Junge und Mann sterben bei Baggerunfall in Zeltlager
24.06.2023 - 23:05:27Bei einem Unfall wĂ€hrend einer Ausfahrt mit einem Bagger sind in Toppenstedt (Landkreis Harburg) in Niedersachsen ein fĂŒnf Jahre alter Junge und ein 39-jĂ€hriger Mann gestorben.
Zehn weitere Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren wurden am Samstagabend zum Teil schwer verletzt, vier von ihnen mussten mit Hubschraubern in Kliniken gebracht werden, wie Mathias Wille, Sprecher der Kreisfeuerwehr Harburg, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach Angaben eines Notfallseelsorgers war das getötete Kind fĂŒnf Jahre alt.
Der Unfall ereignete sich wĂ€hrend eines Zeltlagers, das VĂ€ter mit ihren Kindern im Kindergartenalter veranstaltet hatten. Dabei sei eine Gruppe «zur Belustigung» von einem Bagger ĂŒber einen Feldweg gefahren worden, sagte der Feuerwehrsprecher. Die Personen waren wĂ€hrenddessen in einer Art Gitterbox, die der Radlader nach oben gehoben hatte.
«Das ist immer die Horrorvorstellung»
Bei einer Ausfahrt brach die Box ab und fiel auf den Boden. Das GefĂ€hrt soll jetzt nĂ€her untersucht werden, ein Gutachter sei vor Ort, sagte Wille. Ăber dem GelĂ€nde flog am Samstagabend eine Polizeidrohne. Der gestorbene Vater und das gestorbene Kind waren laut Feuerwehr nicht verwandt. Ob Kinder in Lebensgefahr sind, konnte der Sprecher zunĂ€chst nicht sagen.
«Das ist immer die Horrorvorstellung, wenn Kinder betroffen sind. Hier haben sich schon schreckliche Szenen abgespielt. Eltern mussten daran gehindert werden, zur Unfallstelle zu laufen», berichtete Wille. Er könne sich an ein derartiges UnglĂŒck in der Gegend in den vergangenen 20 Jahren nicht erinnern.
Bagger fĂŒr Untersuchungen beschlagnahmt
Der Bagger wurde von der Polizei fĂŒr Untersuchungen beschlagnahmt. Der Fahrer sei zu einer Polizeidienststelle mitgenommen worden, sagte Polizeisprecher Jan KrĂŒger am Samstagabend am UnglĂŒcksort. Es wĂŒrden «routinemĂ€Ăige» Untersuchungen auf eine mögliche Beeinflussung durch Alkohol oder Drogen durchgefĂŒhrt. Eine Drohne dokumentiere die Einsatzstelle aus der Luft, sagte der Sprecher. Die Arbeiten liefen zurzeit noch. Sie wĂŒrden sich noch bis in die Nacht ziehen.
Laut Polizei ist das UnglĂŒck mutmaĂlich durch einen gerissenen Hydraulikschlauch ausgelöst worden. Dadurch habe sich die Box vom Bagger gelöst und sei heruntergefallen.
Wie viele Personen an dem Zeltlager teilgenommen hatten, wurde zunÀchst nicht bekannt. Am Samstagabend waren noch einzelne Zelte auf der Wiese zu sehen, die der Gemeinde gehören soll. Es habe sich nicht um eine Kita-Veranstaltung gehandelt, sagte die stellvertretende Leiterin des Integrativen Kindergartens Toppenstedt am spÀten Samstagabend der dpa. Das Zelten sei privat organisiert worden.
Toppenstedt hat gut 2000 Einwohner und liegt rund 35 Kilometer sĂŒdlich von Hamburg.







