Sanierung, Goethes

Sanierung in Goethes Wohnhaus: Das ist der Plan

15.01.2024 - 13:48:01

Es ist das vielleicht wichtigste Literaturdenkmal Deutschlands, entsprechend Geld und Aufwand soll in die Sanierung von Goethes Wohnhaus gesteckt werden. Das Ziel: mehr Goethe, weniger Projektion.

  • Goethes Arbeitszimmer. - Foto: Bodo Schackow/dpa

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  • Ulrike Lorenz, die PrĂ€sidentin der Klassik Stiftung Weimar, im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur. - Foto: Bodo Schackow/dpa

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Goethes Arbeitszimmer. - Foto: Bodo Schackow/dpaUlrike Lorenz, die PrÀsidentin der Klassik Stiftung Weimar, im GesprÀch mit der Deutschen Presse-Agentur. - Foto: Bodo Schackow/dpa

Mit der geplanten millionenschweren Sanierung von Goethes Wohnhaus in Weimar soll sich einiges in dem bedeutenden historischen GebÀude Àndern. «Es geht darum, mehr Goethe freizulegen und sichtbar zu machen, was andere dort verÀndert haben», sagte die PrÀsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz. Das zum Unesco-Welterbe gehörende Wohnhaus des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ist eine Liegenschaft der Stiftung.

Mit rund 100.000 Besuchern im Jahr ist das Haus am Frauenplan das besucherstĂ€rkste der Stiftung. Vor allem Schulklassen zĂ€hlen zu den GĂ€sten. Aber auch Menschen aus der ganzen Welt pilgern dorthin, um etwa das originale Arbeitszimmer des «Faust»-Autors, oder den berĂŒhmten Blick auf die Zimmerflucht vom Großen Sammlungs- zum Urbino-Zimmer selbst zu sehen. Der ikonische Blick und auch das Arbeitszimmer werden sich kaum verĂ€ndern, erklĂ€rte die fĂŒr die DichterhĂ€user zustĂ€ndige Petra Lutz.

Was wird geÀndert?

Das Haus soll möglichst barrierearm werden, ein Fahrstuhl soll an einem angrenzenden GebĂ€ude installiert werden. Technische Anlagen sollen modernisiert werden. «Die Heizung ist teilweise noch von 1913», so Lorenz. Das Erdgeschoss soll umgebaut und fĂŒr Besucher geöffnet werden.

Die Mansarde, wo einst Goethes Sohn August mit seiner Familie lebte, soll zugĂ€nglich gemacht werden. Der Garten soll in seiner Bedeutung hervorgehoben werden. Dort wuchs nicht nur GemĂŒse, Goethe nutzte ihn auch fĂŒr Experimente. Der Dichter interessierte sich auch fĂŒr die Wissenschaften.

Das schlĂ€gt sich in seiner Sammlung nieder: Gut 50.000 KunstgegenstĂ€nde und naturwissenschaftliche Objekte hatte er in dem Haus zusammengetragen. LĂ€ngst nicht alles ist heute dort noch zu sehen. Ziel der Neukonzipierung sei es aber eben auch, der Sammlung mehr Raum zu geben, so Lutz. Auch BĂŒcher sollen wieder ins Bibliothekszimmer zurĂŒckkehren.

VerÀnderungen transparent machen

Viele Details mĂŒssten geklĂ€rt werden, damit wieder «mehr Goethe» im Haus zu sehen sei, erklĂ€rte Lutz. Über Generationen nach Goethe seien VerĂ€nderungen vorgenommen worden. Diese Schichten mĂŒssten abgetragen und offen gelegt werden.

Das fange bei der Wandfarbe an, gehe ĂŒber die HĂ€ngung von Bildern, und der Offenlegung dessen, was schlicht nicht ĂŒberliefert sei. Â«Ăœber manche Ecken des Hauses wissen wir fast nichts», rĂ€umte Lutz ein. «Wir mĂŒssen transparent sein und deutlich machen, was Goethes war und was nicht.»

KĂŒnftig solle inhaltlich auch deutlich gemacht werden, dass Goethe nicht alleine in dem kompliziert gebauten Haus lebte. «Seine Familie war dort, die SekretĂ€re, er empfing viele GĂ€ste, es herrschte reges Treiben», so Lutz. StĂ€ndig erhielt oder verschickte Goethe Briefe und Pakete. Das Haus sei ein Netzwerkknoten, ein Labor, eine Werkstatt gewesen, so StiftungsprĂ€sidentin Lorenz.

Der Zeitplan

Die Bauarbeiten sollen im FrĂŒhjahr 2026 beginnen. 35 Millionen Euro sollen sie kosten, dazu kommen 10 Millionen fĂŒr die museale Neukonzipierung. Das Geld soll von Bund und Land kommen. Weitere Millionen stehen von Stiftungen, Unternehmen und auch privaten Spendern in Aussicht, so Lorenz.

In der Schließzeit soll es verstĂ€rkt digitale Angebote geben, das Goethe-Nationalmuseum werde weiter genutzt. Wie lange das Haus fĂŒr die Arbeiten geschlossen werden muss, sei noch nicht genau zu sagen, so Lutz. Die Arbeiten sollen vor dem 22. MĂ€rz 2032 abgeschlossen sein. Denn dann jĂ€hrt sich das Todesdatum Goethes zum 200. Mal.

@ dpa.de