Tag, Gewalt

Tag gegen Gewalt an Frauen: Forderung nach besserem Schutz

26.11.2023 - 09:40:45

Einmal im Jahr wird mit Aktionen auf Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. In Madrid gehen Zehntausende auf die Straße. Auch US-PrĂ€sident Joe Biden findet deutliche Worte.

Spitzenpolitiker und VerbĂ€nde haben vor dem Hintergrund vieler FĂ€lle von Gewalt an Frauen einen besseren Schutz von Betroffenen gefordert. «Um Frauen besser zu schĂŒtzen, sensibilisieren wir (...) unsere Polizeien.

Wenn sie Anzeichen und Warnsignale erkennen, können sie frĂŒh eingreifen und Schlimmeres verhindern», sagte etwa Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Samstag in einem auf der Plattform X (vormals Twitter) verbreiteten Video zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (25. November). In mehreren LĂ€ndern wurde das Thema mit Aktionen aufgegriffen.

«Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache. Sie geht uns alle an», sagte Faeser (SPD). Fast jeden dritten Tag werde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. «Wir alle mĂŒssen helfen, Gewalt gegen Frauen zu stoppen.» Ähnlich Ă€ußerten sich andere Mitglieder der Bundesregierung. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) schrieb bei X: «MĂ€dchen und Frauen sollen frei von Angst und Gewalt leben können – in Deutschland und ĂŒberall auf der Welt.»

Stark-Watzinger X-Post

Joe Biden: «Das ist ein Skandal»

US-PrĂ€sident Joe Biden bezeichnete das weltweite Ausmaß von Gewalt gegen Frauen als Skandal. «SchĂ€tzungsweise eine von drei Frauen weltweit wird irgendwann in ihrem Leben körperliche Gewalt, Vergewaltigung oder Stalking erleben. Das ist ein Skandal.», teilte Biden mit. Insbesondere in Konfliktgebieten litten unzĂ€hlige Frauen und MĂ€dchen unter geschlechtsspezifischer Gewalt und dem Einsatz von Vergewaltigung als Kriegswaffe, hieß es.

Laut den Vereinten Nationen stieg die Zahl der weltweit ermordeten Frauen und MÀdchen 2022 auf den höchsten Stand seit 20 Jahren. Rund 89.000 Frauen und MÀdchen seien absichtlich getötet worden, hierbei handelt es sich um die bekannten FÀlle. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

In Deutschland zÀhlte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 240 547 Opfer hÀuslicher Gewalt - 8,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Bereich der Gewalt in Partnerschaften seien es 157 550 FÀlle gewesen. Rund 80 Prozent der Opfer waren Frauen.

Der gefĂ€hrlichste Ort fĂŒr Frauen sei das eigene Zuhause, sagte Sylvia Haller vom Deutschen Frauenrat der Mediengruppe Bayern. «Nicht im nĂ€chtlichen Park oder in der dunklen UnterfĂŒhrung sind Frauen in Deutschland nĂ€mlich am meisten gefĂ€hrdet, sondern im eigenen Wohnzimmer. DafĂŒr fehlt ein gesellschaftliches Bewusstsein.»

Demonstrationen in mehreren BundeslÀndern

In mehreren BundeslÀndern gab es Aktionen und Demonstrationen. In Braunschweig wurden auf dem Schlossplatz symbolisch 113 Paar Schuhe auf einer orangenen Folie aufgestellt, um an die 113 Frauen zu erinnern, die im Jahr 2021 in Deutschland von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet wurden. Auch im Ausland gab es Aktionen: Allein in Madrid nahmen nach Angaben der Organisatoren an einer ersten Kundgebung am Samstagmittag etwa 25.000 Menschen teil.

Die Vereinten Nationen haben 1999 erstmalig den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen, er ist am 25. November. Das Datum bezieht sich auf den Tag, an dem drei politische Aktivistinnen aus der Dominikanischen Republik im Jahr 1960 ermordet wurden. Ziel ist es, auf das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam zu machen, die Ursachen zu bekÀmpfen und Frauen und MÀdchen zu stÀrken.

@ dpa.de