Eisregen: Keine Starts am Frankfurter Flughafen möglich
17.01.2024 - 15:03:04Regen, Schnee und Eis haben StraĂen und Gehwege in weiten Teilen Deutschlands in gefĂ€hrliche Rutschbahnen verwandelt. Vor allem im SĂŒden und SĂŒdwesten gab es heute viele UnfĂ€lle. Vorerst blieb es zumeist bei BlechschĂ€den.
Am Frankfurter Flughafen sind seit Vormittag vorerst keine Flugzeugstarts mehr möglich. Die Flugzeuge könnten wegen des anhaltenden Eisregens vor dem Start nicht mehr sicher enteist werden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Weiterhin landeten aber noch Flugzeuge, so dass die Parkpositionen langsam vollliefen. Es sei daher geplant, ab 15.00 Uhr auch keine Landungen mehr zu erlauben. Ăber das weitere Vorgehen werde je nach Wetterlage entschieden, sagte eine Fraport-Sprecherin.
An den FlughĂ€fen Frankfurt und MĂŒnchen wurden zusammen Hunderte FlĂŒge gestrichen. StraĂen waren gesperrt, der Unterricht an vielen Schulen fiel aus. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist die Gefahr lĂ€ngst nicht vorbei. Unwetterwarnungen galten vielerorts bis Donnerstagmorgen.
Der Wetterdienst warnte seit dem Morgen vor einer sehr hohen Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen in einem Streifen von Trier bis nach Frankfurt am Main. In den betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz und Hessen sei die GlĂ€ttegefahr sehr hoch. Konkret hieĂ es: «GroĂe Gefahr fĂŒr Leib und Leben durch gefrierenden Regen mit starkem Eisansatz.» Hinzu komme verbreitet Eisbruch. Aufenthalte im Freien und Fahrten sollten unbedingt vermieden werden.
Von der Mitte bis zum SĂŒden galt eine Unwetterwarnung vor Glatteis - zum Beispiel in Teilen ThĂŒringens, Sachsens, Nordrhein-Westfalens, in allen Regionen Baden-WĂŒrttembergs und Bayerns. Es besteht laut DWD Gefahr fĂŒr Leib und Leben durch schlagartig gefrierenden Regen. In der Mitte sollte es ergiebig schneien. In manchen Landesteilen bereiteten sich EinsatzkrĂ€fte darauf vor, dass es in der zweiten TageshĂ€lfte noch schlimmer werden könnte.
Schulausfall in mehreren BundeslÀndern
In Nordrhein-Westfalen sollte der Schnee am Vormittag einsetzen. Ab 11.00 Uhr gilt sĂŒdlich von Aachen, Köln, Olpe und Winterberg eine Unwetterwarnung. Bus- und Bahnunternehmen informierten ihre Kunden, dass es ab dem Mittag massive VerspĂ€tungen und AusfĂ€lle geben könne. Beim Aufwachen am Morgen sahen viele Menschen in den betroffenen Kreisen auf ihren Mobiltelefonen eine amtliche Warnung.
In mehreren BundeslĂ€ndern wie Bayern, Hessen und NRW blieben Schulen vorsorglich geschlossen. In NĂŒrnberg wurde kein MĂŒll mehr abgeholt. Im hessischen Kreis GroĂ-Gerau wurden alle im Auftrag des Kreises fahrenden Buslinien wegen Glatteises eingestellt.
Reisende mussten sich bundesweit auf VerspĂ€tungen und AusfĂ€lle einstellen. Das galt fĂŒr den Verkehr auf den StraĂen, fĂŒr Verbindungen auf der Schiene und in der Luft. Am Flughafen MĂŒnchen wurden laut dem Airport mehr als 250 von rund 650 geplanten Starts und Landungen annulliert. Auch am Berliner Hauptstadtflughafen BER gab es vereinzelt AusfĂ€lle.
Geduld war auch bei Bahn-Reisenden gefragt. Die Deutsche Bahn schrieb auf ihrer Internetseite: «Es kann zu VerspĂ€tungen und ZugausfĂ€llen im Regional- und Fernverkehr kommen.» Vorsorglich sei die Höchstgeschwindigkeit der ICE auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt worden. Laut Bahn hielten sich Mitarbeiter in den betroffenen Regionen bereit, um beispielsweise Weichen zu rĂ€umen oder die Verkehrssicherung an BahnĂŒbergĂ€ngen zu gewĂ€hrleisten.
Am spÀten Vormittag teilte das Unternehmen mit, die Lage sei beherrschbar. Der Wintereinbruch werde die Bahn ab den Mittagsstunden am meisten treffen, sagte eine Sprecherin und verwies auf entsprechende Prognosen des DWD. «Dann rechnen wir im Laufe des Tages auch mit ZugausfÀllen und VerspÀtungen.»
Zwischen Paris und Frankfurt sowie Paris und Stuttgart fielen zahlreiche ICE-ZĂŒge aus. Die französischen TGV-ZĂŒge fahren auf diesen Verbindungen allerdings. Der Grund ist, dass die deutschen ZĂŒge anfĂ€lliger sind fĂŒr BeschĂ€digungen durch herabfallende Eisklumpen und aufwirbelnde Schottersteine auf der französischen Schnellfahrstrecke nach Paris.
Auf den StraĂen ging es am Morgen teilweise nur langsam oder gar nicht mehr voran. Viele UnfĂ€lle meldete die Polizei in Baden-WĂŒrttemberg, Bayern und im Saarland. Vereinzelt gab es Verletzte, meist endeten die ZwischenfĂ€lle mit SachschĂ€den. Der Winterdienst war im Dauereinsatz - selbst in Regionen, wo es keine Glatteis-Warnungen gab.
Wintersportler freuen sich
Wintersportler freuten sich aber in einigen Landesteilen ĂŒber die weiĂe Pracht - zum Beispiel in den Wintersportgebieten im Sauerland. In den vergangenen kalten Tagen hĂ€tten die Schneekanonen etwa in Winterberg schon viel technischen Schnee produzieren können. Wenn jetzt noch Naturschnee dazukomme, sei das optimal fĂŒr die Pisten, teilte das Skiliftkarussell Winterberg mit. «Die Bedingungen könnten kaum besser sein.» Am Wochenende rechnen Meteorologen zudem mit einigen Sonnenstunden im Sauerland.
Der DWD erwartete bis zum Abend ĂŒbergreifend langanhaltenden gefrierenden Regen mit Glatteis bis zur Eifel, zum HunsrĂŒck und Taunus sowie Spessart, nach SĂŒdthĂŒringen sowie im Vogtland, Ostbayern und im Erzgebirge. In der zweiten NachthĂ€lfte zum Donnerstag sei mit einer allgemeinen Entspannung zu rechnen.





















