Prozessauftakt nach Todesfahrt â Angeklagter erklĂ€rt sich
31.10.2025 - 10:49:39Nach der Todesfahrt von Mannheim am Rosenmontag hat sich der Angeklagte zum Prozessauftakt ĂŒber seinen Anwalt zur Tat geĂ€uĂert. Der 40-JĂ€hrige aus Ludwigshafen bestĂ€tigte vor dem Landgericht Mannheim in einer vom Anwalt verlesenen ErklĂ€rung den Tatverlauf.
Eigentlich, so Verteidiger Uwe Kosmala, habe sein Mandant die Amokfahrt in Offenbach geplant. Dort lebe der Vater des Mannes. Blitzartig sei ihm auf Höhe der Planken die Idee gekommen, die Tat in die Mannheimer Innenstadt zu verlegen. Zu dieser Zeit habe der 40-JĂ€hrige sich in einer «seelischen Krise» befunden. Er habe eine starke Wut und Selbstzweifel gefĂŒhlt und bei der Fahrt selbst zu Tode kommen wollen, so der Verteidiger weiter.Â
Staatsanwaltschaft: Keine Hinweise auf ein politisches Motiv
Bei der Tat wurden zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Die Staatsanwaltschaft sieht nach eigenen Angaben bei dem Mann keine Hinweise auf ein politisches Motiv. «Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass er seit vielen Jahren an einer psychischen Erkrankung leidet», hatte die Anklagebehörde im Sommer mitgeteilt.
Es sei daher nicht auszuschlieĂen, dass er zum Zeitpunkt der Taten vermindert schuldfĂ€hig war. Der Deutsche sei in der FuĂgĂ€ngerzone gezielt auf Menschen zugefahren.
Bei Verurteilung wegen Mordes droht lebenslange Haft
Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe. Es könnte aber auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet werden.
Der 40-JĂ€hrige hatte sich laut Staatsanwaltschaft nach der Tat mit einer Schreckschusswaffe in den Mund geschossen, um sich selbst zu töten. Der VerdĂ€chtige hatte sich schlieĂlich in einem Schienenkanal unter einem Kran versteckt, wo er wenig spĂ€ter festgenommen wurde. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.Â
Insgesamt sind derzeit 13 Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil könnte am 19. Dezember verkĂŒndet werden.





