Werner Herzog erkundet die «Zukunft der Wahrheit»
12.03.2024 - 09:38:46Wie steht es um die Wahrheit in unserer von Fake News und Manipulationen geprĂ€gten Zeit? Diese Frage beschĂ€ftigt den Autor und Filmemacher Werner Herzog nicht erst seit den Diskussionen um KĂŒnstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. In seinem Dschungel-Epos «Fitzcarraldo» (1982) verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Imagination: Ein Dampfschiff wird ĂŒber einen Berg geschleppt, ein Mann trĂ€umt von einem Opernhaus mitten im Regenwald. Herzog nimmt den Film als Ausgangspunkt fĂŒr seinen anekdotenreichen Essay «Die Zukunft der Wahrheit», den man zugleich als autobiografischen Spaziergang durch ein vielfĂ€ltiges Lebenswerk lesen kann.Â
Wahrheit ist fĂŒr Herzog keine fixe GröĂe, sondern vielmehr eine immerwĂ€hrende Anstrengung, den Kern der Dinge zu erkennen. Getrickst und manipuliert wurde schon immer: von den alten Ăgyptern ĂŒber die GrĂŒndervĂ€ter von Rom und den Tyrannen Nero bis zu den lĂ€ngst sprichwörtlichen Potemkinschen Dörfern im Russland des 18. Jahrhunderts. Und der Regisseur selbst gibt zu, in manchen seiner Dokumentationen die Fakten etwas verdreht zu haben, um den gewĂŒnschten Effekt zu erzielen.Â
Was hilft also gegen die schier endlose Flut von Fakes? Man mĂŒsse kritisch bleiben, Dinge hinterfragen, mehrere Quellen konsultieren, seinen eigenen Verstand benutzen, so das aufklĂ€rerische Fazit dieses kleinen, unterhaltsamen BĂ€ndchens.





