Ermittler, Erpresser-Software

Ermittler stoppen Erpresser-Software - fast 200 Opfer

29.07.2025 - 06:00:46

Eine TĂ€tergruppe richtet mit Erpressung im Netz weltweit fast eine halbe Milliarde Euro Schaden an. Jetzt gelang Fahndern ein empfindlicher Schlag gegen die Cyberkriminellen.

Fast 200 Opfer und ein Millionenschaden: Internationalen Ermittlern ist ein Schlag gegen weltweit agierende cyberkriminelle Erpresser gelungen. Die technische Infrastruktur der Gruppierung Blacksuit/Royal sei identifiziert und beschlagnahmt worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen mit. Durch das Abschalten der Server wurden demnach die Kommunikation, die Verbreitung der Schadsoftware und die Seite der TÀter getroffen. 

Mehr als 500 Millionen US-Dollar Schaden 

Die Ermittler sprechen von 184 Opfern weltweit, von denen auch einige in Deutschland registriert worden seien. Eine im August 2024 festgestellte Schadensumme bezifferten die Beamten auf mehr als 500 Millionen US-Dollar (rund 430 Millionen Euro). Bei der langfristig geplanten Aktion seien Ende Juli erhebliche Mengen an Daten gesichert worden. Diese sollen zur AufklÀrung und Identifizierung von Verantwortlichen ausgewertet werden. 

«Damit setzen wir ein klares Zeichen zur BekĂ€mpfung von KriminalitĂ€t im digitalen Raum», wird LKA-PrĂ€sident Thorsten Massinger in einer Mitteilung zitiert. Angriffen auf Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen werde mit allen zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln begegnet. Die Ermittlungsbehörden riefen GeschĂ€digte auf, Angriffe anzuzeigen, um weitere Taten zu verhindern.

TÀter erpressen doppelt 

Bei den Taten handelt es sich nach Beschreibung der Ermittler um doppelte Erpressung. Die Angreifer verschlĂŒsseln Daten nicht nur, sondern stehlen diese vorher. Das bedeute, dass die TĂ€ter eine Kopie haben, auch wenn die Opfer selbst in der Lage sind, ihre Dateien wiederherzustellen. Anschließend werde damit gedroht, die Daten zu veröffentlichen oder zu verkaufen, um Lösegeld zu erpressen.

Über Details zu dem Fahndungserfolg wollen die Ermittler heute bei einer Pressekonferenz (12.30 Uhr) in Hannover informieren.

@ dpa.de