FĂŒnf SkitourengĂ€nger sterben im Schneesturm in der Schweiz
11.03.2024 - 16:48:57In den Schweizer Alpen sind fĂŒnf von sechs vermissten SkitourengĂ€ngern tot aufgefunden worden. RettungskrĂ€fte hĂ€tten ihre Leichen am Sonntagabend im Gebiet des 3706 Meter hohen TĂȘte Blanche entdeckt, teilte die Kantonspolizei Wallis am Montag mit. Der sechste SkitourengĂ€nger war auch am Nachmittag noch nicht gefunden worden, wie die Polizei mitteilte. «Die Suche lĂ€uft noch», so ein Sprecher.
In Medien wird spekuliert, dass sich die sechs MĂ€nner im Alter von 21 bis 58 Jahren auf die «Patrouille des Glaciers», das gröĂte Rennen im Skibergsteigen, das ĂŒber rund 58 Kilometer von Zermatt nach Verbier fĂŒhrt, vorbereiten wollten. Die Leichen wurden auf der Route der ersten Etappen gefunden.
Die Gruppe war seit Samstagmorgen auf der Skitourenroute zwischen Zermatt und Arolla unterwegs gewesen. Da sie nicht an ihrem Zielort ankam, schlug ein besorgter Angehöriger Alarm. Am spĂ€ten Samstagnachmittag gelang es einem der Vermissten, die Polizei per Handy zu erreichen. Dadurch sei es immerhin gelungen, die Gruppe zu lokalisieren, teilten die Behörden mit. Aber stĂŒrmisches Wetter und Lawinengefahr erschwerten den Einsatz der RettungskrĂ€fte.
Sehr schlechte WetterverhÀltnisse
«Trotz Sturm und Schneefall und bei Nacht startete ein Helikopter der Air Zermatt, um fĂŒnf Rettungsspezialisten aus Zermatt so weit als möglich ins Gebiet zu fliegen. Der Versuch, die sechs Alpinisten auf dem Landweg zu retten, musste jedoch wegen den sehr schlechten WetterverhĂ€ltnissen und den damit verbundenen Gefahren abgebrochen werden», teilte Air Zermatt mit.
Alle Toten sollen nach Informationen der Zeitung «Le Nouvelliste» zu einer Familie aus dem Schweizer Kanton Wallis gehören. Es soll sich um drei BrĂŒder, ihren Onkel und ihren Cousin handeln.
Die Opfer hĂ€tten «alles unternommen, um zu ĂŒberleben», sagte ein Polizeisprecher. Aber die Temperaturen seien extrem niedrig gewesen. Unklar blieb, wie erfahren die SkitourengĂ€nger waren und welche AusrĂŒstung sie bei sich hatten.
Der Schweizer «Tages-Anzeiger» zitiert Anjan Truffer, Profibergsteiger und Rettungschef von Zermatt: «FĂŒr Samstag wurde ein starker Sturm mit heftigen NiederschlĂ€gen angekĂŒndigt. Die meteorologischen Bedingungen mit Lawinenstufe 4 waren fĂŒr eine solche Tour nicht geeignet.» Es fiel innerhalb von kurzer Zeit sehr viel Schnee.Â
Laut Truffer hatten die SkitourengĂ€nger versucht, eine Höhle zu bauen und sich vom Wind zu schĂŒtzen. Der hereinbrechende Sturm könnte den TourengĂ€ngern zum VerhĂ€ngnis geworden sein, glaubt der Bergretter. Sein Fazit: «Die SkitourengĂ€ngern sind orientierungslos in der Höhe erfroren», sagt er im «Walliser Boten». In 3500 Metern Höhe dĂŒrfte es in der Nacht auf Sonntag etwa minus 15 Grad gehabt haben.Â
Todesursache noch unklar
Es sei alles versucht worden, um die Vermissten lebend zu finden, so die Polizei. Insgesamt waren laut Polizei acht Hubschrauber und Dutzende Bergretter im Einsatz. «Die Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen hat gut funktioniert», so der Polizeisprecher.
Die Cyber- und IT-Spezialisten der Behörden hĂ€tten die Daten der Mobiltelefone der Vermissten ausgewertet. «Durch diese Analysen konnte der wahrscheinliche Aufenthaltsort der Bergsteiger im Berg bestĂ€tigt werden», teilte die Polizei am Montag mit.Â
Die Todesursache der fĂŒnf inzwischen aufgefundenen TourengĂ€nger ist nach offiziellen Angaben bislang nicht klar. Damit bleibt vorerst offen, ob eine Lawine zum Tod der fĂŒnf Menschen gefĂŒhrt hat oder ob sie erfroren sind. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung zu den genauen UmstĂ€nden der Ereignisse eingeleitet, sagte GeneralstaatsanwĂ€ltin BĂ©atrice Pilloud.
Die Schweizer BundesprÀsidentin Viola Amherd schrieb im Gedenken an die Opfer auf der Plattform X (vormals Tweitter): «Unsere Berge haben wieder einmal gezeigt, wie gefÀhrlich sie sein können.»


