Ursachenforschung nach ZugunglĂŒck in NRW - Strecke gesperrt
11.09.2023 - 05:25:15Nach dem ZugunglĂŒck mit einem getöteten LokfĂŒhrer im nordrhein-westfĂ€lischen Geseke dauern die aufwendigen Bergungs- und AufrĂ€umarbeiten auf der Strecke an. Auf der wichtigen West-Ost-Achse zwischen Soest und Paderborn war am Sonntag ein mit Zement beladener GĂŒterzug aus unklarer Ursache entgleist. Die Strecke bleibt nach Bahnangaben bis auf Weiteres gesperrt. Die Bergung ist aufwendig.
EinsatzkrĂ€fte befreiten am Montag zunĂ€chst den unter einem Waggon eingeklemmten Toten, wie ein Sprecher der Polizei sagte. DafĂŒr wurde die Ladung des mit Zement gefĂŒllten Kesselwagens abgepumpt, um den Waggon fĂŒr die Bergung der Leiche zu heben. Seit dem UnglĂŒck am Sonntag waren mehrere KrĂ€ne wegen des hohen Gewichts der Waggons daran gescheitert. Bei dem Toten handelt es sich um einen 30-JĂ€hrigen aus dem nordrhein-westfĂ€lischen Warstein.
Der mit Zement beladene GĂŒterzug war in der Kleinstadt westlich von Paderborn etwa sieben Kilometer nach der Abfahrt von einem Zementwerk entgleist. Nach ersten Erkenntnissen sprangen sowohl die Lok als auch mehrere Waggons aus den Gleisen.
Der Unfall sei im Bereich einer Weiche passiert, sagte ein Polizeisprecher. Gemeinsam mit Fachleuten der Deutschen Bahn sollen der Unfallhergang rekonstruiert und die Ursache ermittelt werden. DafĂŒr werde unter anderem die Lok mitsamt Fahrtenschreiber technisch untersucht.
Nach Auswertungen eines zufĂ€llig gedrehten Videos gehen die Ermittler davon aus, dass der LokfĂŒhrer sich bei dem Unfall nicht auf dem FĂŒhrerstand, sondern zwischen zwei Waggons aufgehalten habe. Wie ein Polizeisprecher erlĂ€uterte, sei es bei GĂŒterzĂŒgen durchaus ĂŒblich, dass die ZugfĂŒhrer die Lok von der Mitte des Zuges fernsteuerten, um eine bessere Ăbersicht zu haben. Dies sei etwa bei Rangierarbeiten, RĂŒckwĂ€rtsfahrten oder bei unbeschrankten BahnĂŒbergĂ€ngen der Fall.
Eine Prognose, wie lange die Sperrung dauere, könne nicht gemacht werden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Schon jetzt sei klar, dass die SchĂ€den an der Infrastruktur massiv seien. Zudem stehe eine aufwendige Bergung des gesamten Zuges bevor. Erst nachdem die Polizei die Unfallstelle freigebe, könnten die AufrĂ€umarbeiten beginnen und sich die Fachtechniker und -technikerinnen der Bahn ein genaueres Bild zum AusmaĂ der SchĂ€den machen, fĂŒgte sie hinzu.
ZĂŒge des Fern- und GĂŒterverkehrs wurden nach Bahnangaben umgeleitet. Auch im Regionalverkehr komme es zu VerspĂ€tungen und AusfĂ€llen. FahrgĂ€ste sollten sich im Internet (https://www.zuginfo.nrw) informieren.
Auf Bildern von der UnglĂŒcksstelle sind stark beschĂ€digte Waggons zu sehen, die auf der Seite liegen. Auch ein Zaun ist beschĂ€digt. Die Deutsche Bahn sprach den Angehörigen des Unfallopfers ihr tiefes MitgefĂŒhl aus.


