Drei Frauen in Wiener Bordell getötet
25.02.2024 - 15:02:39Nach dem gewaltsamen Tod von drei Frauen in einem Bordell in Wien ist der TatverdĂ€chtige laut Polizei «grundsĂ€tzlich gestĂ€ndig». Der 27 Jahre alte Asylbewerber aus Afghanistan werde weiter vernommen, um den Hergang des Geschehens aufzuklĂ€ren und das Motiv fĂŒr die Tat zu erfahren, sagte ein Polizeisprecher.
Der Mann war am Freitagabend in der NĂ€he des Tatorts in einer GrĂŒnanlage festgenommen worden. Die vermutliche Tatwaffe, ein Messer, habe der 27-JĂ€hrige noch dabeigehabt. Laut Polizei wies der Mann Schnittverletzungen auf, die er sich bei der Tat selbst zugefĂŒgt haben dĂŒrfte.
Heftige Schnitt- und Stichverletzungen
Die Polizei war am Freitagabend von einem Passanten alarmiert worden, der vor dem Bordell Blutspuren entdeckt hatte. Als die Beamten bei dem Etablissement eintrafen, bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Die getöteten Frauen, vermutlich Chinesinnen, wiesen den Angaben zufolge heftige Schnitt- und Stichverletzungen auf, sodass den EinsatzkrĂ€ften schon beim Betreten des Tatorts klar war, dass fĂŒr die Opfer jede Ă€rztliche Hilfe zu spĂ€t kam.
Auch die Betreiberin des Studios dĂŒrfte nach bisherigen Erkenntnissen unter den Toten sein. Eine vierte Mitarbeiterin des Studios habe sich in einem Zimmer eingesperrt, sagte der Polizeisprecher weiter. Sie sei als Ohrenzeugin mittlerweile befragt worden.
Das Tatgeschehen habe sich auf mehrere RÀumlichkeiten erstreckt, die Leichen seien in unterschiedlichen Zimmern gefunden worden. Gegen die bisher nicht identifizierten Opfer sei mit ungemein heftiger Gewalt vorgegangen worden, so die Behörden.
TĂ€ter musste auĂer Gefecht gesetzt werden
Der 27-JĂ€hrige war nach bisherigen Erkenntnissen der letzte Besucher in dem Studio. Ob der Mann dort Dienstleistungen in Anspruch nahm oder gleich mit einem Messer auf die Frauen losging, ist weiterhin unklar. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA erfuhr, dĂŒrfte sich der 27-JĂ€hrige das bei der Tat verwendete Messer eigens fĂŒr den Angriff auf die Frauen in dem Studio zugelegt haben. Bei seiner Festnahme verhielt er sich laut Polizei aggressiv. Er sei deshalb mit einer Elektroschockpistole auĂer Gefecht gesetzt worden, sagte ein Polizeisprecher.Â
Diskussion um besseren Schutz fĂŒr Frauen
Die Sozialdemokraten im Bund forderten angesichts der jĂŒngsten tödlichen Attacken auf Frauen - am Freitag waren in Wien auch eine 13-JĂ€hrige und ihre Mutter getötet worden - einen nationalen Aktionsplan zum Gewaltschutz. Jede dritte Frau in Ăsterreich sei von Gewalt betroffen, sagte die SPĂ-Bundesfrauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner.
Mit den fĂŒnf toten Frauen seien binnen 24 Stunden in Wien so viele Frauen von MĂ€nnern getötet worden wie im gesamten Jahr 2023, so der Verein Autonome Ăsterreichische FrauenhĂ€user (AĂF). Ăsterreich sei das einzige Land in der EU, in dem mehr Frauen als MĂ€nner durch MĂ€nnerhand getötet wĂŒrden, hieĂ es weiter.


