Brasilien, UnfÀlle

Tödlicher Sprung ohne Seil: RÀtsel um verschwundene Kamera

16.06.2026 - 23:00:48 | dpa.de

Eine junge Frau wird von einer BrĂŒcke ohne Sicherungsseil 40 Meter in den Tod geworfen. Nun wirft das Verschwinden ihrer Kamera zusĂ€tzliche Fragen zum UnglĂŒck auf - ein Zeuge meldet sich zu Wort.

Eine junge Frau wird von einer BrĂŒcke ohne Sicherungsseil 40 Meter in den Tod geworfen. (Illustration) - Bild: Nicole Becker/dpa
Eine junge Frau wird von einer BrĂŒcke ohne Sicherungsseil 40 Meter in den Tod geworfen. (Illustration) - Bild: Nicole Becker/dpa

Nach dem tödlichen Rope-Jumping-Unfall einer jungen Frau in Brasilien gibt das Verschwinden ihrer Kamera RĂ€tsel auf. Das Team habe keine ErklĂ€rung dafĂŒr, weshalb das GerĂ€t danach nicht mehr auffindbar gewesen sei, sagte einer der drei festgenommenen Instruktoren laut veröffentlichten Vernehmungsaufnahmen, ĂŒber die das Nachrichtenportal «G1» berichtete.

Die Beschuldigten erklĂ€rten demnach auch, sie könnten nicht nachvollziehen, wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte. Die 21-JĂ€hrige war am Samstag von der stillgelegten Ponte do Esqueleto zwischen den StĂ€dten Limeira und CordeirĂłpolis im Bundesstaat SĂŁo Paulo rund 40 Meter in die Tiefe gestĂŒrzt, nachdem die Organisatoren sie ohne verbundenes Sicherungsseil von der Absprungplattform gestoßen hatten.

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie drei Mitarbeiter die Frau zum Rand der BrĂŒcke tragen und sie hinabwerfen. Das Sicherungsseil blieb dabei unbefestigt auf der Plattform liegen. Zwei der Beschuldigten rĂ€umten bei ihren Vernehmungen laut «G1» ein, fĂŒr die Vorbereitung der Seile verantwortlich gewesen zu sein, konnten die Aufgabenverteilung innerhalb des Teams jedoch nicht nĂ€her erlĂ€utern.

Augenzeuge schildert Ereignis

Nach Angaben von Zeugen hatte die 21-JĂ€hrige wĂ€hrend des Sprungs eine Kamera bei sich getragen. Ein Augenzeuge berichtete nun, er habe nach dem Aufprall beobachtet, wie ein Mitarbeiter des Veranstalterteams die Kamera vom Körper der VerunglĂŒckten entfernt habe. «Die erste Szene, an die ich mich erinnere, als ich das MĂ€dchen am Boden sah, war ein Mitarbeiter, der die GoPro-Kamera vom Halsriemen des bereits am Boden liegenden Körpers abnahm, besorgt um die AusrĂŒstung oder um Beweise zu verbergen», zitierte «G1» Rafael Goulart.

Der Anwalt der Beschuldigten kĂŒndigte einen Antrag auf Freilassung seiner Mandanten an. Diese hĂ€tten weder die Absicht gehabt, den Tod der Frau herbeizufĂŒhren, noch das Risiko eines tödlichen Ausgangs bewusst in Kauf genommen, erklĂ€rte er.

Rope Jumping ist ein Extremsport, bei dem Teilnehmer mit statischen Seilen in die Tiefe springen. Anders als beim Bungee Jumping wird der Sturz durch eine Pendelbewegung abgefangen. Die Sportart ist in Brasilien nicht speziell reguliert. Nach dem UnglĂŒck wird ĂŒber einen Abriss der stillgelegten BrĂŒcke diskutiert.

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