21 Tote bei schwerem BusunglĂŒck in Venedig
04.10.2023 - 04:15:33Nach dem schweren BusunglĂŒck in Venedig mit mehr als 20 Todesopfern ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Damit soll geklĂ€rt werden, warum der Bus am Dienstagabend bei der Fahrt mit Tagestouristen aus der Lagunenstadt zurĂŒck aufs Festland von einer BrĂŒcke etwa 15 Meter in die Tiefe stĂŒrzte. Mehrere italienische Medien spekulierten, dass der Fahrer wegen eines SchwĂ€cheanfalls die Kontrolle ĂŒber den Bus verloren haben könnte. Der Mann, ein 40 Jahre alter Italiener, kam ebenfalls ums Leben.
Nach Angaben der zustĂ€ndigen PrĂ€fektur starben insgesamt 21 Menschen, darunter auch eine Urlauberin oder ein Urlauber aus Deutschland. Vonseiten des AuswĂ€rtigen Amts gab es dafĂŒr zunĂ€chst keine BestĂ€tigung. Mindestens fĂŒnf der Todesopfer sollen aus der Ukraine kommen, andere aus Frankreich und Kroatien.
15 Menschen wurden nach einer Bilanz der PrĂ€fektur aus der Nacht verletzt, mehrere davon schwer. Unter den Verletzten sind elf AuslĂ€nder. Dabei handelt es sich um einen Deutschen, vier Menschen aus der Ukraine, einen Franzosen, einen Kroaten sowie ein Paar aus Spanien und zwei MinderjĂ€hrige aus Ăsterreich, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos am Mittwochmorgen meldete.
Hinweis auf SchwÀcheanfall des Fahrers
Der hybrid-betriebene Bus war gegen 19.45 Uhr von der BrĂŒcke auf eine darunter verlaufende Bahnstrecke gestĂŒrzt und hatte dann sofort Feuer gefangen. Nach ersten Angaben wurden auf der StraĂe keine Bremsspuren entdeckt, was als Hinweis auf einen SchwĂ€cheanfall des Fahrers gedeutet wurde. Auch der Zustand der etwa 70 Jahre alten BrĂŒcke soll ĂŒberprĂŒft werden. AufklĂ€rung erhoffen sich die Ermittler von Ăberwachungskameras, die an der Stelle den Verkehr im Blick haben. Der Bahnverkehr musste stundenlang unterbrochen werden.
Bei dem Fahrzeug handelte es sich um den Shuttlebus eines Campingplatzes im Stadtteil Marghera. An Bord waren Tagesurlauber, die am Abend aus der Altstadt zurĂŒck aufs Festland wollten. Das UnglĂŒck ereignete sich etwa drei Kilometer vor dem Ziel. Der Fahrer hatte mehrere Jahre Berufserfahrung. «Wir sollten den nĂ€chsten Bus nehmen. Aber der kam nicht. Und dann haben wir es gehört», erzĂ€hlten junge deutsche Touristen, die ebenfalls auf dem Campingplatz waren, im Fernsehen. «Es ist eine Tragödie.»
Venedig will Eintritt von Kurzbesuchern verlangen
Viele Venedig-Touristen kommen nur fĂŒr wenige Stunden in die Lagunenstadt und kehren dann aufs Festland zurĂŒck - mit dem Auto, mit dem Bus oder mit der Bahn. Dort sind die Preise niedriger. Im Jahr zĂ€hlt Venedig - eines der bekanntesten Urlaubsziele der Welt - mehr als fĂŒnf Millionen Besucher. In der Hochsaison sind hĂ€ufig mehr als 100.000 Fremde gleichzeitig in der Stadt. Vom nĂ€chsten Jahr an will die Stadt von Kurzbesuchern, die nicht ĂŒber Nacht bleiben, an bestimmten Tagen fĂŒnf Euro Eintritt verlangen.
Von der Bundesregierung gab es fĂŒr deutsche Opfer zunĂ€chst keine BestĂ€tigung. Das AuswĂ€rtige Amt in Berlin teilte lediglich mit: «Unsere Botschaft in Rom ist eingeschaltet und steht in Kontakt mit den italienischen Behörden, um zu klĂ€ren, inwieweit deutsche Staatsangehörige betroffen sind.» Aus vielen LĂ€ndern kamen SolidaritĂ€tsbekundungen. AuĂenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) schrieb auf Englisch auf der Online-Plattform X: «Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.»
Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni zeigte sich ebenfalls bestĂŒrzt. Der BĂŒrgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, sprach von einer «schrecklichen Tragödie». «Eine apokalyptische Szene, es gibt keine Worte.» In der Region sollen die Flaggen an diesem Mittwoch vor allen staatlichen GebĂ€uden auf halbmast wehen.















