Auto fÀhrt in Menschenmenge - Fahrer weiter in Gewahrsam
Veröffentlicht am: 03.05.2025 um 09:11 Uhr | dpa.deWie konnte das geschehen? In Stuttgart fĂ€hrt ein Mann mit einem schweren Luxus-GelĂ€ndewagen in eine Menschenmenge an einer Haltestelle. Mindestens acht Menschen werden verletzt. Darunter sind fĂŒnf Kinder sowie eine 46-jĂ€hrige Frau - diese stirbt kurz nach dem Unfall am frĂŒhen Freitagabend. Zwei weitere schwerstverletzte Erwachsene werden im Klinikum Stuttgart behandelt - inzwischen sind sie auĂer Lebensgefahr, wie ein Polizeisprecher am Samstagmorgen sagte.
Bereits am Abend heiĂt es klar von den Ermittlern: Die fatale Fahrt des 42-jĂ€hrigen Autofahrers war definitiv ein Unfall. «Die Staatsanwaltschaft hat bestĂ€tigt, dass es sich bei dem tragischen Ereignis am Olgaeck um einen Verkehrsunfall handelt», teilte Stuttgarts Stadtsprecherin mit.
Zuvor hatte ein Polizeisprecher noch gesagt: «Wir gehen im Moment von einem Unfall aus, ermitteln aber in alle Richtungen.» AusschlieĂen könne man eine Amokfahrt nie, man könne nicht in die Köpfe der Menschen hineinschauen - aber bislang sehe alles nach einem Unfall aus.
Experten untersuchen nun den genauen Hergang. Unfallspezialisten schauten sich den Ort des Geschehens bereits am Abend genau an. Der Vorfall ereignete sich gegen 17.50 Uhr an der oberirdischen Stadtbahn-Haltestelle Olgaeck am Rande der Stuttgarter Innenstadt.
Der selbst unverletzt gebliebene Autofahrer wurde von der Polizei vernommen und befindet sich den Angaben zufolge immer noch in Gewahrsam. Er fuhr eine schwarze G-Klasse von Mercedes. Zur KlĂ€rung der HintergrĂŒnde sollen auch Zeugen beitragen, die befragt wurden.
Entwarnung bei verletzten Kindern
An der Unfallstelle lagen am Abend noch Ăberreste des Arbeitsmaterials der RettungskrĂ€fte: Plastikhandschuhe, TĂŒten, Verbandszeug. Am Unfallort lag auch ein zusammengeklappter Kinderwagen.
Schon am Abend gab es zumindest fĂŒr die verletzten Kinder vorsichtig Entwarnung aus dem Krankenhaus. «Ein Kind wurde am Abend noch operativ durch Traumatologen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen operativ versorgt und wird im Anschluss intensivmedizinisch weiterbehandelt», erklĂ€rte der Sprecher des Klinikums Stuttgart, Stefan Möbius. Zum Zustand der beiden laut Feuerwehr zunĂ€chst lebensgefĂ€hrlich verletzten Erwachsenen Ă€uĂerte sich das Klinikum in der Nacht nicht weiter.
Das Klinikum erhöhte nach der Alarmierung der Leitstelle sofort seine IntensivkapazitĂ€ten. «Da die Notaufnahme freitagabends ohnehin stark beansprucht ist, wurde sofort zusĂ€tzliches Intensivpersonal des Hauses alarmiert», sagte Jan Steffen JĂŒrgensen, Vorstand des Klinikums Stuttgart.
