Syrischer Kurde eröffnet israelisches Restaurant
16.01.2025 - 04:00:40Es gibt schon seit lĂ€ngerem Drohungen und Boykottaufrufe - dennoch eröffnet der Freiburger Gastronom Billal Aloge in einem angesagten Neubauviertel das Restaurant «Jaffa - frische israelische SpezialitĂ€ten». Zuvor berichteten mehrere Medien ĂŒber den Restaurantbesitzer und sein Vorhaben.
UrsprĂŒnglich wollte Aloge, der nach eigenem Bekunden Muslim und ein Kurde aus Syrien ist, im GĂŒterbahnhofviertel ein syrisches Lokal eröffnen. Doch dann Ă€nderte er seinen Plan, wie er erzĂ€hlt. Auslöser waren demnach Erfahrungen in einem anderen, schon lĂ€nger bestehenden Lokal in Freiburg. Dort bringt der seit Jahrzehnten in der Breisgaustadt lebende Wirt orientalische Gerichte auf den Tisch.Â
Als er vor rund einem Jahr die Auberginen-SpezialitĂ€t Baba Ganoush als israelische Speise auf die Karte setzte und dies auch veröffentlichte, löste dies Zustimmung, aber auch viele negativen Reaktionen aus, wie der Gastronom mit ruhiger Stimme erzĂ€hlt. «Es kamen keine GĂ€ste mehr in unser Restaurant.» Seitdem habe er sich mit Thema Antisemitismus beschĂ€ftigt und gemerkt, wie stark dieser in der Gesellschaft sei.Â
Restaurant mit einer Botschaft
Auch vor dem Hintergrund des Kriegs in Nahost mit tausenden Toten hat das neue Restaurant eine Botschaft: «Ich möchte damit auch zeigen, dass wir alle zusammen gut leben können - multikulti, wie Freiburg ist», sagt der Gastronom. In Israel war der Lokalbesitzer zwar bisher nicht, hat aber einen Koch aus dem Mittelmeerland in die Schwarzwaldmetropole geholt.Â
Und warum heiĂt das Restaurant «Jaffa»? Es ist ein Hinweis auf Freiburgs israelische Partnerstadt Tel Aviv, antwortet der Chef. Tel Aviv wurde 1908 als Gartenvorstadt von Jaffa gegrĂŒndet und dann 1950 mit Jaffa zu einer Stadtgemeinde vereinigt.


