WeiĂer Ring: «Tiefpunkt» bei EntschĂ€digung von Gewaltopfern
12.09.2023 - 13:15:24Die zustĂ€ndigen Ămter haben laut einer Erhebung der Organisation WeiĂer Ring im vergangenen Jahr fast die HĂ€lfte aller AntrĂ€ge auf EntschĂ€digung von Gewaltopfern abgelehnt.
Von deutschlandweit rund 13.200 erledigten AntrÀgen wurden 2022 demnach rund 6300 abgelehnt. Das entsprach rund 47,3 Prozent, «noch mehr als im Minus-Rekordjahr 2021», teilte die Organisation mit. Damals hatte der Anteil der abgelehnten AntrÀge bei 46,6 Prozent gelegen.
Der WeiĂe Ring sprach von einem «neuen historischen Tiefpunkt». Demnach wurden in 2022 nur etwas mehr als ein Viertel der AntrĂ€ge genehmigt. Die restlichen FĂ€lle seien aus «sonstigen GrĂŒnden» erledigt worden. Das ist der Fall, wenn der Antrag etwa zurĂŒckgezogen wird, der Antragssteller stirbt oder der Fall an ein anderes Bundesland abgegeben wird.
Bianca Biwer, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des WeiĂen Rings, bezeichnete die Zahlen als «Trauerspiel». «Jedes Jahr veröffentlichen wir die aktuellen Zahlen zur OpferentschĂ€digung, jedes Jahr mahnen wir bei Politik in Bund und LĂ€ndern Verbesserungen an - und trotzdem mĂŒssen wir im Folgejahr regelmĂ€Ăig neue Negativrekorde vermelden.»
Wer in Deutschland Opfer einer vorsÀtzlichen Gewalttat und dadurch gesundheitlich geschÀdigt wird, hat Anspruch auf OpferentschÀdigung. Ziel sei es, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen solcher Taten auszugleichen, schreibt das Bundessozialministerium.


