Getötete, Ertrinken

Getötete 15-JÀhrige starb durch Ertrinken

19.06.2024 - 14:03:25 | dpa.de

Eine 15-JÀhrige wird tot gefunden. Am Mittwoch ist klar: Es war Tötung durch Ertrinken. Ihre Eltern stehen unter Verdacht, die Tochter umgebracht zu haben.

Polizeieinsatz am Rheinufer. - Foto: Michael Deines/Promediafoto/dpa
Polizeieinsatz am Rheinufer. - Foto: Michael Deines/Promediafoto/dpa

Die Leiche der 15-JÀhrigen lag am Rheinufer in Worms. Die Obduktion ergibt am Mittwoch: Tod durch Ertrinken. Wie sich die Tat abgespielt hat, ist unklar. Klar ist aber, dass sich der Tatverdacht gegen die Eltern der Jugendlichen richtet: Der 39-jÀhrige Vater und die 34-jÀhrige Mutter sitzen seit Dienstag wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. 

Laut Polizei besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten den Entschluss zur Tötung ihrer Tochter gefasst haben, weil sie «mit deren Lebenswandel nicht einverstanden» gewesen seien. Es handele sich allesamt um afghanische Staatsangehörige, die in Pirmasens wohnten. Was die Eltern möglicherweise am Leben ihrer Tochter gestört haben könnte, dazu gab es zunÀchst keine nÀheren Angaben von den Ermittlern. 

Nur so viel: Es handele sich um «eine GesamtwĂŒrdigung verschiedener Details und Hinweise», die die Ermittler zu der EinschĂ€tzung veranlasst hĂ€tten, teilte Oberstaatsanwalt Alexander Fassel in Mainz mit. Diese Indizien mĂŒssten nun sorgfĂ€ltig geprĂŒft werden.

Ein Femizid steht als Motiv im Raum

Die mutmaßliche Tötung eines Kindes durch seine beiden Elternteile sei ungewöhnlich, sagte der Direktor des Instituts fĂŒr Kriminologie der UniversitĂ€t TĂŒbingen, Professor Jörg Kinzig, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Wenn als Motiv im Raum stehe, dass diese mit dem Lebenswandel ihrer Tochter nicht einverstanden gewesen seien, könnte dies auf eine ehrbezogene Tötung hindeuten, wobei teilweise auch von einem Femizid gesprochen werde. Allerdings sei es im vorliegenden Fall noch zu frĂŒh fĂŒr eine abschließende Bewertung.

Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als hĂ€ufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. DarĂŒber hinaus spricht man von Femiziden auch dann, wenn Frauen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder GeschlechtsidentitĂ€t, vermeintlich im Namen der «Ehre», als Folge von GenitalverstĂŒmmelung, wegen angeblicher Hexerei oder gezielt bei bewaffneten Konflikten getötet werden.

Vater ist bei Justiz kein Unbekannter

Im Fall der getöteten 15-JĂ€hrigen in Rheinland-Pfalz ermitteln Beamte noch zu vielen Aspekten. Etwa dazu, ob der Fundort der Leiche auch der Tatort sei, teilte die Polizei mit. Konkrete Anhaltspunkte, dass sich der Tatort nicht im Bereich des Fundortes befindet, lĂ€gen aber nicht vor. Vater und Mutter hĂ€tten sich gegenĂŒber der Polizei zu dem Tatvorwurf eingelassen. Wie, könne wegen der laufenden Ermittlungen nichts mitgeteilt werden, hieß es.

Die Jugendliche war am Montag kurz nach 18.00 Uhr tot gefunden worden, nachdem ihre Mutter sich am Vormittag bei der Polizeiinspektion Pirmasens gemeldet «und den Verdacht der Tötung ihrer Tochter mitgeteilt hatte», wie die Polizei formulierte. Die Tat solle demnach am Samstagabend am Rheinufer stattgefunden haben. Die Kriminalpolizei Mainz fand daraufhin wĂ€hrend einer Suche die Leiche im Stadtteil RheindĂŒrkheim.

Die Eltern sind nach Angaben der Polizei in Pirmasens unter unterschiedlichen Adressen gemeldet. Die Tochter sei bei der Mutter wohnhaft gewesen. Der 39-JĂ€hrige sei im Besitz einer Aufenthaltsgestattung, die 34-JĂ€hrige im Besitz einer Niederlassungserlaubnis.

Der Vater ist bei der Justiz kein Unbekannter. Bei der Staatsanwaltschaft ZweibrĂŒcken sind laut Anklagebehörde drei Verfahren gegen ihn anhĂ€ngig: wegen Körperverletzung sowie Vergehen nach dem Gewaltschutzgesetz - etwa hĂ€usliche Gewalt. 

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