Kinderchirurgen warnen vor Magnetspielzeug
15.04.2024 - 10:08:22 | dpa.deKinderchirurgen warnen vor Gefahren von magnetischem Spielzeug. Das Verschlucken von kleinen KĂŒgelchen oder WĂŒrfeln mit einer starken magnetischen Anziehungskraft könne im schlimmsten Fall tödliche Auswirkungen haben, erklĂ€rte die Direktorin der Klinik fĂŒr Kinderchirurgie am UniversitĂ€tsklinikum Jena, Felicitas Eckoldt, im Vorfeld des Deutschen Chirurgie Kongresses in Leipzig. «Das Verschlucken mehrerer Magnete oder von einem Magneten und einem Metallteil ist extrem gefĂ€hrlich», sagte Eckoldt.Â
Die Anziehung der Magnete in verschiedenen Teilen des Magen-Darm-Traktes könne die Durchblutung in einem Areal herabsetzen, und es könnten Löcher in der Darmwand entstehen. Derartige Magnete wĂŒrden beispielsweise als Material fĂŒr 3D-Puzzles beworben, sagte Eckoldt, oder als Konstruktionsspielzeug fĂŒr Erwachsene und Jugendliche. FĂ€lle zeigten jedoch, dass es immer wieder in die HĂ€nde von kleineren Kindern gelange.Â
20 Monate altes MĂ€dchen gestorben
In Deutschland gibt es laut Eckoldt keine Statistik ĂŒber derartige Ereignisse. Die Warnung hat jedoch einen aktuellen Anlass: Anfang des Jahres sei ein 20 Monate altes MĂ€dchen gestorben, das mehrfach an Erbrechen, Durchfall und Austrocknung gelitten habe. Magnete hĂ€tten einen akuten Darmverschluss verursacht, ausgelöst durch den Druck der Anziehungskraft der Magnete auf die DarmwĂ€nde. Das Kind hatte offenbar zeitversetzt mehrere Magnete verschluckt. 2018 hatten der Landesverband Bayern des Kinderschutzbundes und das Bayerische Staatsministerium fĂŒr Umwelt- und Verbraucherschutz auf den Tod eines vierjĂ€hrigen Kindes reagiert und Eltern gewarnt.Â
Wichtig sei es, bei Spielzeug auf die AltersbeschrĂ€nkung und PrĂŒfzeichen zu achten. CE-Kennzeichen sind ein Hinweis darauf, dass Hersteller ihre eigenen Produkte getestet haben. Besser sind jedoch laut Eckoldt GS-Zeichen, die von einer unabhĂ€ngigen PrĂŒfstelle vergeben werden. Generell gehörten kleine, sehr starke Magnete nicht in die HĂ€nde von Kindern.Â
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