Frankreich: Erlebnisflug endet mit 11 Toten
28.06.2026 - 17:36:32 | dpa.deEigentlich sollte es ein Schnuppererlebnis in luftiger Höhe werden - doch der Flug bei Nancy endete tödlich. Beim Absturz eines zivilen Flugzeugs in Nordostfrankreich sind elf Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um den Piloten sowie zwei Gruppen mit jeweils fĂŒnf Fallschirmspringern.
Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot sprach auf der Plattform X von einer «besonders schweren Bilanz». Es soll eines der tödlichsten UnglĂŒcke der Leichtluftfahrt in Frankreich sein.
Zuvor war die Maschine auf dem Flugplatz Nancy-Essey gestartet, bevor sie in der Gemeinde Tomblaine niederging. Wie der BĂŒrgermeister von Tomblaine, HervĂ© FĂ©ron, der Zeitung «L'Est RĂ©publicain» sagte, stĂŒrzte das Flugzeug nahe einem Wohngebiet ab - wenige Dutzend Meter entfernt von der Startbahn des Flugplatzes.
UnglĂŒcksmaschine in Deutschland registriert
Nach Angaben des PrĂ€sidenten des regionalen Pflegeverbands der liberalen PflegekrĂ€fte in Meurthe-et-Moselle könnte es sich bei den Opfern teilweise um selbststĂ€ndige PflegekrĂ€fte handeln. Demnach sei offenbar ein Schnuppersprung organisiert gewesen, bei dem sowohl PflegekrĂ€fte als auch Instruktoren an Bord gewesen waren.Â
Das Flugzeug gehörte nach Angaben des PrĂ€sidenten des nationalen Fallschirmspringerverbands, Pierre-Yves EugĂšne, nicht dem örtlichen Fallschirmsprungverein. Dem Fernsehsender BFMTV sagte er, bei der Maschine habe es sich um einen Flugzeugtyp Pilatus mit deutscher Registrierung gehandelt. Er betonte, dass es sich um ein Kleinflugzeug handele, fĂŒr das alle zwei Jahre eine PrĂŒfung erforderlich sei.
Flugzeug senkrecht abgestĂŒrzt
Der PrĂ€fekt des DĂ©partements Meurthe-et-Moselle sprach unterdessen ebenfalls von einer möglichen technischen Störung. Das Flugzeug sei «senkrecht abgestĂŒrzt», sagte Yves SĂ©guy dem Sender. Hinweise auf eine Notlandung habe es nicht gegeben. Die Ursache des UnglĂŒcks sei jedoch weiterhin unklar. Dass die Maschine in der NĂ€he von WohnhĂ€usern abstĂŒrzte, ohne weitere Menschen zu töten oder zu verletzen, bezeichnete der PrĂ€fekt als glĂŒcklichen Umstand.
Einige Angehörige der Opfer waren in der NÀhe und haben den Absturz mit angesehen. Sie seien vor Ort gewesen, um den Fallschirmsprung zu begleiten.
Nach Angaben der Behörden wurde der Bereich um die UnglĂŒcksstelle in Tomblaine weitrĂ€umig abgesperrt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sind mit einem GroĂaufgebot im Einsatz, um die Bergungsarbeiten zu unterstĂŒtzen und den Unfallhergang zu rekonstruieren. Auch die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.
