Frau betÀubt und vergewaltigt - Mehr als elf Jahre Haft
14.04.2026 - 11:00:21 | dpa.de
Ein Mann, der seine Freundin mit Narkosemitteln betĂ€ubt, vergewaltigt und dabei gefilmt hat, muss dafĂŒr elf Jahre und drei Monate ins GefĂ€ngnis.Â
Das Landgericht MĂŒnchen I verurteilte den 28 Jahre alten Studenten aus China unter anderem wegen versuchten Mordes, besonders schwerer Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Es verhĂ€ngte auĂerdem den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung.Â
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der gestĂ€ndige Angeklagte seine damalige Freundin ĂŒber Monate hinweg in seiner Wohnung insgesamt achtmal betĂ€ubte und vergewaltigte - teilweise ĂŒber Stunden. Die Videos, die der Angeklagte davon anfertigte, nannte eine Ermittlerin nach Angaben des Gerichts «das Schlimmste, das sie je gesehen habe».Â
Taten «menschen- und frauenverachtend und monströs»
Der Vorsitzende Richter Markus Koppenleitner nannte die Taten «hochkriminell, hochprofessionell, menschen- und frauenverachtend und monströs». In Chatgruppen tauschte der Student sich mit anderen LandsmĂ€nnern aus, von denen zwei in Berlin und Frankfurt wegen Ă€hnlicher Taten verurteilt wurden.Â
Diese Chats mit dem Namen «Fahrschule» seien «extrem menschen- und frauenverachtend» gewesen, Frauen seien dabei als «Privatautos» bezeichnet worden, wenn es die eigene LebensgefĂ€hrtin war oder als «Luxusautos», wenn es sich um besonders attraktive Frauen handelte. Im betĂ€ubten Zustand wurden die Frauen «tote Schweine» genannt.Â
Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe fĂŒr den Angeklagten gefordert, sich fĂŒr lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Die Verteidigung forderte fĂŒr den Studenten aus China sieben Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung.Â
Richter: «Pelicot ist kein Einzelfall»
Der Fall erinnert an die Französin GisĂšle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann ĂŒber knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betĂ€ubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war.
«Pelicot ist kein Einzelfall», sagte Richter Koppenleitner. «Das ist kein chinesisches und auch kein französisches PhÀnomen, sondern auch ein PhÀnomen in Deutschland und letztlich auch weltweit.»
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