀumt worden.
Der abgeklappte Balkon hing auch am Donnerstagvormittag noch immer an der Wand des GebĂ€udes und bedeckte die Fensterfront der Wohnung darunter. Wann der Balkon abgetragen werden soll, war zunĂ€chst unklar. Ein Statiker hatte das GebĂ€ude nach dem UnglĂŒck untersucht und vorsorglich vier Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus gesperrt. «DarĂŒber hinaus wurde den verbliebenen Hausbewohnern im Sinne der Gefahrenabwehr ein vorlĂ€ufiges Betretungsverbot aller Balkone des GebĂ€udekomplexes ausgesprochen», hieĂ es von der Polizei weiter.Â
Am Vormittag war am UnglĂŒcksort auĂer dem typisch rot-weiĂen Absperrflatterband der Polizei nicht mehr viel zu sehen. Einige Passantinnen und Passanten liefen an dem Haus vorbei, um sich selbst ein Bild von dem kaputten Balkon zu machen.Â


